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BERLIN taz | Bei einem Massaker im syrischen Homs sind nach übereinstimmenden Angaben von Regierung und Opposition dutzende Menschen getötet worden. Darunter waren nach Darstellung von Menschenrechtsgruppen mindestens 45 Frauen und Kinder, die erstochen und anschließend verbrannt worden seien. Die meisten Toten habe es im Stadtteil Karm al-Seitun gegeben. Dort seien am Vortag 30 bis 40 Panzer aufgefahren.
Regierung und Opposition schoben einander die Schuld an dem Verbrechen zu. Die Regierungsgegner machten die dem Präsident ergebene alawitische Schabbiha-Miliz verantwortlich. Die aus Deserteuren bestehende Freie Syrische Armee habe geholfen, die Leichen zentral zu sammeln, weil die Regierung sonst Beweismittel vernichtet hätte. Unterdessen reiste der gemeinsame Syrien-Sonderbeauftragte der UNO und der Arabischen Liga, Kofi Annan, aus Damaskus ab, ohne Fortschritte erzielt zu haben.
Der Historiker Christian Gerlach hat extrem gewalttätige Gesellschaften untersucht. Sein Ergebnis: Auch die Zivilbevölkerung kann Auslöser von Massengewalt sein.
