KOMMENTAR VON GORDON REPINSKI
Als Freiherr Karl Theodor zu Guttenberg vor wenigen Wochen samt Frau auf den Wagner-Festspielen erschien, haben manche einen Hauch von Obama über den Hügeln Bayreuths verspürt. Es war der Höhepunkt einer Beliebtheitskurve, die sich zuvor von Gipfel zu Gipfel schwang und auch ihn selbst verwundert haben dürfte.
Diese Zeit ist nun vorbei. Mit dem "Industriepolitischen Gesamtkonzept", das sein Ministerium ausgearbeitet hat, tritt hinter der baroness-diplomatischen Fassade des Ministers erstmals der konservative Wirtschaftspolitiker offen hervor. Den hatte zu Guttenberg bislang zu verbergen versucht.
Dieser "reale" Guttenberg bedeutet: Änderungen im Arbeitsrecht sollen Kündigungsschutz aufweichen, Leiharbeit ausweiten, Mindestlöhne zurückdrängen. Der Sozialstaat soll in Zukunft weniger über Beiträge finanziert werden, während die Spitzensteuersätze weiter purzeln. Die Folge: Kann zu Guttenberg sein Konzept umsetzen, dann wird das deutsche Sozialsystem enorme Einschnitte erleben.
An diesen Realitäten wird der Minister fortan gemessen werden - nicht mehr an sprachlicher Gewandtheit oder an seinen Maßanzügen. Dass zu Guttenberg das Papier just wieder einkassiert hat, sobald es in die Öffentlichkeit gelangt war, passt ins Bild eines Mannes, dessen Aufrichtigkeit dort endet, wo sie ihn zu viele Wähler kosten würde.
Doch hinter dem Medienphänomen Guttenberg steht eine Gesellschaft, die nach Figuren dürstet, die das Vakuum von Generationen stocksteifer und visionsarmer Politiker mit Leben füllen. Zu Guttenberg mit seiner jugendlichen Eloquenz hat sich hierfür geradezu angeboten.
Dass er kaum Inhalte geliefert hat, wurde übersehen. Welch Potenzial für das nächste politische Talent, das nicht nur reden kann, sondern vielleicht auch noch eine echte politische Idee mitbringt.
Am Münchner Hauptbahnhof gibt es eine Schule, die keine Schule ist, die kein Geld vom Land bekommt – und die mit Jugendlichen lernt, die kein Recht auf Bildung haben.von FELIX MÜLLER

... nicht mehr Hartz IV, so will es Ministerin von der Leyen. Der neue Name soll "von unten" kommen. taz.de macht schon mal ein paar Vorschläge.

Wie jetzt, mit 17 schon alles erreicht? Milliarden gemacht, Romane geschrieben und die Charts geknackt? Auf wen wir wirklich neidisch sind.

Ein Jahr Obama: Nicht nur die Weltpolitik ist seine Bühne. Jetzt gibt es tatsächlich ein Obama-Musical.

Wär doch schade, wir hätten sie nicht notiert...


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Leserkommentare (1)
17.08.2009, 19:10 | joerg.hoehne:
einen guttenberg kann m an nicht an seinen worten messen,und auch nicht an seine...