HAMBURG ap
Aus Angst vor Piratenüberfällen am Horn von Afrika werden die 246 Passagiere des deutschen Kreuzfahrtschiffes "Columbus" evakuiert. Wie die Reederei Hapag-Lloyd am Dienstag mitteilte, handelt es sich um eine Vorsichtsmaßnahme. Die Passagiere sollen in einem Hotel in Dubai warten, bis das 150-Meter-Schiff die Piratengewässer durchquert hat. Die "Columbus" befindet sich auf einer Weltreise. Erst vor anderthalb Wochen startete das Kreuzfahrtschiff in Genua in Italien. Hapag-Lloyd hatte schon früher mitgeteilt, die Firma werde keine Passagiere durch den Golf von Aden befördern, solange eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für dieses Gebiet bestehe. Die Reederei Hapag-Lloyd Kreuzfahrten, die zum TUI-Konzern gehört, bemühte sich nach eigenen Angaben um Geleitschutz bei der Bundesregierung, scheiterte aber damit.
Der Historiker Christian Gerlach hat extrem gewalttätige Gesellschaften untersucht. Sein Ergebnis: Auch die Zivilbevölkerung kann Auslöser von Massengewalt sein.
