Dieser Herr mit seinem flotten Haarschnitt ist einer von dem Stamme, der an das wundersame Wirken der Gitarre glaubt. Und das mit Recht. Denn wenn schon das Klampfen die Welt nicht verändert hat, die Welt bewohnbarer gemacht hat der Katechismus mit seinen sechs Saiten allemal. Dass man nicht vollends an ihr verzweifelt. Was Neil Young weiß, das kennt auch J. Mascis. Einstmals der Vorstand von Dinosaur Jr., in deren Krachen und Beben gleich zwei der wesentlichen Rockästhetiken der Neunziger eingebacken waren. Erinnert sich noch jemand an Grunge und weiß was mit Lo-Fi anzufangen? Eben. Weil Mascis in den späten Jahren der Band sowieso das meiste allein gemacht hat, gibt es auch kaum einen Bruch zu seinen Sololäufen. Schön gebaute Songs sind das weiterhin. Die alten Predigten und der Wunsch auf Erlösung. Von einem, der Gitarren sammelt.
J. Mascis solo im Café Zapata Tacheles, Oranienburgerstraße, Samstag, 27. 10., 22 Uhr
Der Historiker Christian Gerlach hat extrem gewalttätige Gesellschaften untersucht. Sein Ergebnis: Auch die Zivilbevölkerung kann Auslöser von Massengewalt sein.
