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  • 07.01.2009

Porsche hat Mehrheit bei VW

Bei Europas größtem Autobauer Volkswagen hat eine neue Ära begonnen: Mehr als drei Jahre nach dem Einstieg bei VW hat der Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche die Mehrheit an Volkswagen übernommen. Die Beteiligung an VW stieg am Montag auf 50,76 Prozent der Stammaktien, wie Porsche mitteilte. Ursprünglich hatte Porsche bereits zum Ende 2008 die 50-Prozent-Schwelle überschreiten wollen. Porsche war im Herbst 2005 bei VW eingestiegen. Dies galt damals als Überraschungscoup. Im Laufe der Zeit hatte Porsche den Anteil stetig ausgebaut und zuletzt 42,6 Prozent der VW-Anteile gehalten. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hatte angekündigt, der Sportwagenbauer wolle den Anteil 2009 auf 75 Prozent hochschrauben. Ein solcher Anteil würde grundsätzlich einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag möglich machen. Die Stuttgarter hätten dann Zugriff auf sämtliche Gewinne. Allerdings verhindert derzeit noch das VW-Gesetz eine vollständige Kontrolle von Porsche bei VW. Das umstrittene Gesetz sieht eine 20-prozentige Sperrminorität bei wichtigen Entscheidungen vor und sichert damit dem Land Niedersachsen, das knapp über 20 Prozent an VW hält, eine starke Stellung bei dem Autobauer. Die EU-Kommission geht allerdings erneut gegen das VW-Gesetz vor. Die Aufstockung des Porsche-Anteils an VW auf mehr als 50 Prozent ist daher vor allem ein symbolischer Akt. DPA

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