betr.: Protest gegen G-8-Gipfel: Wie bricht man die Macht sozialer Bewegungen?
Wie man die Macht und den Einfluss sozialer Bewegungen bricht, wird an den Geheimdienstschulen dieser Welt als Lehrfach angeboten: "Counterinsurgency" heißt das Konzept. Man setze sich an die "Spitze der Bewegung", indem man durch die Wahl möglichst radikaler und gewaltsamer Mittel eine "Führungsrolle" beansprucht. Alle anderen werden als Weicheier denunziert. Das Ergebnis kann man wieder einmal in Rostock besichtigen: Die Regierung hat es schon vorher gewusst. Die Bewegung muss sich teilweise distanzieren und wird geschwächt. Viele Menschen wenden sich ab, weil sie Gewalt als Mittel zur Durchsetzung politischer Ziele verabscheuen. Die Öffentlichkeit diskutiert über die Gewaltexzesse und nicht über die politischen Ziele der Demonstranten. Die Konsequenz: Soziale Bewegungen müssen sich schützen durch einen Kodex, der auf Gewaltlosigkeit und konsequent friedlichen, aber kreativen Protest und zivilen Ungehorsam setzt. Jeder, der einen Stein in die Hand nimmt, wird als agent provocateur des Verfassungsschutzes oder sonstiger lichtscheuer Organisationen betrachtet und entsprechend behandelt. STEFAN WEN ZEL, Bündnis 90/Grüne, Niedersachsen
Blättern Sie in der aktuellen Ausgabe der tageszeitung.
Blättern Sie in den Ausgaben der letzten Monate.
Suchen Sie Artikel auf taz.de (seit Juni 2007).
Suchen Sie Artikel aus der gedruckten tageszeitung. Unser Printarchiv enthält (fast) alle Texte der gedruckten taz seit September 1986 sowie die Artikel der Monde diplomatique seit 1995.
Falls Sie schon registrierte/r Archiv-Nutzer/in sind, loggen Sie sich bitte ein.
oder: Melden Sie sich als ArchivnutzerIn an.
oder: bestellen Sie die neue taz-Archiv-DVD (mit den Texten von Sept. 1986 bis 31.05.2009). Sie erhalten Ihre Zugangsdaten zum Archiv zusammen mit der DVD per Post.
oder: Lassen Sie uns für Sie recherchieren:
Wenden Sie sich an den taz-Recherchedienst, wenn Sie ältere taz-Ausgaben oder Artikel und Themen aus der taz benötigen.
Wollen Sie taz-Texte im Netz veröffentlichen oder nachdrucken, dann wenden Sie sich bitte an unsere Abteilung Syndikation lizenzen@taz.de.