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  • 15.04.2010

Mehr sexuelle Gewalt

OSTKONGO Neue Studie: Frauen erleiden sexuelle Kriegsverbrechen immer häufiger zu Hause

BERLIN taz | Die massive sexuelle Gewalt gegen Frauen im Osten der Demokratischen Republik Kongo erleben die Opfer entgegen landläufigen Erkenntnissen größtenteils in den eigenen vier Wänden. Dies geht aus einer neuen Studie des Hilfswerks Oxfam hervor. Demnach wurden 56 Prozent der Befragten zu Hause vergewaltigt, 16 Prozent bei der Feldarbeit und 15 Prozent bei der Suche nach Feuerholz. Die Studie wertet 4.311 Opferangaben aus, die vergewaltigte Frauen zwischen 2004 und 2008 bei der Ankunft im Panzi-Krankenhaus in der Stadt Bukavu gemacht haben. Dort befindet sich eines der größten Zentren zur Behandlung von Opfern sexueller Kriegsverbrechen im Kongo.

Die zunehmende Zahl sexueller Übergriffe zu Hause geht demnach damit einher, dass Vergewaltigungen durch Zivilisten stark zugenommen haben, die durch bewaffnete Kämpfer jedoch rückläufig sind. "Diese Erkenntnisse weisen auf eine Normalisierung von Vergewaltigung innerhalb der Zivilbevölkerung hin, was auf einen Zerfall aller konstruktiven Sozialmechanismen hindeutet", so Oxfam. D.J.

www.oxfam.de/publikationen/Kongo-Now-the-world-is-without-me

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