Mit "Guter Moslem, Böser Moslem" (Edition Nautilus, 2006) ist Mahmood Mamdani ein Bestseller bei den Bush-Gegnern gelungen. Dabei war das vermutlich gar nicht seine Absicht, denn der ugandische Politikwissenschaftler indischer Herkunft ist beileibe kein Haudrauf, sondern ein ebenso nüchterner wie scharfsinniger Analytiker, der mit Standardwerken zum Verhältnis von Bürger und Staat in Afrika bekannt geworden ist.
Aber Mamdani, der inzwischen mit der Filmregisseurin Mira Nair in New York lebt und an der Columbia University lehrt, war geschockt davon, unter welchen kollektiven Rechtfertigungsdruck Muslime nach den Anschlägen des 11. September gerieten. Er hat deshalb die Vorurteile gegen Muslime auf ihre Herkunft untersucht und in der kolonialen Tradition verortet. Mamdani wendet sich gegen den vom Islamwissenschaftler Bernard Lewis ausgerufenen und später von Samuel S. Huntington popularisierten "Kampf der Kulturen". Statt des kulturalistischen Diskurses, der mit wesenhaften Zuschreibungen zu kulturell definierten Gruppen arbeitet, empfiehlt Mamdani, öfter mal einen Blick auf die wirtschaftlichen und politischen Ursachen von Konflikten zu wagen.
Seinen Vortrag wird der brillante Denker in englischer Sprache halten. Es wird eine Übersetzung ins Deutsche geben. JANK
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