die tageszeitung von heute

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Ausgabe von: 22.01.2011
  • LESERINNENBRIEFE

    Frau Ministerin ist kein Muttervorbild

     betr.: "Macht mal, Supermädels", taz vom 21. 1. 11

    Warum sollen privilegierte Frauen/Mütter Vorbilder sein? Diese Frauen haben vor allem auch die finanziellen Mittel, Muttersein und Karriere weitgehend stressfrei miteinander zu vereinbaren. Aus meinem Umfeld und meinen Erfahrungen stellt sich die Realität der arbeitenden Mutter (Bürojob) anders dar. Warteliste bei der teuren Kindertagesstätte, bei dem geringen Einkommen stellt sich die Frage, ob sich der Aufwand lohnt, nur um dabei zu bleiben.

    Wenn Frau Ministerin, Frau Supermodel usw. nach Hause kommt, muss sie sicher nicht mehr kochen, putzen, waschen, Hausaufgaben kontrollieren und so weiter. Ich muss immer ein bisschen lächeln, wenn diese Frauen als Vorbild dargestellt werden. Sie haben so viele Erleichterungen, strahlen in die Kameras, erzählen davon, wie leicht die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist und alles nur eine Frage der Organisation.

    Für mich ist die Mutter ein Vorbild, die trotz vieler Schwierigkeiten und Entbehrungen ihre Kinder großzieht und darum kein Aufhebens macht.

    ANJA GNOTH, Calw-Speßhardt

    Das Klima mit CO2 gezinkt

     betr.: "Brisbane vor der Haustür", taz vom 15. 1. 11

    Dieser sehr richtige Kommentar entspricht ganz meinem eigenen Empfinden - und doch stolpere ich über den einen Satz: "Die Fluten von Brisbane sind keine direkte Folge des Klimawandels." Woher will der Kommentator das wissen?

    In seinem eigenen Beitrag vom 12. Januar "Das Klima im Wetter" zitiert er den Potsdamer Klimawissenschaftler Stefan Rahmstorf mit dem Satz:

    "Auch wenn für ein Einzel(wetter)ereignis der Zusammenhang (mit der globalen Erwärmung) nicht beweisbar ist, bedeutet dies nicht, dass es keinen gibt."

    Derselbe Klimatologe hat dies in anderem Zusammenhang so ausgedrückt: Durch den Klimawandel sind eine Vermehrung und eine Intensitätssteigerung von extremen Wetterereignissen hoch wahrscheinlich geworden. Dazu gibt er ein Beispiel mit gezinkten Würfen (gezinkt, um den Sechserwurf zu begünstigen): Kommt die Sechs, ist dies wahrscheinlich ein Ergebnis der Manipulation (mit der Einschränkung, dass auch ein ungezinkter Würfel gelegentlich mit der Sechs nach oben liegen bleibt).

    "Wir" haben nun das Klima mit immer mehr CO2 gezinkt (und fahren damit fort) und wollen uns bei jeder neuen Wetterkatastrophe damit beruhigen, dass sie ja auch ohne unser CO2-Dazutun hätte zustande kommen können. So suchen die Falschspieler sich ein gutes Gewissen zu machen. ULRICH ZIMMERMANN, Frankfurt am Main

    Der Balken im eigenen Auge

     betr.: "Die Kritik der CDU ist pharisäerhaft", taz vom 20. 1. 11

    Man könnte auch sagen, die Konservativen sehen den Balken in ihrem eigenen Auge nicht. Ich meine damit die unheilvolle Rolle der katholischen Kirche und damit auch konservativer Kreise während des Faschismus in Italien, Deutschland und Spanien. Die Kirchenleute und Konservativen haben es geschafft, dass den meisten Deutschen dieses dunkle Kapitel unserer Geschichte so gut wie gar nicht bekannt ist.

    Im offiziellen Geschichtsunterricht kommt die Rolle der Kirchen im Faschismus nicht vor, obwohl es sich hier um einen wesentlichen Teil der jüngeren deutschen Geschichte handelt. Als ich mir kürzlich die Dokumentation "Mit Gott und den Faschisten" von Karlheinz Deschner auf YouTube angesehen habe, war ich schockiert und dachte, dagegen ist Wikileaks Kindergarten.

    RALF BÖHM, Berlin

  • taz.de-Leserinnenkommentar der Woche

    "Grün ist nur noch eine Marke." Schöner kann man es nicht sagen! Ich hätte das gern aufs T-Shirt.

    VON USER FRAN KEY ZUR GAL IN HAMBURG: "WIR WÄHLEN EIN LEBENSGEFÜHL"