Das taz Print-Archiv

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Ausgabe von: 28.11.2008
  • Die Ehen des Propheten

    betr.: "Machtkämpfe im Harem", Artikel zu Sherry Johnes: "Aisha. Das Juwel von Medina", taz vom 17. 11. 08

    Sie schreiben darüber, "Interesse am Islam" zu zeigen und Aufmerksamkeit "auf die Schwäche des Propheten für das weibliche Geschlecht" zu richten. Wenn sich jemand ernsthaft über die Ehen des Propheten informieren würde, würde er erfahren, dass die erste Frau Muhammads 15 Jahre älter als er war und dass diese Ehe 25 Jahre dauerte. Erst nach ihrem Tod heiratete er wieder, und mit Ausnahme der Ehe mit Aisha waren alle Frauen weder jung noch jungfräulich, und alle Ehen mitsamt der Ehe mit Aisha wurden aus sozialen Gründen oder auf Geheiß Gottes geschlossen. Dass jetzt nur über Aisha ein Roman erzählt wird, zeigt deutlich, dass die Autorin nicht daran interessiert ist, der westlichen Welt die Ehefrau Aisha bekannt zu machen, wie sie zwar selbst behauptet. Sie hat sich ausschließlich dem Diktat "Sex sells" unterworfen, und dadurch hofft sie auf hohe Verkaufszahlen und Popularität.

    Auch passt das Bild einer Bauchtänzerin nicht zum Artikel. Der Islam hat ja unsittliches Verhalten ausdrücklich untersagt und bedeckende Kleidung sowohl für einen muslimischen Mann als auch für die Frau vorgeschrieben. Daran haben sich der Prophet Muhammad und seine Ehefrauen gehalten. Ihre Bebilderung ist eine Verzerrung der historischen Fakten. SHAGUFTA AHMED, Nauheim

    Die Redaktion behält sich Abdruck und Kürzen von LeserInnenbriefen vor. Die veröffentlichten Briefe geben nicht unbedingt die Meinung der taz wieder.
  • Sind die Daten wirklich sicher?

    betr.: "Patientendaten bald auch online", taz vom 24. 11. 08

    Die taz berichtet zu Recht kritisch über die Projekte der Software-Giganten Microsoft und Google, PatientInnen dazu zu animieren, ihre Gesundheitsdaten auf ihnen angebotenen Datenservern zu lagern und stellt dies der vergleichsweise sicheren elektronischen Gesundheitskarte gegenüber.

    Auch wenn diese für Deutschland geplante eCard durch das Engagement von Datenschützern vergleichsweise sicherer gemacht wurde, ist die Brisanz der eCard doch keinesfalls zu unterschätzen: Die Daten sollen ja nicht auf der eCard gespeichert werden, sondern auf einem riesigen, dann die Gesundheitsdaten der gesamten Bevölkerung erfassenden Server. Die Karte autorisiert nur den Zugriff auf diesen Server. Mal von der Machbarkeit abgesehen, wenn die Abfrage auf dem Server für jedes in einer Arztpraxis verordnete Medikament ein bis zwei Minuten dauert - oder wenn 80-Jährige eine sechsstellige PIN im Kopf behalten müssen -, sollte uns nicht der Datenskandal des an der eCard beteiligten Telecom-Konzerns nachdenklich werden lassen?

    Sind wir wirklich so naiv zu glauben, der Server sei vor Missbrauch sicher, nachdem es Hackern gelungen ist, sich auch in die Pentagon-Rechner einzuloggen? Haben wir nicht von Toll-Collect gelernt, wie viel die Versicherungen der Verantwortlichen wert sind, dass die Daten nur für ganz umschriebene Zwecke gebraucht werden? GÜNTHER EGIDI, Bremen

  • Zwischen Partei und Wirtschaft

    betr.: "Clement schließt SPD aus", taz vom 26. 11. 08

    Meinungsfreiheit und Ehrlichkeit darf in der Politik nicht bestraft werden wie im Fall des Herrn Clement. Als Lobbyist im Vorstand von RWE und Adecco vertritt man eben die eigenen Interessen und steht auch kritisch der eigenen Partei zum Wohle der zu vertretenden Firmen gegenüber! Schließlich war dieser endlich mal ehrlich bei den Aussagen, die er zur Hessenwahl traf. Mich als Bürger interessiert vielmehr, wie Herr Clement an die Posten bei RWE und Adecco gekommen ist und ob sein politisches Handeln in seiner politischen Amtszeit als Superminister ihm auf diese Posten geholfen hat? Das wiederum wirft die Frage der Verstrickung zwischen Parteien und deren Spitzenpolitikern und der Wirtschaft auf.

    Die Art und Weise des Austritts des Herrn Clement stellt eine Ohrfeige für die SPD dar und sollte Anlass genug sein, der Verflechtung zwischen Politikern und Wirtschaft ein Ende zu machen!

    VOLKER UHLENBROCK, Ückeritz

  • Mehrwertsteuer ist zu hoch

    betr.: "Auch hierzulande sollte die Mehrwertsteuer gesenkt werden", taz vom 25. 11. 08

    Die Regierung möchte gerne Investitionen in Dämmung von Häusern, neuen Heizungen etc. fördern und stellt auch dafür zinsgünstige Darlehen zur Verfügung. Angedacht ist hierdurch eine Ankurbelung der heimischen Wirtschaft in Verbindung mit Energieeinsparungen. Hierbei trägt eine Mehrwertsteuer von zurzeit 19 Prozent jedoch zur erheblichen Verteuerung der Investitionen bei, so dass eine Verminderung der Verbrauchssteuer gerade auch in dieser Hinsicht vorteilhaft wäre.

    Außerdem würde eine Senkung der Mehrwertsteuer tatsächlich allen BürgerInnen zugute kommen, die bei sonstigen Steuererleichterungen leer ausgehen, wie zum Beispiel Arbeitslosen und Rentnerinnen. HELGA SCHNEIDER-LUDORFF, Oberursel