BERLIN/UTRECHT taz
Die 100 TeilnehmerInnen einer Fahrradkarawane wollten eigentlich zum Ostseebad Heiligendamm, um für die Teilnahme an den Protesten gegen den G-8-Gipfel zu mobilisieren. Doch im holländischen Utrecht war erst einmal Pause: "Wir sind gegen 15 Uhr in der Stadt angekommen und waren schnell von einen großen Polizeiaufgebot eingekesselt", berichtet Protestradler Erik Rasmussen. Mehrere Polizeibusse hätten schon bereitgestanden.
Die BikerInnen hätten nicht die vorgeschriebenen Radwege benutzt und entsprechenden Anweisungen der Polizei nicht Folge geleistet, begründet die holländische Polizei die Festnahmen. Das Koordinierungsbüro der Karawane wirft der holländischen Polizei hingegen Einschüchterung des G-8-Protests vor. Denn der Polizei war der politische Hintergrund der Fahrradaktion bekannt gewesen. Schließlich waren die ProtestbikerInnen schon seit einigen Tagen unterwegs, um gegen den Gipfel zu protestieren.
Und während die DemonstrantInnen "absolut gewaltfrei" geblieben seien, sei die Polizei teilweise "sehr rabiat" vorgegangen, berichtet Rasmussen. Als Erstes seien jene festgenommen worden, die Kameras dabeigehabt hatten. "Man wollte offenbar verhindert, dass das Geschehen dokumentiert wird", so Rasmussen. Auf acht Routen bewegen sich derzeit Fahrradkarawanen durch Europa in Richtung Heiligendamm. Die AktivistInnen wollen so bald wie möglich weiterradeln, allerdings sind vier Personen sind noch in Haft. Einem der Festgenommenen wurde die Ausweisung aus Holland angekündigt. PETER NOWAK
Das Archiv der taz enthält die meisten seit 1986 gedruckten Texte sowie die Artikel der deutschsprachigen Le Monde diplomatique seit 1995.

Wollen Sie taz-Texte im Netz veröffentlichen oder nachdrucken, dann wenden Sie sich bitte an unsere Abteilung Syndikation: lizenzen@taz.de.
Hier finden Sie alle seit Juni 2007 auf taz.de erschienenen Beiträge.
Das kostenpflichtige Archiv der gedruckten tageszeitung mit allen Texten seit 1986 finden Sie in der Volltextsuche der taz.