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  • 23.02.2012

Mammografie-Screenings entdecken kleine Karzinome

GESUNDHEIT Staatliches Früherkennungsprogramm von Brustkrebs legt erste Ergebnisse vor

BERLIN taz | Immer mehr Frau- en können nach der Diagnose von Brustkrebs geheilt werden. Das ergab eine Auswertung ei- nes 2005 europaweit eingeführten Mammografie-Screening-Programms. Dessen Ergebnisse für Deutschland stellte die Kooperationsgemeinschaft Mammografie (KGM) am Mittwoch vor.

Durch das Screening, eine Röntgenaufnahme der Brust, würden heute doppelt so viele Tumore und Karzinome erkannt, die kleiner sind als ein Zentimeter, sagte Karin Bock, Leiterin des Referenzzentrums Mammografie Südwest: "Solche kleinen Karzinome ertasten die Frauen selbst meist nicht." Entdeckten Frauen Knoten in der Brust oder in der Achselhöhle, seien diese in der Regel größer als zwei Zentimeter. "Dann sind die Prognosen auf Heilung aber schlechter", erklärte Karin Bock.

Jede Frau zwischen 50 und 69 Jahren kann alle zwei Jahre kostenlos eine Mammografie-Untersuchung vornehmen lassen. Rund die Hälfte von ihnen tut das im Rahmen des staatlichen Screening-Programms. Brustkrebs fordert unter allen bösartigen Tumorarten unter Frauen die meisten Todesopfer, jährlich etwa 17.000. Durch das Screening und die frühzeitige Erkennung könne aber Leben gerettet werden, erklärte Wolfgang Aubke, Vizevorsitzender des KGM-Beirats. Durch das Screening werde heute bei 8 von 1.000 Frauen Krebs entdeckt. Früher seien es 2 bis 3 gewesen.

Eine exakte Aussage darüber, wie viele Frauen durch eine verbesserte Früherkennung überleben, könne jedoch infolge des kurzen Zeitraums noch nicht gegeben werden. Man rechne mit einer "Evaluation der Mortalitätsraten" erst 2018, so Karin Bock.

KritikerInnen indes sehen im Screening nicht den propagierten Nutzen. Durch die Röntgenaufnahmen werde Brustkrebs zwar früher entdeckt, das ersetze aber keineswegs Vorsorge wie beispielsweise eine gesunde Lebensweise. Darüber hinaus würden Frauen häufig "überdiagnostiziert und übertherapiert": Manche Frauen werden zu Nachscreenings aufgefordert, wenn die erste Untersuchung nicht eindeutig war. Dadurch würden Betroffene unnötig psychisch belastet. Wolfgang Aubke wehrte diese Kritik ab: "Das ist eine wissenschaftliche Elfenbeindiskussion." SIMONE SCHMOLLACK

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