Das taz Print-Archiv

Hier können Sie in alten taz-Ausgaben blättern:

 

  • 19.08.2009

KOMMENTAR: MICHAEL QUASTHOFF ÜBER HEISTER-NEUMANN

Rücktritt ist längst überfällig

"Frau Ministerin Heister-Neumann ist am Jahresende noch im Amt", orakelte der Ministerpräsident im März. Schon da herrschte im "Bildungsland Niedersachsen" das schiere Chaos. Fünf Monate später könnte sich Christian Wulff tatsächlich als betriebsblinder Prophet entlarven.

Elisabeth Heister-Neumanns Rücktritt ist überfällig. Dazu brauchte man nicht einmal die Bestätigung für ihr politisch motiviertes wie illegales Mobbing gegen GEW-Chef Brandt. Die Juristin ist seit einem Jahr im Amt und hat in dieser Zeit noch mehr Porzellan zerschlagen als Vorgänger Bernd Busemann. Ihr Wirken kostete Staatssekretär Peter Uhlig (CDU) den Kopf und die schulpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Ursula Körtner, derart viele Nerven, dass sie hinwarf. Anlässe gab es genug: Das "Turbo-Abi" an Gesamtschulen, das Kaputtsparen der so genannten Vollen Halbtagsschulen und den Lehrermangel in Fächern wie Physik, Mathematik und Sprachen. Ein Missstand, dem Heister-Neumann mit geschönten Statistiken, Klassenteilungen, Pensionären, nicht fertig ausgebildeten Referendaren und pädagogisch völlig unerfahrenen Hilfstruppen entgegentrat.

Jüttner und all die Schüler, Eltern und Verbände, die zu Zehntausenden demonstrierten, haben Recht: Elisabeth Heister-Neumann ist die gestaltgewordenen Bankrotterklärung der christliberalen Schulpolitik.

Heister-Neumann hat mehr Porzellan zerschlagen als Vorgänger Bernd Busemann

Dieser Artikel ...

ist mir was wert!