Das taz Print-Archiv

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Ausgabe von: 14.07.2011
  • LESERINNENBRIEFE

    Der Markt regelt alles

     betr.: "Schöne Aussichten", taz vom 11. 7. 11

    Schöne Aussichten für Wirtschaftsfunktionäre aus den Industrieländern und für ein paar korrupte Politiker, denen viel Geld zugeschoben wird, damit sie ihr Land dem "freien Markt" zur Verfügung stellen. Schlechte Aussichten für die afrikanische Bevölkerungsmehrheit, die im Rahmen der Globalisierung, der Liberalisierung, Deregulierung und Privatisierung der Wirtschaft besonders seit Gründung der WTO 1994, aber auch schon davor, weiter verarmt. So haben Millionen von Menschen ihre Einkommensgrundlage in Landwirtschaft, Dienstleistung und Handwerk durch Privatisierung und Konkurrenz ausländischer Großunternehmen verloren. Diese Armut wird durch steigende Nahrungsmittelpreise und Wertverfall afrikanischer Währungen weiter verschärft. Der Markt regelt inzwischen alles. Politiker haben hier nichts mehr zu sagen. Deshalb reist Frau Merkel auch mit einer Wirtschaftsdelegation. Diese soll den wachsenden Ex- und Import der deutschen Wirtschaft neben der chinesischen und amerikanischen sichern und vergrößern zum Nutzen der Industrieländer. Weltweite Monopole haben hier das Sagen und die Entscheidungsbefugnis - das spottet jedem Anspruch demokratischer Kontrolle. So weit wie heute lagen Reichtum der reichen Länder und Armut in den armen Ländern noch nie auseinander. Öffentliche Gelder, die zur Armutsbekämpfung vorgesehen sind, werden inzwischen ausschließlich zur Stärkung der deutschen Wirtschaft eingesetzt. CHRISTIANE HOPFER, Freinsheim

    Klicken lässt handeln

     betr.: "Klicken als Ersatzhandlung" , taz vom 12. 7. 11

    Unglaublich: Ein Mausklick bringt die Demokratie in Gefahr! Denn selbst wer Facebook meidet und nur seriösen Petitionsaufrufen online folgt, begeht Samuel Salzborns Argumentation nach keine demokratisch nützliche Handlung.

    Ich bin beeindruckt, wie tief er sich in die Seele der online an Politik partizipierenden Klicker - also auch in meine - hineinversetzen kann! Ich fühle mich geradezu auf meiner Politikfaulheitscouch (die ein Schreibtischstuhl ist) analysiert, endlich verstanden! Meine Klicks bei den Petitionen von Campact, Umweltinstitut München & Co sind also keine aktive, engagierte politische Meinungsäußerung. Meine Klicks "verstärken im Gegenteil Frustrationen und die Apathie der BürgerInnen gegenüber ihren demokratischen Institutionen". Mensch, gut dass Salzborn mir das gesagt hat, sonst hätte ich mich versehentlich noch darüber gefreut, dass das Europaparlament kürzlich mit großer Mehrheit für bessere Möglichkeiten der Mitgliedsstaaten gestimmt hat, den Anbau von genmanipulierten Pflanzen auf ihrem Hoheitsgebiet zu verbieten. Und dass der Umweltausschuss sich anschließend für den "super support from Germany" bedankt hat - unter anderem von über 66.000 Onlineklickern bei Campact … SABINE LIPAN, Bielefeld

    Onlineartikel bewirkt nichts

     betr.: "Klicken als Ersatzhandlung", taz vom 12. 7. 11

    Herr Salzborn hat natürlich recht. Wenn man keine Ahnung hat, es blöd anstellt oder nicht genug Aufwand reinsteckt, dann bleiben auch online die meisten politischen Handlungen folgenlos. So ist sein Artikel zwar online zu lesen, aber bewirken wird er nichts.

    ANTON FLÜGGE, London

    Hundekot statt Waffen

     betr.: "Gassi gehen mit dem MG", taz zwei vom 12. 7. 11

    Das Geschreibsel zeigt, dass K.-P. Klingelschmitt nichts mehr einfällt außer Plattheiten im Stil der Bild-Zeitung und altersstarrsinnigen Allmachtsfantasien. Ein schöner Linker, der über Hundekot schreibt, während die BRD Waffen an Saudi-Arabien liefert. Das hat mit der Qualität der taz nichts zu tun. M. SCHÄFER, Düsseldorf

  • FANPOST

    Zwei Seiten für Vorurteile

     betr.: "Danke, Dresden" u. a. WM-taz vom 12. 7. 2011

    Das Dresdner Publikum ist doof und alles aus den USA auch - so fasse ich die Berichterstattung über ein nicht sonderlich gutes, aber spannendes Viertelfinale zusammen. Zwei taz-Seiten für Vorurteile … bisschen viel, oder? RITA A. HERRMANN, HANNOVER

    Der Weizen wogt nicht mehr

     betr.: "Simply the Best" u. a., WM-taz vom 6. 7. 2011

    Zur Bildunterschrift bei Célia Okoyino da Mdabi "… wogt wie ein hessisches Kornfeld im August": Das müssen Kindheitserinnerungen des Autors sein. Aber der kurzhalmige, hagelresistente Weizen von heute wogt überhaupt nicht mehr und ruckt bei starkem Wind in kurzen, abgehackten Bewegungen. MICHAEL HAHN, FÜRSTENBERG

    Den Türken in die Wüste

     betr.: Kolumne "Trikottausch, WM-taz und WM-taz-online

    So ein blöder Typ wie der Türke Deniz Yücel, hat uns hier in Deutschland gerade noch gefehlt! Ein guter Rat an die Redaktion der Tageszeitung ist von mir wenn Ihr Eure Stammleser nicht verlieren wollt, dann schickt den Herrn Redakteur Deniz Yücel ganz fix in die Wüste. HEIKO HUNDRACK, HAMBURG