Das taz Print-Archiv

Hier können Sie in alten taz-Ausgaben blättern:

 

  • 13.03.2008

heute in bremen

Wie in Grönland

Ein Hobby-Paläontologe erklärt die Bremer Welt, wie sie vor 200.000 Jahren aussah

taz: Wie sah denn Bremen zur Eiszeit aus?

Werner Liebenberg, Hobby-Paläontologe: Prägend war in der Region vor allem die Saale-Eiszeit, etwa 125.000 bis 230.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung. Es gab hier seinerzeit einen riesigen Inlandsgletscher, der bis ans Weser-Bergland heranreichte und bis zu 3.000 Meter dick war. Man muss sich das wie heute in Grönland oder der Antarktis vorstellen. Und Sibirien war damals eisfrei.

Was für Fossilien aus dieser Zeit kann man hier finden?

Im Grunde genommen das, was im ganzen Ostseeraum bis hin zum Baltikum an Gesteinen vorkam. Das Material ist dann später in die norddeutsche Tiefebene transportiert worden. Auch versteinerte Seeigel aus Feuerstein kann man hier finden, dazu eine Vielzahl von Kleinfossilien wie Muscheln und Schnecken. Im letzten Jahr hat ein Fischer in Bremen-Nord auch mal den Unterkiefer eines Mammuts gefunden, auch Knochenreste von Walen findet man gelegentlich.

Seit der Steinzeit haben hier ja auch Menschen gelebt....

...und die haben sich das Material, was durch die Gletscher hierher verschoben wurde, geschnappt und daraus ihre Steingräber gebaut. Bis zum Mittelalter hat man diese Steine dann wiederum für Hausbauten verwendet. Viele Steingräber sind dabei zerstört worden, auch die Grundmauern der Kirche in Lamstedt bestehen aus diesen Steinen.

Waren die Kirchenherren also Grabräuber?

Damals haben die das nicht so gesehen. Sie haben das verwendet, was so herumlag. Fragen: mnz

Vortrag: 19 Uhr, Marum, Uni Bremen, Raum 0180

Dieser Artikel ...

ist mir was wert!