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  • 11.02.2012

Saar-Piratin für Ihre Sorgen

Als im Sommer 2009 Bundestagswahl war, wollte sich die damals 20-jährige Jasmin Maurer zunächst genau informieren. Also klapperte sie die Infostände der Parteien ab. "Die Leute der Piratenpartei waren greifbarer, sie kamen aus der Mitte der Bevölkerung", erinnert sie sich. Als sie dann noch große inhaltliche Übereinstimmungen mit den Themen Transparenz und Bürgerbeteiligung sah, beschloss Maurer, der Piratenpartei nicht nur ihre Stimme, sondern auch ihre Unterstützung zu geben.

Sie half beim Wahlkampf und trat am Tag der Bundestagswahl in die Partei ein. 364 Tage später wurde sie Landesvorsitzende. "Bei uns waren damals alle ganz neu dabei, weil es die Saar-Piraten erst seit 2009 gibt", begründet sie den schnellen Aufstieg. Der sollte nicht das Ende ihrer politischen Karriere bedeuten. Denn seit in Deutschlands kleinstem Flächenbundesland die Jamaika-Koalition auseinanderbrach und die Verhandlungen zwischen CDU und SPD über eine neue Regierung scheiterten, stehen Neuwahlen an. "Wir waren auf die Neuwahl nicht vorbereitet, aber haben uns sehr schnell organisiert", sagt Maurer.

Auf diesem Weg gab es einige Hürden zu nehmen. So hat Maurer mit Unterstützung ihrer Parteikollegin Marina Weisband erst Ende dieser Woche die notwendigen 900 Unterstützerunterschriften gesammelt, um überhaupt an der Wahl teilnehmen zu dürfen.

Seit Kurzem ist die IT-System-Kauffrau in der Ausbildung auch noch Spitzenkandidatin ihrer Partei. Sie wurde - wie es sich für die Piraten gehört - basisdemokratisch gewählt. Dieses Prinzip ist der gebürtigen Saarländerin sehr wichtig: "Zwanzig Augenpaare sehen einfach mehr als zwei." Maurer hat ganz bestimmte Vorstellungen, was sie am politischen Betrieb verändern möchte: "Politik muss wieder ehrlicher werden." Sie hätte demzufolge "kein Problem damit, wenn Heiko Maas sagen würde, dass er etwas nicht weiß".

Sie sagt, was sie denkt, und das verlangt sie auch von anderen. Was wäre ihre erste Handlung als Ministerpräsidentin des Saarlands? "Ganz ehrlich, darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht." Muss sie auch nicht, denn schließlich geht es für die Piraten zunächst einmal um den Einzug in den Landtag. Aber eine Idee hat sie dann doch: "Ich würde alle Bürger auffordern, mir von ihren Sorgen zu berichten. Nur so weiß eine Ministerpräsidentin auch, was die Bürger bewegt." TIMO REUTER

"Eine Minister- präsidentin muss wissen, was die Bürger bewegt"

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