Das taz Print-Archiv

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Ausgabe von: 28.01.2009
  • Hilfe, die Helfer kommen

    betr.: "Satan im Sudan", Das Schlagloch von Ilija Trojanow,

    taz vom 21. 1. 09

    Erfreulich, dass sich einmal jemand an dieses heikle Thema, über Sinn und Unsinn, von wohl meist selbsternannten " Rettern der Welt", gewagt hat, und wer könnte dies besser beschreiben als "Mister Weltensammler" Ilija Trojanow persönlich.

    Es ist schon erstaunlich, was für Koniferen, vorzugsweise aus dem Showgeschäft, sich zumeist auf dem afrikanischen Kontinent das humanitäre Mäntelchen überstülpen und vielleicht wünschen, dass ihnen über Nacht ein Heiligenschein wächst. Der Tatsache entspricht es, dass die Fahrzeugflotte von vielerlei Hilfsorganisationen weiß, neu ist und der Gedanke an eine Abwrackprämie in Afrika wohl nur ein unverständliches Kopfschütteln hervorrufen würde. Wer nicht gerade dem stress- und zeitgeplagten Leiter einer Pauschalreisegruppe hinterherhetzen muss, der wird an vielen Ecken des schwarzen Kontinents über Mitarbeiter der verschiedensten Hilfsorganisationen stolpern und über den Verbleib von so manchem heimatlichen Steuer-Euro erstaunt sein. Aber trotz allem wünschen wir den zahlreichen Hilfsvereinigungen viel Glück, allen voran den westlichen Gewissensberuhigern à la Geldof, Bono und Co., wenn sie hinausziehen, um von den Showbühnen dieser Erde ihre Stimme zu erheben für eine bessere Welt. ECKHARD LIEDER, Kahla

  • Ordnung auf beiden Seiten

    betr.: "EU will Gaza helfen", taz vom 27. 1. 09

    Es ist erfreulich, dass sich die EU für eine rasche Lösung des Problems im Nahen Osten einsetzen will. Es hört sich allerdings so an, als solle ausschließlich auf palästinensischer Seite für Ordnung gesorgt werden. Ist nicht auch auf israelischer Seite eine Neuordnung hin zu einem demokratischen Rechtsstaat nötig, der Völkerrecht und Menschenrechte respektiert und Forderungen des Weltsicherheitsrates akzeptiert?

    Den Waffenschmuggel nach Gaza will man beenden, die offenen Waffenlieferungen nach Israel offenbar nicht. Dabei haben doch die bedeutend zahlreicheren und wirksameren israelischen Waffen bedeutend mehr Unheil angerichtet als die der Palästinenser. Sollten nicht die Lieferungen von Waffen und Waffenteilen in das Spannungsgebiet Naher Osten gestoppt werden?

    GEORG FRITZEN, Düren

    Die Redaktion behält sich Abdruck und Kürzen von LeserInnenbriefen vor. Die veröffentlichten Briefe geben nicht unbedingt die Meinung der taz wieder.
  • Andere waren im Widerstand

    betr.: "Zurück nach vorgestern. Der Papst rückt öffentlich immer deutlicher nach rechts, wie die Begnadigung eines Holocaust-Leugners zeigt", taz zwei vom 27. 1. 09

    Vergessen wir bitte nicht, dass Herr Benediktus eigentlich Joseph Ratzinger heißt und deutscher Bürger ist. Er hat auch als Jugendlicher für den NS-Staat bzw. für Deutschland als Flakhelfer seinen Dienst getan. Andere wie Sophie Scholl und Freunde waren im Widerstand.

    Ansonsten leitete er ein Vierteljahrhundert die Glaubenskongregation, die die Nachfolgeorganisation der Inquisition war. Wer nicht weiß, was die Inquisition war, bitte im Duden oder Google gucken. Dass Herr Ratzinger jetzt die Exkommunizierung von Bischof Williamson aufgehoben hat, ist nicht verwunderlich. Da ist wieder Wikipedia oder Google gefragt: einfach Vatikan und Rattenlinie eingeben und dann werden wir erfahren, wer den Nazi-Massenmördern bei der Flucht nach Südamerika nach 1945 maßgeblich geholfen hat.

    TITO VILLANUEVA, Hamburg

  • Mehr Schnee, bessere Stimmung

    betr.: "Lieber Schnee", taz-Wahrheit vom 26. 1. 09

    Blödbommel ihr - von wegen Wahrheit, ihr wisst ja nicht, was richtig ist: Schnee schmilzt gefälligst im April, jawoll, und nicht eher. Und das ist auch gut so. Denn schließlich gilt: Schnee ist weiß - und somit hell und also gut für die Stimmung. Mehr Schnee - bessere Stimmung. Außerdem ist bei Schnee alles viel ruhiger: die Autos fahren langsamer, die Leute gehen langsamer, alles viel gelassener. Mehr Schnee, weniger Stress, weniger Aggression. Es gilt also: Make snow, not war. Gut, dass die Emirate da jetzt auch etwas abbekommen, fehlen nur noch zwei Meter Schnee in Iran, Irak, Pakistan, Afganistan, Israel und Palästina. Da rollen keine Panzer mehr. Aber die Emirates sind ein Anfang. Schaut euch Kanada an, ihr Wahrheiter, die hatten ewig keinen Krieg - und viel Schnee, und der schmilzt, wie es sich gehört, im April. Aber vielleicht gibt die Klimaveränderung der Welt ja eine Chance. PETER STENDER, Hamburg

  • Sage und schreibe acht Fälle

    betr.: "Ein heikler Entführungsfall", taz zwei vom 26. 1. 09

    Wenn das deutsche Auswärtige Amt von nur acht derartigen bekannten Fällen spricht, dann ist anzumerken, dass man vor dem Hintergrund der zu überwindenden Hürden, der unsäglichen Widerstände, der Ignoranz in der deutschen Beamtenbürokratie richtigerweise von sage und schreibe acht Fällen sprechen müsste. Denn für einen normalen unbetroffenen Bürger ist es unvorstellbar, welche Energie man aufzuwenden bereit sein, welchen Leidensdruck man ertragen muss, um mit seinem persönlichen "Einzelfall" überhaupt an eine derart hohe Stelle der deutschen Bürokratie vorzudringen.

    ROGER LEBIEN, Aachen

  • Der eisigste Ort

    betr.: "Die Glocke der Verirrten", taz-Wahrheit vom 26. 1. 09

    Danke für diesen netten Artikel über einen der schönsten Flecken Deutschlands. Uns hat es letztes Jahr zum zweiten Mal in die Eifel verschlagen und dabei nach Kalterherberg! Das kennt man wohl sonst nur als einen der eisigsten Orte im NRW-Fernsehwetter. Da bleibt es natürlich nicht aus, auch nach Belgien ins Hohe Venn zu fahren und mit den Kindern die berühmte Treckertour durch die Eifel zu machen … einfach herrlich. Auf dem Rückweg nehmen Sie dann noch Monschauer Senfpralinen mit, o. k., kein Geheimtipp mehr, aber wirklich zu empfehlen. FRANK ROLF, Hamm