Das taz Print-Archiv

Hier können Sie in alten taz-Ausgaben blättern:

 

  • 28.05.2008

Hausarrest verlängert

Nobelpreisträgerin Suu Kyi darf ihre Wohnung weiter nicht verlassen, hat Birmas Militärjunta entschieden

RANGUN afp Die Militärjunta in Birma hat den Hausarrest von Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi verlängert. Die 62-Jährige dürfe ihre Wohnung in Rangun ein weiteres Jahr nicht verlassen, sagte ein Behördenvertreter gestern. Zuvor hatten rund 30 Mitglieder von Suu Kyis Partei Nationale Liga für Demokratie (NLD) versucht, einen Protestmarsch zu Suu Kyis Haus zu veranstalten. Die Polizei habe den Marsch jedoch gestoppt und 16 Teilnehmer festgenommen, sagte NLD-Sprecher Nyan Win.

Sieben Behördenvertreter informierten Suu Kyi während eines zehnminütigen Besuchs in ihrer Wohnung über die Entscheidung. In den vergangenen Wochen waren Gerüchte in den Reihen der NLD kursiert, die Sanktion gegen Suu Kyi könnte gelockert werden. In den vergangenen Jahren war der Hausarrest Ende Mai jeweils um ein Jahr verlängert worden. Birmas Militärregierung steht wegen der Strafmaßnahme gegen die Oppositionspolitikerin international in der Kritik. In den vergangenen 18 Jahren verbrachte Suu Kyi mehr als 12 Jahre in Unfreiheit. Zuletzt war sie Ende Mai 2003 bei einem Angriff auf ihren Fahrzeugkonvoi festgenommen worden.

Die NLD beging mit einer Zeremonie den 18. Jahrestag ihres Siegs bei der Parlamentswahl am 27. Mai 1990, den die Militärregierung annulliert hatte. Die NLD übte gestern auch scharfe Kritik am Verfassungsreferendum, bei dem nach offiziellen Angaben 92 Prozent der Wähler den Plänen der Militärjunta zustimmten. Die Abstimmung sei angesichts von Nötigung und Einschüchterung der Wähler durch die Behörden nicht frei und fair verlaufen, hieß es in einer Erklärung.

Dieser Artikel ...

ist mir was wert!