• 11.08.2007

Bionade beliefert McDonald's-Konzern

Die Fastfoodkette will ihrer Kaffeehaustochter ein neues Image verpassen und setzt dabei auf das Lifestylegetränk und zertifizierten Kaffee. Der Hersteller hofft auf steigenden Absatz. Sorgen um sein Image bei Altkunden macht er sich nicht

VON JULIA LANGENSIEPEN

Bionade gibt es künftig auch bei McDonald's. Genauer gesagt im Sortiment der Kaffeehaustochter McCafé. Dabei gehe es nicht nur um das Image, sagte Alexander Schramm, Pressesprecher bei McDonald's Deutschland, der taz. "Wir wollen viel verkaufen." Die Biolimonade passe gut in die Produktpalette der McCafés. Schließlich trage auch die Milch das Biosiegel. Und der Kaffee kommt seit kurzem nur noch von Firmen, die wegen ihrer nachhaltigen Produktionsweise von der Rainforest Alliance zertifiziert wurden.

"Allein optisch passt das Getränk in diese Schiene", sagt der Marketingchef des Bionade-Herstellers, Wolfgang Blum. Auch bei der amerikanischen Kaffeehauskette Starbucks gebe es die Limonade "Wir haben das Getränk nie für nur eine exklusive Verbrauchergruppe entwickelt", sagt Blum. Die Biolimonade sei für die breite Masse bestimmt.

An die klassische Kundschaft von McDonald's kommt Bionade mit diesem Deal aber noch nicht heran. Die Besuchergruppen der Hamburgerlokale überschneiden sich nur zu 38 Prozent mit denen der Cafés, von denen in dieser Woche das 300. in Deutschland eröffnet wurde

"Das Schlagwort heißt Lifestyle", meint dazu Matthias Wolfschmidt, stellvertretender Geschäftsführer der Verbraucherorganisation Foodwatch. "Bionade ist zurzeit das angesagteste und coolste Getränk in Deutschland. Alle trinken es." So würde es von jeder hippen Bar angeboten, und dass McDonald's da nun auch zuschlagen würde, sei für ihn nicht verwunderlich. Indem in McCafés nun die Biolimonade verkauft werde, solle ein neues Bild von leichter Kost mit Salaten und Suppen geschaffen werden. Und damit eine klare Trennung vom Dickmacherimage entstehen, das den klassischen McDonald's-Filialen anhängt.

Auch bei dem Bionade-Unternehmen geht es in erster Linie um einen neuen Markt. Dabei steigen die Verkaufszahlen bereits jetzt immens. Verkaufte das Unternehmen im vergangenen Jahr noch rund 70 Millionen Flaschen, werden es 2007 wohl 200 Millionen sein. Der Boom hatte zwischenzeitlich zu Engpässen bei der Herstellung geführt. Doch das sei Vergangenheit. "Die Produktionskrise ist überwunden, sonst würden wir so ein neues Projekt nicht starten", versichtert Bionade-Sprecher Blum. "Wir haben genug Kapazitäten, um auch weitere, neue Kunden bedienen zu können."

Und deren Zahl dürfte durch den Deal deutlich wachsen. McDonald's bewirtet jeden Tag in Deutschland rund 2,4 Millionen Gäste. Ob durch die Biobrause neue Kunden hinzukommen, kann auch Pressesprecher Schramm nicht einschätzen.

Dass Bionade mit diesem Deal Stammkunden verliert, die der Hamburgerkette ablehnend gegenüberstehen, glaubt Blum nicht. Er gehe zwar davon aus, dass es Leute geben wird, die dieses Projekt nicht gut finden werden - Sorgen mache er sich aber keine. "Diese Partnerschaft von McDonald's und unserem Unternehmen ist ein wichtiger und guter Schritt", sagt er. Sein Grundsatz: Bionade ist ein gesundes, hochwertiges Produkt. Je mehr Leute es trinken, desto besser

"Wir haben das Getränk nie für exklusive Verbraucher entwickelt"



BIO BEI DEN GROSSEN

Echte Markenartikel gibt es in der Biobranche bisher nur wenige - Bionade gehört zweifellos dazu. Die in einem speziellen Brauverfahren hergestellte Ökolimonade hat sich von Anfang an nicht nur durch professionelles Design und Marketing von anderen Bioprodukten abgehoben, sondern auch durch ungewohnte Wege beim Vertrieb: Durch eine Kooperation mit Coca-Cola ist Bionade - neuerdings auch in Einwegflaschen - bei vielen konventionellen Händlern, an Kiosken und sogar in Tankstellen erhältlich. Andere bekanntere Bioproduzenten - etwa Voelkel oder Allos - sind stärker auf Abstand bedacht und lehnen beispielsweise die Zusammenarbeit mit Discountern ab, um den Biohandel - und ihre eigenen Gewinnspannen - nicht zu gefährden. MKR

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