Die Atomkraft, die RAF, Filbinger, ja selbst Raketenstationierungen - man kann sich bei den Themen, die derzeit durch die Medien geistern, nur verwundert die Augen reiben, es ist, als ob man mit einer Zeitmaschine 30 Jahre zurückkatapultiert wurde: Die Achtzigerjahre sind wieder da. Jetzt fehlen eigentlich nur noch Aerobic, Dallas und Denver, Gorbatschow und der Mauerfall - und die neuen Achtziger wären perfekt. Das heißt, ganz perfekt wäre die Zeitreise nur dann, wenn sich einer aus der deutschen Politikerriege erbarmte und den Barschel gäbe. Denn ohne die Barschel-Affäre sind die Achtziger undenkbar, als Skandale noch Skandale waren. Ein neuer Barschel muss her, um einen der unterhaltsamsten deutschen Politskandale wieder aufleben zu lassen. Nur wer böte sich da an? Ein Ministerpräsident muss es schon sein. Beck? Zu pumperlgesund. Stoiber? Zu verbraucht. Wulff? Zu langweilig. Koch? Ja, schon eher. Moment mal! Einer hat schließlich das Achtziger-Revival mit angestoßen. Da hilft nichts: Der Oettinger muss ran! Für Deutschland! Für die Demokratie! Ab nach Genf!
Das Archiv der taz enthält die meisten seit 1986 gedruckten Texte sowie die Artikel der deutschsprachigen Le Monde diplomatique seit 1995.

Wollen Sie taz-Texte im Netz veröffentlichen oder nachdrucken, dann wenden Sie sich bitte an unsere Abteilung Syndikation: lizenzen@taz.de.
Hier finden Sie alle seit Juni 2007 auf taz.de erschienenen Beiträge.
Das kostenpflichtige Archiv der gedruckten tageszeitung mit allen Texten seit 1986 finden Sie in der Volltextsuche der taz.