taz: Frau Linnert, Fregattengeburtstag ist bestimmt kein Termin, wo man sich als grüne Bürgermeisterin wohlfühlen kann, oder?
Karoline Linnert (Bürgermeisterin): Ich bin Bürgermeisterin aller Bremerinnen und Bremer und vertrete den Präsidenten des Senats, Jens Böhrnsen. Da ist es selbstverständlich, dass ich den Termin wahrnehme: Ich mache meine Arbeit. Über meine Gefühlslage sage ich nichts.
Aber die Besatzung besteht doch nicht aus Bremerinnen und Bremern ...?
Es gibt eine Patenschaft, die hat die Stadt Bremen vor 25 Jahren, bei der Schiffstaufe übernommen. Das geht noch auf Hans Koschnick zurück. Und deshalb ist es Tradition, dass bei jedem runden Geburtstag der Fregatte Bremen ein Bürgermeister oder seine Stellvertreterin dabei ist und ein Grußwort spricht.
Was werden Sie denn sagen?
Ich werde der Besatzung danken, und ihr ein Geschirr überrei-chen …
Ein Geschirr?! Also: Ein Essgeschirr?
Das ist, neben einem Beitrag der Freien Hansestadt, finanziert vom Freundeskreis der Fregatte Bremen. Und es ist, glaube ich, der Schlüssel drauf, aber das muss ich noch vorher nachgucken.
Animositäten zwischen Grünen und Bundeswehr sind ja wechselseitig. Welchen Empfang erwarten Sie?
Animositäten gibt es nicht. Die Bundeswehr ist in diesem Staat eine demokratisch legitimierte Institution. Und die Grünen legen Wert darauf, dass das Militär keine von der Gesellschaft getrennte Veranstaltung ist. Umgekehrt wird mich die Bundeswehr ganz normal begrüßen. Die militärische Ausbildung beinhaltet Staatsbürgerkunde, da können sich andere Institutionen etwas von abgucken. Das sind Demokraten.
Allerdings - spielt nicht gerade die Marine eine Hauptrolle bei der offensiveren Neuausrichtung der Streitkräfte?
Die Einsätze werden vom Bundestag legitimiert. Und selbst wenn ich einen Einsatz persönlich für falsch hielte, ändert das nichts an der Rechtsgrundlage. So etwas darf nicht zu persönlicher Feindseligkeit führen. Ich weiß natürlich, dass es einige Leute degoutant finden …
Und das verstehen Sie nicht ...?
Ich verstehe das schon. Aber ich halte es für falsch. FRAGEN: BES
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