Wie erinnert man in Deutschland "richtig" an die nationalsozialistische Vergangenheit und die Shoa? Stolpersteine, Einrichtung von Gedenkstätten an den Orten ehemaliger Konzentrationslager, Mahnmale oder offizielle Ansprachen an prominenten Jahrestagen? Allesamt Thema hitziger gesellschaftlicher Debatten. Denn verschiedene Formen der Erinnerung dienen verschiedenen Zwecken. Gedenken sie den Ermordeten oder wehren sie die Schuld ab? Wer in jedem Fall zum Schweigen verurteilt ist, sind die durch die nationalsozialistische Vernichtungspolitik Ermordeten.
Mit diesen Fragen beschäftigt sich diesen Monat die "DIEnstagsDOKU" am Beispiel zweier Filme. "KZ", der diesen Dienstag gezeigt wird, ist ein Porträt Mauthausens. Regisseur Rex Bloomstein zeigt die heutige Gedenkstätte darin ihn, als Ort voller Widersprüche.
Zwei Wochen später, am Jahrestag der Befreiung von Auschwitz durch die Rote Armee, ist der Film "Wir müssen das erzählen!" zu sehen, in dem die Brüder Daniel und Pascal Cling in Gesprächen mit ihrem Vater Maurice, dessen Bruder und Eltern in Auschwitz ermordet wurden, die Erinnerung an die Shoa in der Familie rekonstruieren. MATT
Der Historiker Christian Gerlach hat extrem gewalttätige Gesellschaften untersucht. Sein Ergebnis: Auch die Zivilbevölkerung kann Auslöser von Massengewalt sein.
