Das taz Print-Archiv

Hier können Sie in alten taz-Ausgaben blättern:

 

  • 01.04.2008

Kein frisches Geld fürs Freiwilligenjahr

Zum "Freiwilligentag" lud Bürgermeister Böhrnsen Jugendliche ins Rathaus ein. Geld verteilte er nicht

Freudig entledigten sich zahlreiche BremerInnen beim "Tag der Freiwilligen" ihrer technischen Altlasten. "Jetzt werde ich das endlich mal los", sagten Passanten, als sie ihren ausrangierten Elektromüll bei einer Sammelstelle abgaben, die junge FÖJler am gestrigen "Tag der Freiwilligen" aufgebaut hatten.

FÖJ, ein "freiwilliges ökologisches Jahr", absolvieren derzeit etwa 40 Jugendliche im Land Bremen, zusammen mit den anderen Varianten des Dienstes, dem "sozialen" und dem "kulturellen" Jahr sind es rund 300. Auf Einladung von Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) kamen sie gestern ins Rathaus. In seiner Einladung hatte Böhrnsen angekündigt, über den "Wert" des freiwilligen sozialen Engagements zu sprechen. Und in der Tat waren die Finanzen für das "freiwillige Kulturjahr" (FSJK) ein zentrales Thema beim Gespräch mit den Jugendlichen. Während der Kultursenator vor Ostern die Zuschüsse für alle elf FSJK-Plätze in Bremen strich, beschloss der Wettmittel-Ausschuss vergangenen Freitag die Weiterfinanzierung von fünf der elf Stellen. Dienstag, bei den Jugendlichen im Rathaus versicherte Böhrnsen nun: "Es wird weitergehen im Bereich der Kultur." Er sagte jedoch vorerst nur zu, dass "mindestens die Hälfte der Plätze bestehen bleibt" - das "halbe Aus" für das FSJK mochte er also nicht zurück ziehen. "Damit kriegen wir ein freiwilliges Kulturjahr in der Stadt nicht hin", sagte dazu Andreas Rheinländer, Geschäftsführer des Sozialen Friedensdienst Bremen e. V., einem der Träger des freiwilligen sozialen Jahres in Bremen. "Das werden wir nicht nur zur Kenntnis nehmen. Da stehen weitere Gespräche, auch mit dem Bürgermeister, an", so Rheinländer.

Die auf dem Rathausplatz von den FÖJlern gesammelten Handys wollen diese zur "umweltgerechten Entsorgung" weiterleiten. Je nach Funktionstauglichkeit, so sagten sie, würden die Geräte recycelt oder weiterverwendet. "Die gehen dann nach Afrika, wo es nicht unbedingt das neueste Modell sein muss", erläuterte Annemieke Abel, FÖJlerin beim Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven. Teresa Havlicek

Dieser Artikel ...

ist mir was wert!