Publizistin, Berliner Kultursenatorin a. D.
Seit Gründung der Grünen habe ich im gesellschaftlichen Raum keine leidenschaftlichere Debatte erlebt. Hier stehen sich Menschenbilder gegenüber: Muss der Mensch durch Arbeit diszipliniert werden, um nicht zu verlottern? Oder könnte das bedingungslose Grundeinkommen das Vermögen der Einzelnen freisetzen? Hier geht der protestantische Arbeitsethos in Stellung gegen ein "Zu viel an Freiheit ist aller Laster Anfang". Obwohl das bedingungslose Grundeinkommen ja kein Arbeitsverbot bedeutet, sondern die Selbstsuche von Arbeit eher ermöglichen würde. Außerdem ist es eine Frage der Würde! Wie könnte es den Klang dieser Republik verändern, wenn wir dem verhängnisvollen Cogito der Lohnarbeitsgesellschaft: "Ich werde bezahlt, also bin ich" entwachsen könnten.
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