Zehn Jahre nach seinem Tod schließt ein Band mit "vorletzten Gesprächen" die Lücke in einer Trilogie mit Niklas Luhmann im O-Ton. Ein Versuch, den Soziologen zu verstehen. VON KAI SCHLIETER
Die fast naturgestzartige und allgegenwärtige "Reduktion von Komplexität" in sozialen Zusammenhängen oder Systemen ist allein eine auch praktische und orientierungsrealvante Erkenntnis alleresten Grades. Formal get es weiter: Gut ist sie, wenn alle Anschlussstellen erhalten oder sogar neu hinzukommen (Abstraktion), schlecht ist sie, wenn das Gegenteil sogar mit unwiderbringlichem Informatiosnverlust (Verstümmelung, Zerstörung, reduzierende Homogeniesierung) der Fall ist.
18.06.2009 10:29 Uhr:
von Hertha Langen:
"Meine nachlebenden Träume mit Niklas Luhmann" - wer horcht sie mir ab? Wer tipppt sie? Wer creditiert sie? Wer löscht sie?
16.06.2009 05:35 Uhr:
von jap:
past doch kommt doch der allgemeinen Beobachtungen oder auch nicht sehr nah...
15.06.2009 19:18 Uhr:
von Rolf speckner:
Der Artikel über Niklas Luhmann ist nicht nur informativ sondern ausgesprochen scharfsinnig. Luhmanns Achilles-Verse ist tatsächlich, dass er das Individuum ausblendet und jeden Versuch es ernst zu nehmen, als von einem überholten Idealismus gekennzeichnet ansieht. Wie kann aber eine Gesellschaftstheorie fruchtbar werden, die das Individuum ignoriet? Luhmann wußte nicht, wie "mittelalterlich-katholisch" er war. "Natur ist Sünde, Geist ist Teufel.", so hieß es einmal. Daraus ist geworden: "Die Sünde ist natürlich und der Geist ist eine falsche Vorstellung wie der Teufel, d.h. es gibt ihn nicht." Und in dieses hohle Horn stößt Luhmann, wenn er propagiert, man müsse das Denken beobachten, ohnen auf das Subjekt dieser Tätigkeit zu achten. Erkenntnis des Menschenwesens ist: nicht möglich. Luhmann waltete wie ein Priester einer mittelalterlichen Sekte: vom Geist darf man nicht reden - so sein Credo. Eine Gesellschaft ohne Individuen ist aber eine Affengesellschaft und die hat Luhmann beschrieben. An manchen Tagen hat man allerdings den Eindruck: sie beginnt sich zu verwirklichen: die Affengesellschaft. Rolf Speckner
Leserkommentare
18.06.2009 14:13 Uhr:
von Harald Wenk :
Die fast naturgestzartige und allgegenwärtige "Reduktion von Komplexität" in sozialen Zusammenhängen oder Systemen ist allein
eine auch praktische und orientierungsrealvante Erkenntnis alleresten Grades.
Formal get es weiter: Gut ist sie, wenn alle Anschlussstellen erhalten oder sogar neu hinzukommen (Abstraktion), schlecht ist sie, wenn das Gegenteil sogar mit unwiderbringlichem Informatiosnverlust (Verstümmelung, Zerstörung, reduzierende Homogeniesierung)
der Fall ist.
18.06.2009 10:29 Uhr:
von Hertha Langen:
"Meine nachlebenden Träume mit Niklas Luhmann" - wer horcht sie mir ab?
Wer tipppt sie?
Wer creditiert sie?
Wer löscht sie?
16.06.2009 05:35 Uhr:
von jap:
past doch kommt doch der allgemeinen Beobachtungen oder auch nicht sehr nah...
15.06.2009 19:18 Uhr:
von Rolf speckner:
Der Artikel über Niklas Luhmann ist nicht nur informativ sondern ausgesprochen scharfsinnig. Luhmanns Achilles-Verse ist tatsächlich, dass er das Individuum ausblendet und jeden Versuch es ernst zu nehmen, als von einem überholten Idealismus gekennzeichnet ansieht. Wie kann aber eine Gesellschaftstheorie fruchtbar werden, die das Individuum ignoriet? Luhmann wußte nicht, wie "mittelalterlich-katholisch" er war. "Natur ist Sünde, Geist ist Teufel.", so hieß es einmal. Daraus ist geworden: "Die Sünde ist natürlich und der Geist ist eine falsche Vorstellung wie der Teufel, d.h. es gibt ihn nicht." Und in dieses hohle Horn stößt Luhmann, wenn er propagiert, man müsse das Denken beobachten, ohnen auf das Subjekt dieser Tätigkeit zu achten. Erkenntnis des Menschenwesens ist: nicht möglich. Luhmann waltete wie ein Priester einer mittelalterlichen Sekte: vom Geist darf man nicht reden - so sein Credo.
Eine Gesellschaft ohne Individuen ist aber eine Affengesellschaft und die hat Luhmann beschrieben. An manchen Tagen hat man allerdings den Eindruck: sie beginnt sich zu verwirklichen: die Affengesellschaft.
Rolf Speckner