die tageszeitung von heute

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Ausgabe von: 24.04.2010
  • LESERINNENBRIEFE

    Eine Liebeserklärung

     betr.: "Freundliche Übernahme"

    Dies ist eine Liebeserklärung. Seit Montag bin ich ganz aus dem Häuschen und nehme die auf Schritt und Tritt mit. Vielleicht sind es die Frühlingsgefühle, vielleicht aber auch deine einwöchige Verjüngungskur. Erst hatte ich Zweifel, wie sollte ich je einen Morgen ohne ©TOM Touché überleben, aber dann der Comic, den ich über eine halbe Kaffeetasse lesen kann! Noch mehr Herzklopfen bereiten mir alle Titelthemen. Heute hat sogar mein Favorit beim Hintergrundabstimmen gewonnen! Das war ein Endorphinschub in aller Frühe. Ach, ich bin einfach zu verliebt, um dich nur einmal zu lesen.

    L. LUICA GRAAB, Langenhagen

    Papier statt Netz

     betr.: "Freundliche Übernahme"

    Ich verzichte sehr gerne auf die riesigen Überschriften, beiläufigen Bilder und die leeren Stellen, wenn ich dafür meine Zeitung vollständig auf Papier lesen kann. Ich möchte nicht "… mehr auf" usw. im Netz zusammensuchen.

    MARIETHERES FINKELDEI

    Jung gegen Alt

     betr.: "Freundliche Übernahme"

    Als Leser fühle ich mich wie eine dumme Maus im Labor, die beobachtet wird, wie sie auf die Versuche dieses Mal reagiert. Was ich darüber hinaus inhaltlich mehr als unschön finde, ist die damit einhergehende Generationenpolarisierung - jung gegen alt. Es werden doch zur Genüge in Politik und Medien diverse gesellschaftliche Gruppen gegeneinander ausgespielt. Als Fußballfreund möchte ich euch in Anlehnung an Otto Rehagel formulieren: "Es gibt keine jungen oder alten Redakteure, sondern nur gute oder schlechte." Das sollte der Maßstab für die Inhalte einer überregionalen Zeitung sein. ANDREAS HÖRMANN, Frankfurt am Main

    Völlig unverständlich

     betr.: "Freundliche Übernahme"

    ist es nun schon so weit, dass ihr euer "anders sein" dadurch zum ausdruck bringen müsst, dass ihr innerhalb eures hauses die "verhältnisse durcheinanderwirbelt"? ihr als die einzig korrekte tageszeitung habt die aufgabe, die verhältnisse "da draußen" zu ändern, indem ihr kritisch berichtet und hinterfragt. eure tauschaktion frisst ressourcen und vor allem die seite eins - es gibt so vieles zu berichten und ihr beschäftigt euch mit so einer nabelschau - das ist für mich völlig unverständlich. KURT STREIBL

    Eine tolle Idee

     betr.: "Freundliche Übernahme"

    Glückwunsch an alle Beteiligten für den erfolgreichen Machtwechsel! Das Experiment hat sich auf jeden Fall gelohnt. Interaktiv das Aussehen der taz mitbestimmen: Eine tolle Idee, die sich bestimmt erweitern lässt. Wie wäre es mit interaktiven Reportagen? Die Verknüpfung der Print-taz mit der Online-Ausgabe ist verdammt gut gelungen und sollte beibehalten werden. Freche Nachwuchsjournalisten, die ihre neu gewonnene Macht nutzen, um Leser zu polarisieren? Fehlanzeige. Schnarch - seit Montag ist es ziemlich langweilig in der taz. Kein "Verboten", keine Wahrheit, nicht mal die tägliche Gemüseration. Das ist bitter und ungesund. Statt dessen ein Comic. Wer den wohl liest?

    GABRIELE REINKE, Porta Westfalica

    Deutlicher Gewinn

     betr.: "Freundliche Übernahme"

    Ich begrüße Ihre Machtübernahme sehr. Die Aktion ist ein deutlicher Gewinn für die Tageszeitung. Die Auswahl der Themen, das Mehr an Dynamik des Layouts inner- und außerhalb des Schriftstückes und die Veränderungen an den einzelnen Rubriken haben meine Lesebereitschaft erhöht.

    PETER HEIL, Kiel

    Ich mag die taz!

     betr.: "Freundliche Übernahme"

    Also ich finde diese Revolution der Jungen sehr gelungen - vor allem das Layout ist ansprechend. Nett auch die Idee, über das jeweilige Titelbild abstimmen zu lassen. Ganz besonders gefällt mir die neue Sparte "Mitreden, obwohl …" Die darf ruhig ins Standardprogramm. Weniger ansprechend finde ich den Komik auf der letzten Seite, und: Ich vermisse meine Wahrheit! Dennoch: Macht weiter so! Ich mag die taz! YVONNE KLÖPPER, Berlin

  • LESERINNENBRIEFE

    Schnell und zielstrebig

     betr.: "Lernen, um zu vergessen", taz vom 15. 4. 10

    Den Beobachtungen und Befürchtungen von Professor Münch hinsichtlich einer Ökonomisierung der Hochschulen kann weitgehend zugestimmt werden.

    Fatal wäre in der Tat eine passive Kundenorientierung der Studierenden, denn die aktive Mitwirkung und Gestaltung des Studiums ist eine zentrale Grundvoraussetzung für dessen Gelingen. Eine weitere Ungleichheit scheint die gestufte Studienstruktur zu schaffen, wenn, wie vorgesehen, Selektionshürden den höheren Master-Abschluss verhindern. Für einzelne Fächer wie Chemie oder Architektur kann dies sogar eine Art von Berufsverbot bedeuten.

    Die Sorge um ein Schmalspurstudium, in dem das Abhaken von Kursen und Modulen sowie das Sammeln von Punkten im Vordergrund steht, ist nachvollziehbar. Allerdings würde ich diese Entwicklung unabhängig von der neuen Studienstruktur sehen, denn eine Effizienzorientierung in der Hochschulausbildung - das Studium möglichst schnell und zielstrebig abzuschließen - hat bei den Studierenden schon seit Längerem stattgefunden und nimmt weiter zu. Dass dabei andere Bildungswerte zu kurz kommen können, liegt auf der Hand.

    MICHAEL RAMM,

    Arbeitsgruppe Hochschulforschung Universität Konstanz

    Unvorstellbare Metzeleien

     betr.: "Unser Krieg", taz vom 22. 4. 10

    Interessant, diese Zahlenspiele, aber hat jemand mal auch nur annähernd nachgerechnet, wie viel Menschen in Afghanistan von 1990 bis 2001 gestorben sind? Dann bekäme man einen Eindruck davon, was los wäre, wenn dort keine unter anderem deutschen Soldaten wären. In Somalia ist der ganze UN-Trupp abgezogen, als ein US-Soldat durch Mogadischu geschleift wurde. Jetzt ist die Rede davon, dass seitdem mehr als eine Million Somalis getötet wurden. Und Flüchtlinge erzählen von unvorstellbaren Metzeleien der al-Shabaab. Ich könnte über die Berichterstattung kotzen, die nicht im Blick hat, was passiert, wenn die ganze restliche Welt und auch die Linke einfach wegsieht.

    KLAUS-DIETER GROTHE, Gießen

    Das Kind beim Namen nennen

     betr.: "Not my Generation" von Mely Kiyak, taz vom 22. 4. 10

    Endlich mal eine junge Journalistin, die mir aus der Seele spricht. Wir Alten, dazu auch noch 68er, werden mit solch einem Text wohl nicht ernst genommen. Wenn ich junge Menschen darauf hinweise, dass Wehrdienstverweigerung so gar nicht im Grundgesetz zu finden ist, sondern gerade in der heutigen Zeit wichtig ist, das Kind beim richtigen Namen zu nennen, nämlich dass es Kriegsdienstverweigerung heißt, werde ich meistens nur angestaunt oder mit "Is doch egal, Alter" bedacht.

    Vielen Dank an Frau Kiyak für ihre klaren Worte. AMOS RUWWE

    Die 68er und Pädophilie?

     betr.: "Kuscheln mit den Indianern" u. a., taz vom 22. 4. 10

    Ich kann und will es nicht glauben, was ihr da verzapft habt. Die 68er und Pädophilie, das ist totaler Unsinn. Sex mit Kindern war damals und ist heute strafbar und keineswegs akzeptiert, nicht damals, nicht heute und auch zu keiner anderen Zeit. Das Einzige was damals (68) gesagt und gelebt wurde war, dass man/frau sich seiner Nacktheit vor Kindern nicht schämen musste, weil dies bis dato völlig inakzeptabel war. CHRISTIANE KAHLER

    Laden statt Internet

     betr.: "Die langsame Stadt", taz vom 20. 4. 10

    In vielerlei Hinsicht möchte ich Ihre Utopie der Entschleunigung und der Rückeroberung von städtischen Autoflächen durch Menschen teilen. Einen Aspekt empfinde ich aber als geradezu hanebüchenen Schwachsinn: Wieso sollte man "Lebensmittel übers Internet ordern"? Das ist doch quasi das Gegenteil dessen, was Sie sich vorstellen. Abgesehen davon, dass Kleingewerbe absolut essenziell wäre für meine Utopie der menschlichen, lebenswerten, lebendigen Stadt: Das Internet erfordert doch seelenlos standardisierte Waren, eine idiotische Zahl an Kleinverpackungen und irrwitzigen Versandaufwand. Stellen Sie sich das so vor, dass Sie zu Hause sitzen und warten, bis die unterschiedlichen Boten eintreffen? Da sind ja sogar fliegende Händler besser, die aus dem Verkaufsfahrzeug heraus zu festen Zeiten verkaufen. Aber eigentlich denke ich, das simple Konzept "Laden" ist dem weit überlegen.

    CHRISTOF WINDECK, Hannover