die tageszeitung von heute

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Ausgabe von: 28.07.2008
  • Hört auf mit der Lobhudelei!

    betr.: "Berlin bejubelt Barack Obama", taz vom 25. 7. 08

    Hallo Deutschland, wie schräg war das denn? Da kommt jemand aus den USA und sagt pünktlich zur Live-Sendung des ZDF einfach nichts, und bezahlte Amerikaner klatschen dazu. Mit Fähnchen, super, die EM lässt grüßen! Da hätte man viele Omis aus dem alten Berlin, bitte auch vor der Abstimmung über Tempelhof, nehmen können, die hätten sehr interessante Geschichten erzählen können. Aber dieser Möchtegernpräsident, der von seiner Frau nach Europa geschickt wurde, erzählt, ohne irgendwas zu sagen - und alles in der ersten Reihe plus Presse applaudiert! Was kommt als nächstes? Die neue Putzfrau von Brigitte Strohwange hat was über CD-Player zu sagen oder Frau Poth singt ein Lied über Steuerhinterziehung mit Andrea Berg? Das mit der Umwelt kam von Angie, mit Recht! Dass auch Minderheiten Rechte haben, kam von Wowi und der Rest aus der Ami-Mottenkiste: Welt den Kindern, alle Menschen sind Freunde, außer Andersdenkende, und Brei für alle! Müssen aber die Europäer machen, da die Amis zum großen Teil selber nichts zu Fressen haben! Glaubt jetzt keiner, aber 70-jährige alte Männer packen im Kaufladen alles in Tüten, da es kein echtes Rentensystem gibt und diese dort etwas verdienen können! Liebe Presse, hoffentlich werdet ihr wach und hört mit der Lobhudelei auf diesen Blender auf! Das ist ja nicht mehr zu ertragen! Ach ja, der nächste Dezernent, der für Köln gesucht wird, hält seine Bewerbungsrede in China oder so! UWE-MICHAEL KLOSS, Köln

  • Unergründliche Wege Schäubles

    betr.: "Minister Schäuble schiebt Iraker ab", taz vom 23. 7. 07

    Der Inbegriff des Wolfs im Schafspelz hat mal wieder zugeschlagen - in Brüssel das Schaf, in Berlin der Wolf, so hat sich das Herr Schäuble wohl ausgedacht. Obwohl er für die Aufnahme christlich-irakischer Flüchtlinge wirbt, hat er keinerlei Skrupel, selbige aus Deutschland abzuschieben. So berichtet die taz vom 23. Juli 2008 von Mark Raad Matt-Hannoussi, einem irakischen Flüchtling christlicher Konfession, welcher aufgrund eines EU-bürokratischen Formfehlers nicht in den Genuss deutschen Asyls kommen durfte. Paradoxerweise wäre Wolfgang Schäuble diejenige Person gewesen, welche seine Abschiebung verhindern hätte können. Aber er hielt es nicht für notwendig, Matt-Hannoussi einen Aufschub der Abschiebung zu gewähren.

    Des Weiteren erinnere man sich zurück an die Verteidigung des BKA-Gesetzes durch den CDU-Politiker. Die Abwehr von Terror wurde hier ganz groß geschrieben, doch plötzlich scheint unser Innenminister einen Sinneswandel durchlaufen zu haben. Brüssel ist nun das neue Parkett, auf dem er in humansten Zügen für die Aufnahme von Flüchtlingen wirbt, welche aus selbigem Land kommen, wie jene angeblichen Terroristen, die Herr Schäuble durch sein Gesetz überwachen will. Die Wege des Herrn Innenministers scheinen wohl unergründlich. DAVID KLAIBER, Weilheim

  • Stasikompatible Bürgerüberwachung

    betr.: "Wolfgang Schäubles Super-PIN-Karte", taz vom 24. 7. 2008

    Der gläserne Mensch steht im Hygienemuseum zu Dresden. Ich wehre mich entschieden dagegen, mit ihm verwandt zu werden! Wenn man einmal seine persönlichen Daten elektronisch abgegeben hat, kann man nicht mehr kontrollieren, wer irgendwann Zugriff darauf hat! Dazu noch das Datenaustauschabkommen mit den USA. Dort geht sowieso alles lockerer zu. Die von der Stasi hätten ihre helle Freude gehabt, über solch ein System der Bürgerüberwachung verfügen zu können!

    Von mir wird jedenfalls niemand meine persönlichen Daten speichern dürfen, weder auf einem elektronischen Personalausweis, einer elektronischen Gesundheitskarte oder auf der "Elena". Es wundert mich nur, dass kein Aufschrei durch das Land geht, aber wahrscheinlich lässt man sich mit der angeblich steigenden Sicherheit bei Online-Geschäften täuschen. Ich lehne diese unnatürlichen Geschäfte ab, virtuelle Geschäfte verwischen zu sehr die Wirklichkeit!

    ALEXANDER CLAUSS, Emtmannsberg

    Die Redaktion behält sich Abdruck und Kürzen von LeserInnenbriefen vor. Die veröffentlichten Briefe geben nicht unbedingt die Meinung der taz wieder
  • Vom Zivildienst geformt

    betr.: "Ich gelobe gar nichts. Totalverweigerer Silvio Walther und das Gelöbnis vor dem Reichstag", taz vom 19. 7. 08

    Ich selber habe meinen Kriegsdienst an der Waffe verweigert und bin sehr stolz darauf. Der Zivildienst in einem Krankenhaus hat mich geformt und meine Sicht auf viele Dinge im sozialen Bereich ändern lassen.

    Auch für einen Silvio Walther gibt es Zivildienststellen, in denen er anderen helfen kann, zeigen kann, was er von Waffen hält, und wieder anderen den Rücken stärken könnte, ohne dabei das Gesetz zu brechen. Auch gibt es heute hunderte von Möglichkeiten, sich ausmustern oder sich durch den Chef seines Betriebes eine Unverzichtbarkeitserklärung ausstellen zu lassen. Die "Verweigerungs-Guerillataktik" des Silvo Walther halte ich daher für absolut lächerlich, da sie völlig unnötig ist. Was ihm während des Arrestes widerfahren ist, ist selbstverständlich unrechtmäßig und muss verfolgt werden.

    HENDRIK HÖCKE, Berlin

  • 199 arabische Tote zählen nicht

    betr.: "Triumph im Libanon - Trauer in Israel", taz vom 17. 7. 08

    Obwohl ich mich nicht wundern sollte, wundert mich doch die Berichterstattung in den Medien einschließlich der taz, die gemeinsam mit Israel um zwei tote israelische Soldaten trauern und die 199 libanesischen und palästinensischen Toten nur am Rande erwähnen, manchmal gar nicht.

    Für mich ist dieses Zahlenverhältnis typisch für den Nahostkonflikt. Jeder israelische Tote zählt sehr viel mehr als jeder palästinensische oder sonst wie arabische Tote. Der angebliche Vergeltungsschlag für zwei entführte israelische Soldaten im Jahr 2006 kostete mal eben über 1.000 Libanesen (in der Hauptsache Zivilisten) und 160 Israelis (Soldaten) das Leben. Mit so einer unterschiedlichen Bewertung von Leben wird man in der Region nie Frieden erreichen.

    ELKE ALBERTSEN, Hamburg