Das taz Print-Archiv

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Ausgabe von: 03.02.2009
  • Der beste Freund des Menschen

    betr.: "Liebe macht Mist"

    Es gibt eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, das die Deutsche Industrie finanziert. In dem Forschungsbericht heißt es: "Wenn wir annehmen, alle Haustiere würden abgeschafft, dann stiegen die Arztbesuche in Deutschland um 2,56 Prozent." So schreibt Heady, einer der Autoren. "Dies würde Mehrausgaben für das Gesundheitswesen in Höhe von 5,6 Milliarden Euro bedeuten", also jährlich. Wenn Sie etwas über Öko- und Sozialbilanz schreiben, müsste doch auch so etwas berücksichtigt werden.

    Das andere ist, ich finde die andauernden Stänkereien gegenüber Hundebesitzern nur noch öde. Sie haben inzwischen nur noch den Status von Vorurteilen, denen Sie offensichtlich auch anhängen, obwohl die Wirklichkeit sich doch inzwischen anders weiterentwickelt hat. Aus der Studie von Ohr/Zeddies, die Ihnen doch auch vorgelegen hat, haben Sie das Wichtigste verschwiegen. Es heißt da auf der ersten Seite: "Deutschlands Hundehaltung bewirkt einen jährlichen Umsatz von ca. fünf Milliarden Euro … Mit der Hundehaltung sind 100.000 Arbeitsplätze verbunden … Der Staat verdient an der Hundehaltung … Die Hundesteuereinnahmen sind deutlich höher als die staatlichen Ausgaben für die Hundehaltung … Hundehaltung verbessert die Gesundheit und verbessert die gesamtwirtschaftlichen Gesundheitskosten um mehr als zwei Milliarden Euro.

    Die Hunde erbringen als Polizei-Rettungs- und Blinden- und Therapiehunde ökonomische Leistungen für die Gesellschaft, wie andere Arbeitnehmer auch. MAREN HAGER, Berlin

  • Probleme bei der Tierhaltung

    betr.: "Liebe macht Mist", taz-Magazin vom 31. 1. 09

    Die Haltung von Fischen und Vögeln kann, vor allem für das Tier, durchaus problematisch sein. Gerade bei der Fischhaltung kommt es immer wieder zu vielen Todesfällen, was daran liegt, dass diese nicht so einfach ist, wie "Mann" sich das zunächst vorstellt, und zumeist zu viele Fische in ein Aquarium gesteckt werden. Es gibt zu wenig Rückzugsmöglichkeiten für die Tiere, man will ja schließlich etwas sehen … Auch Fische sind intelligent und fühlen Schmerzen, sie können sogar Symbole erkennen, wie Forscher herausfanden. Vögel möchten fliegen und nicht allein gehalten werden. Die meisten Ziervögel sind Schwarmvögel! Ein Mensch ist kein Ersatz für einen Artgenossen. Diese Dinge sind leider sehr vielen Tierhaltern nicht bekannt, ebenso wie die Tatsache, dass auch Kaninchen und Meerschweinchen unbedingt Partner brauchen, viel Platz, individuelle Rückzugsmöglichkeiten und veränderbares Material, um ihrem Sozial- und Erkundungsverhalten gerecht zu werden!

    Tiere sind keine Stofftiere, sie sind Persönlichkeiten, die fühlen, Freundschaften schließen, spielen, Angst und Trauer empfinden.Wir sollten endlich unseren Mitlebewesen den Respekt zukommen lassen, der auch ihnen gebührt.

    ELISABETH PETRAS, Initiative Schule und Tierschutz, Hamburg

  • Freiwilliger Verzicht Einzelner

    betr.: "Aufessen oder streicheln?"

    Die Frage, ob wir uns vegetarisch oder gar vegan ernähren möchten, können alle die positiv beantworten (und dürfen es von mir aus auch gerne), die sommers wie winters stets einen vollen Kühlschrank greifbar haben. Bewohner von Wüsten-, Steppen- oder polaren Zonen gäbe es gar nicht, könnten sie sich nicht von Tieren ernähren. Die Urmenschen haben die schwierige und gefährliche Jagd nicht zum Vergnügen betrieben. Es gibt auf dieser Welt nur wenige Völker, die sich traditionell vegetarisch ernähren. Sogar am Amazonas, wo das Angebot an Früchten und Wurzeln das ganze Jahr zur Verfügung steht, gehen die Indigenen auf die Jagd. Und auch die Menschen hierzulande wären noch vor hundert Jahren nicht so gut über den Winter gekommen, hätten sie, anstatt im Herbst ein Schwein zu schlachten, sich nur von Getreide, Kartoffeln und getrockneten Früchten ernährt. Mit Religion hat das nichts zu tun.

    Unbestritten ist wohl, dass wir zu viel und zu gedankenlos Fleisch in uns hineinstopfen. Und dass Methan aus Rindermägen einen erheblichen Beitrag zur Klimakatastrophe leistet. Dennoch kann der völlige Verzicht auf Fleisch auf unabsehbare Zeit nur der freiwillige Verzicht Einzelner sein, denen es gut geht.

    CHRISTIANE RATTINGER, Offenburg

  • Zufrieden durchs Leben

    betr.: "Aufessen oder streicheln?"

    Mitte der 80er wurde ich aus rein ethisch-moralischen Beweggründen Lacto-Ovo-Vegetarierin; jedoch immer mit einem unbehaglichen Gefühl … ja aber … Nun ernähre ich mich seit fast vier Jahren rein pflanzlich. Dabei vermeide ich möglichst den Ausdruck: Veganerin, der hat leider einen sehr schlechten "Touch". Die Gründe sind die gleichen geblieben. Meine Blutwerte sind optimal und vor allem die oft bemängelten "B12"-Werte lassen mich zufrieden durchs Leben gehen. ROSWITHA FOLKERS-WEIN, Schortens

    Die Redaktion behält sich Abdruck und Kürzen von LeserInnenbriefen vor. Die veröffentlichten Briefe geben nicht unbedingt die Meinung der taz wieder.
  • Gewinn auf vielen Ebenen

    betr.: "Aufessen oder streicheln?", taz-Magazin vom 31. 1. 09

    Dieser moderne Lebensstil hat sehr wenig mit "persönlichem Verzicht", sondern viel mehr mit einem Gewinn auf vielen Ebenen zu tun. Neben dem guten Gefühl, an dem Einsperren und Töten von empfindungsfähigen Lebewesen durch seine Kaufentscheidung nicht beteiligt zu sein, gewinnt man kulinarische Genüsse, von denen man vorher gar nicht wusste, dass es sie gibt: Oder wer könnte z. B. "Polentaschnitten auf provençalische Art" widerstehen?

    THOMAS SCHÖNBERGER, Vegetarierbund Deutschland e. V.

  • Kack-Maschine Mensch

    betr.: "Liebe macht Mist"

    Und was ist mit der Kack-Maschine Mensch? Davon gibt's immerhin sechs Milliarden. Wie viel Tonnen pro Tag mögen das wohl sein?

    ALBERT CEBULLA, München