Das taz Print-Archiv

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Ausgabe von: 04.06.2010
  • LESERINNENBRIEFE

    Kein Vertrauen in Vattenfall

     betr.: "Thüringer Strombrücke nicht zu verhindern", taz v. 25. 5. 10

    Die Angst vor und der Widerstand gegen die 155 Kilometer lange Hochspannungstrasse hat viele Ursachen. Eine davon ist das arrogante Verhalten des für die Planung verantwortlichen Unternehmens "50 Hertz", einer Tochter des Energiekonzerns Vattenfall. So wurden Grundstückseigentümer, auf deren Boden Strommasten errichtet werden sollen, unter Druck gesetzt und ihnen schon mal mit Enteignung gedroht, um die notwendigen Unterschriften für den Trassenbau zu sichern. Inzwischen musste sich der Geschäftsführer Wolfgang Neldner öffentlich für dafür entschuldigen und hat rechtliche Konsequenzen versprochen. Am Verlauf der Hochspannungsleitung gibt es ebenfalls einiges zu bemängeln: Auf der Ausgleichsfläche für die Autobahn durch den Thüringer Wald wurden Bäume angepflanzt, die gleichzeitig eine Funktion als Lärmschutz übernehmen sollten. Jetzt, da die Bäume langsam diese Schutzfunktion übernehmen können, sollen diese teilweise wieder entfernt werden, weil Vattenfall diese Flächen in den Verlauf der Überlandleitung einbezogen hat. Kein Wunder also, dass man im Thüringer Wald dem Stromkonzern nicht über den Weg traut. MICHAEL SCHROPP, Kempten

    Was weg ist, ist weg

     betr.: "Da geht noch mehr", taz vom 1. 6. 10

    Die unerträglich lange Zeit immer wieder hervorgezerrte und malträtierte "beleidigte Leberwurst" hat ihr Pendant gefunden: den "beleidigten Leberhorst". Es sei denn, der mangelnde Respekt war gar nicht der Grund für den Rücktritt, sondern der unaufhaltsame Siegeszug einer 19-jährigen Frau aus Hannover, die sicher auch vor dem höchsten Amt nicht haltmachen würde, würde sie vom Volk direkt gewählt werden können. Übrigens schlägt Frau Kraft aus NRW sicherlich Jürgen Rüttgers als Nachfolger Köhlers vor. Würde ich auch so machen. Was weg ist, ist weg. KRISTEN SASSMANNSHAUSEN, Recke

    Zurückhaltendes Vorgehen

     betr.: "Ein Land vor dem Blackout", taz vom 29./30. 5. 10

    Vielleicht hätte es dem Autor gut getan, auch mal die Daten vom Medienobservatorium Venezuela anzuschauen. Zufall oder Unwissen, dass er ganz vergessen hat zu erwähnen, dass RCTV den Putsch gegen Chávez 2002 mitorganisiert hat? Ist da das angebliche "Vorgehen gegen die Medien" nicht eher zurückhaltend, wenn sogar noch fünf Jahre gewartet wird, bis die Lizenz ausläuft und nicht einmal jemand dafür inhaftiert wurde? DARIO AZZELLINI, Berlin

    Supermarktartig Bands abgreifen

     betr.: "Mit dem Regen leben lernen", taz vom 29./30. 5. 10

    Als leidenschaftlicher Konzertgänger empfinde ich die zunehmende Zahl von Festivals nicht als begrüßenswert. Den praktischen Gedanken, bei einem Festival supermarktartig Bands abgreifen zu können, teile ich nicht. Shows in kleineren Clubs sind viel intensiver und viel länger als bei Festivals. Tatsächlich zerstören gerade die großen Festivals die Konzertkultur. Für viele Bands bringt es nichts mehr, sich auf wochenlange Tour zu begeben, wenn man ebensogut 3 bis 5 große Festivals spielen kann und damit genauso viel verdient. Für den Fan ist das mit großen Nachteilen verbunden, weil man bei den Festivalpreisen eben auch all die Bands mitbezahlt, die man überhaupt nicht sehen will. Ein Lob an all die Bands, die sich trotzdem noch wochenlang Abend für Abend den Allerwertesten aufreißen, um in mäßig gefüllten Clubs zu spielen. TOBIAS ZEHE, Magdeburg