Bizarr: Da geht der Wahlverlierer, umringt von Reportern übern Domshof Richtung Bürgerschaft. Und erklärt, was die anderen falsch gemacht haben. Die Ursache der SPD-Schlappe? Laut Thomas Röwekamp, dass sie sich auf die Mindestlohndebatte eingelassen hat. Die Zugewinne der Grünen? Liegt an Böhrnsens Offenheit in Koalitionsfragen, so der Innensenator
Kommentar von Benno Schirrmeister
Zum eigenen Scheitern: Niente. Es fällt ihm gar schwer, zuzugeben, dass die CDU überhaupt verloren hat. "Momentan", sagt er um 18:41 Uhr, "sprechen wir nur über Prognosen" - da sind die ersten Hochrechnungen schon eine halbe Stunde alt.
Wäre er wirklich so schlecht informiert? Ein schwaches Bild vom "starken Bürgermeister"! Schließlich besteht Stärke in der Informationsgesellschaft darin, wichtige Nachrichten früh zu haben. Röwekamp jedoch hat im Wahlkampf mit einer 14 Jahre alten Nachricht den starken Maxe markiert: Empören sollte man sich darüber, dass eine ehemalige RAF-Terroristin in Bremen aufs Vorbildlichste resozialisiert wurde. Peinlich.
Sicher, die SPD hat noch mehr Punkte eingebüßt. Aber sie hat auch mehr Luft nach unten. Und, mit der Linkspartei, starke Konkurrenz auf dem eigenen Flügel. Eine konservative Alternative gibt es nicht. Unter dieser Voraussetzung eine große Volkspartei auf unter 30 Prozent runterzudimmen, das ist eine historische Leistung. Röwekamp hat sie nicht allein vollbracht. Aber er hat entscheidenden Anteil.
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