• 30.04.2007

HERMANN OTT

Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie

Ohne sozialen Frieden werden wir keinen Frieden mit der Natur schließen können. Der Satz ist auch umgekehrt richtig, aber darum geht es hier nicht. Vom Umweltstandpunkt aus gesehen gilt: Die Herausforderungen dieses Jahrhunderts sind nur dann zu bewältigen, wenn der ökologische Umbau mit einem Höchstmaß an Gerechtigkeit und Fairness einhergeht. Dies gilt für den globalen Ausgleich zwischen Nord und Süd, dies gilt aber auch für den Ausgleich innerhalb Deutschlands. Warum? Weil nur ein hohes Maß an Legitimität geeignet ist, die Menschen mitzunehmen. Also müssen erstens die ökologischen Instrumente so gestaltet werden, dass sie fair sind, die sozialen Ungleichheiten also einebnen und nicht vergrößern. Und zweitens müssen die sozialen Bedingungen geeignet sein, die Kreativität und Lebenslust der Menschen zu befördern und nicht die Angst. Angst vor dem sozialen Aus ist auch ökologisch ein schlechter Ratgeber.

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