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  • 03.05.2012

Spielfreudige Schubladenflüchtlinge

DRUM'N'PUNK Lange galten La Kinky Beat als hoffnungsvoller Mestizo-Nachwuchs. Aus der Enge der entsprechenden Schublade aber haben sich die Musiker_innen aus Barcelona schnell befreit

VON KNUT HENKEL

Lange galten sie als eines der hoffnungsvollsten Kinder der wuchernden Mestizo-Szene Barcelonas. Schließlich rekrutiert sich das Personal von La Kinky Beat aus Formationen wie Jaleo Real, Trimelón und dem Umfeld von Radio Bemba, jenem so einflussreichen Kollektiv von Musikern, Künstlern und Freunden rund um Manu Chao. Allesamt Schwergewichte der Musikszene der katalonischen Metropole also, entsprechend viel Beifall aus der Community gab es im Herbst 2004 für das erste Album "Made in Barna": Ein Meilenstein des Mestizo, der Rocksteady-, Reggae- und Punk-Versatzstücke mit eingängigen Popstrukturen zusammenbringt.

Die Mestizo-Schublade aber wurde La Kinky Beat schnell zu klein. Und so kam ein Jahr später mit "RMX" ein Selbst-Remix-Album heraus, das mit Drum'n'Bass, Techno und Jungle das Klang-Spektrum schon mal ordentlich erweiterte und auch die folgenden Alben "One More time" und "Karate Beat" gehen mit Rap- und Reggaeton-Ausflügen deutliche Schritte Richtung Elektronik. Aktuell aber haben La Kinky Beat vor allem Dub und Drum'n'Bass im Herzen. Heute Abend stellen La Kinky Beat ihr aktuelles Album "Massive Underground" im Club Mestizo im Hafenklang vor.

Den Warm-up für die Barna-Underground-Größen bestreitet das Santa Macairo Orkestra. Die Franzosen verstehen sich als Nachfahren der fahrenden Musikanten, eine spielfreudige Band, die mit Trompete, Posaune, Tuba, Piano, Violine, Banjo, Klarinette, Sousaphon für jede Menge Action auf der Bühne sorgt. Der Sound der vier Brüder, die vom deutschen Reverend Krug unterstützt werden, ist geprägt von Balkan-Beats, dem Cajun Louisianas und von Ska und Reggae. Aber auch der Sound der Pariser Banlieues ist vertreten. Und in Sachen Live-Energie eilt dem Quintett ein ähnlich guter Ruf voraus wie La Kinky Beat.

 Do, 3. 5., 21.30 Uhr, Hafenklang, Große Elbstraße 84

Allesamt Schwergewichte der Musikszene der katalonischen Metropole

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