Das taz Print-Archiv

Hier können Sie in alten taz-Ausgaben blättern:

 

  • 02.07.2009

IRANISCHE POLIZEI NENNT ERSTMALS ZAHLEN

Mehr als 20 Tote und 1.000 Verhaftete

TEHERAN | Bei den Protesten im Iran sind seit der umstrittenen Präsidentschaftswahl 20 Demonstranten getötet worden, so Polizeichef Ismail Ahmadi Moghaddam. Bislang war von 17 Toten die Rede. 1.032 Demonstranten seien festgenommen worden. Die Mehrheit sei inzwischen wieder auf freiem Fuß, die anderen müssten sich vor öffentlichen Gerichten und Revolutionstribunalen verantworten.

Menschenrechtsorganisationen wie die Iranische Liga für Menschenrechte gehen von weitaus mehr Festnahmen aus. Erneut widersprach Polizeichef Moghaddam Angaben, der Tod von Neda Agha-Soltan habe etwas mit den Protesten zu tun gehabt. Der Mord an der jungen Frau sei geplant gewesen, um das Ansehen des Iran im Ausland zu beflecken.

Der iranische Generalstabschef hat Großbritannien, Frankreich und Deutschland vorgeworfen, die islamische Nation beleidigt zu haben. "Das EU-Trio hat sich auf lächerliche Weise in die Präsidentschaftswahlen eingemischt", zitierte die Nachrichtenagentur Fars General Hassan Firusabadi. (ap, afp, dpa)

Dieser Artikel ...

ist mir was wert!