Das taz Print-Archiv

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Ausgabe von: 12.11.2008
  • Auf Kosten nächster Generationen

    betr.: "Erfolgreicher Störfall"

    Schade, dass es Parteien gibt, die im Zusammenhang mit der Atomkraft immer noch recht kurzsichtig denken und versuchen den Bürgern Angst einzujagen und mit falschen Argumenten Stimmung für die Atomenergie zu machen.

    Atomstrom ist billiger Strom auf Kosten der nächsten Generationen, müssen diese doch die Endlagerung auf Jahrzehnte bezahlen. Gerade am Beispiel des Salzbergwerks Endlager Asse II wird deutlich, wie gefährlich und wie teuer solch eine Lagerung werden kann, und die Risiken sind nicht absehbar. Auch die anhaltenden Störfälle in diesem Jahr in einem Atomenergieland wie Frankreich müssten sich doch alarmierend auf unsere Parteien und Politiker auswirken. Warum gerade Teile der CDU / CSU so für den Ausstieg aus dem Ausstieg plädieren und dieses wirklich mit allen Mitteln versuchen, ist unverständlich, steht doch die Mehrheit der Bevölkerung gegen die Atomenergie. Atomenergie kann man abschaffen und die Parteien und Politiker 2009 abwählen! Ich wünsche mir, dass die Proteste noch stärker werden, und sage: Atomkraft, NEIN DANKE!

    VOLKER UHLENBROCK, Ückeritz

  • Mit Fakten stören

    betr.: "Der längste Windpark der Welt", taz zwei vom 7. 11. 08

    Was will der "Ökosex"-Besessene Martin Unfried mit zusätzlichen 1.500 MW installierter Windleistung an der Autobahn? Weiß der Herr, dass 1.500 MW installierte Leistung ein Fliegenschiss für die Stromversorgung sind, weil die Auslastung der Anlagen bei nur ca. mickrigen 14 Prozent im Jahr im Binnenland liegt und nicht die installierte Leistung, sondern die völlig unregelmäßige windabhängige Arbeitsleistung ins Netz eingespeist wird? In Deutschland sind bereits 23.000 MW Windkraftleistung installiert, das entspricht in etwas der Leistung aller Atomkraftwerke der Republik. Wurde bisher ein Wärmekraftwerk für die installierte Windkraft abgeschaltet? Nein, aber es werden zusätzliche Regelkraftwerke (überwiegend Gas) und neue Hochspannungsleitungen fällig, um das Stromnetz zu stabilisieren, wenn der Windwahn weitergeht. Entschuldigung, dass ich den Wahn mit Fakten gestört habe. MANFRED KNAKE, Holtgast

    Die Redaktion behält sich Abdruck und Kürzen von LeserInnenbriefen vor. Die veröffentlichten Briefe geben nicht unbedingt die Meinung der taz wieder.
  • Proteste kommen zur rechten Zeit

    betr.: "Erfolgreicher Störfall", taz vom 10. 11. 08

    Die Castor-Proteste kommen genau zur rechten Zeit. Schließlich durchkreuzen sie die PR-Strategie der Atomwirtschaft, die gerade dabei ist, mit dem Klimawandel für ihre "saubere" Energiegewinnung großflächig zu werben. Aufgefordert bleibt vor allem die Politik, die richtigen Weichen zu stellen und nicht wie einige CDU-Politiker dem Drängen der "Lobbyisten für eine schlechte Sache" auf den Leim zu gehen. Länder wie Dänemark beweisen, dass eine Volkswirtschaft ohne eigene Atomkraftwerke nicht untergeht, sondern clever wachsen kann! RASMUS PH. HELT, Hamburg

  • Seltsam

    betr.: "16.000 Menschen gegen den Castor", taz vom 10. 11. 08

    Meiner Meinung nach hat das wirklich keinen Sinn. Wie oft wurde bereits in der Vergangenheit gegen den Castor demonstriert, wurden Gleise besetzt oder andere Spielereien versucht, um den Castor-Transport zu stoppen? Hat es was gebracht? Nein! Die Castoren fahren immer noch lustig durch ganz Deutschland.

    Man sollte lieber gegen weitaus Wichtigeres demonstrieren, zum Beispiel gegen die ins Unermessliche steigenden Energiekosten wie Benzin, Gas und Strom. Doch das scheint heute niemanden wirklich zu interessieren. Seltsam!

    CHRISTIAN NESTROWITZ, 18 Jahre, Witten

  • Verantwortungslose Modellpolitik

    betr.: "Steuer frei für Klimakiller", taz vom 31. 10. 08

    Jetzt der Autoindustrie mit Staatsgeldern unter die Arme zu greifen, hieße, mit der verantwortungslosen Modellpolitik noch kurze Zeit weitermachen zu können, bis dann mangels Benzin doch alles zusammenbrechen muss. Die Produktionspause müsste für die großvolumigen Fahrzeuge in ein endgültiges Aus münden. Jetzt hat die Industrie noch die zweistelligen Milliarden, um die Umstellung auf das längst marktreif entwickelte Dreiliterauto auch ohne Staatsknete finanzieren zu können. ALFRED MEYER, München

  • Chicer Protest

    betr.: "Patchwork-Protestler", taz vom 11. 11. 08

    Wenn man den Artikel aufmerksam liest, dann merkt man schnell, besonders im letzten Absatz: Es geht gar nicht mehr um die Sache. Es geht halt ums Protestieren. Wir machen Protest, weil es chic ist. Ist doch völlig schnurz, wogegen. Heiligendamm, Gorleben, Asse, und wie die Plätze heißen. Unterschiedliche Protestgründe werden vermengt, und das wird auch noch als Novum des Protests an und für sich verkauft.

    Sorry, aber da kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Und die Politiker lachen sich tot. GÜNTER BRAUER, Nordstemmen