ARD-Polittalkerin Anne Will hat ihre Liebe zu einer Frau bekanntgegeben. Jetzt ist offiziell, was bisher viele wussten - aber nie sagen durften. Warum eigentlich nicht? VON CIGDEM AKYOL
Will und Meckel: "Ja, wir sind ein Paar." Foto: dpa
Sie hat sich geoutet. Endlich, möchte man sagen. Anne Will hat sich nach jahrelangem Schweigen zu ihrer Lebensgefährtin Miriam Meckel bekannt. Beide waren am Samstagabend zu einer Preisverleihung in Berlin erschienen. Auf die Frage, ob sie und Meckel Lebenspartnerinnen seien, antwortete Will gegenüber der Bild am Sonntag: "Ja, wir sind ein Paar." Mit diesen wenigen Worten wurde eine strikte Grenzziehung zwischen zwei Lebenswelten durchbrochen - Privates ist jetzt auch öffentlich.
In Medienkreisen ist seit Jahren bekannt, dass Anne Will und die Kommunikationswissenschaftlerin Miriam Meckel mehr verbindet als nur eine gute Frauenfreundschaft. Seit etwa fünf Jahren sind die beiden ein Paar, seitdem zeigen sie sich immer wieder gemeinsam in der Öffentlichkeit. Wenn die gebürtige Rheinländerin Will mit ihrer Freundin Karneval feiert, steht sie verkleidet in Homosexuellenkneipen. Auch den Christopher Street Day schauen sich Will und Meckel an, aus sicherer Entfernung und versteckt hinter Sonnenbrillen. Als Will kürzlich den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis bekam, saß ihre Lebensgefährtin lächelnd im Publikum.
In Lesbenforen wurde bisher bedauert, dass Will nicht den Mut hatte, sich öffentlich als Lesbe zu outen und sich nicht gegen gesellschaftlichen Vorurteile über Homosexualität engagiert. Im Gegenteil: Eine Anfrage der Organisation "Initiative Queer Nations", sich als Kuratorin zu engagieren, lehnte sie mit den Worten ab, "das sei nicht ihr Ding". Auf Meckel angesprochen, erwiderte Will: "Sie ist die Einzige aus der Politik, mit der ich befreundet bin." Ihr Motto "Politisch denken, persönlich fragen" gilt nicht für ihre eigene Person.
Dass sie nun ein Boulevardblatt als öffentliches Verlautbarungsorgan nutzt, verblüfft. Denn die taz nrw hatte bereits 2005 in einem Porträt über Miriam Meckel ihre Lebensgefährtin Will erwähnt. Als im folgenden Jahr die taz-Redakteure Susanne Lang und Jan Feddersen ein Interview mit Will führten, bestand diese darauf, dass nichts über ihre Homosexualität geschrieben wird. Ihre Sorge, öffentlich geoutet zu werden, wurde schon bei der harmlosen Frage "Frau Will, wir würden uns gern über Frauen unterhalten" deutlich. "Oh, und da bin ich Spezialistin", antwortete Will damals spitz. Sie hat nicht gelogen, sie hat sich schlicht nur nicht eindeutig geäußert - bisher. Aber warum hat sich Will jetzt geoutet?
Die ehemalige "Tagesthemen"-Moderatorin leitet seit September als Nachfolge von Sabine Christiansen die Sonntags-Talkshow "Anne Will". Beruflich ist sie erfolgreich, ihr Können wird kaum in Frage gestellt. Klar, es gibt die üblichen Kritiker - aber das gehört zum Geschäft. Vielleicht fühlt sie sich beruflich endlich so gefestigt, dass sie sich keine Sorgen mehr machen muss. Vielleicht fürchtete sie den Boulevard und wollte die Berichterstattung kontrollieren. Oder sie hatte die Geheimniskrämerei satt? Vielleicht sind die Zuschauer aber auch nur froh, dass Christiansen nicht mehr talkt, dass Will alles eingestehen kann.
Was immer sie zu dem Outing bewegt hat, für ihren Arbeitgeber scheint es unwichtig. Volker Herres, Programmdirektor Fernsehen des NDR, sagte zum Outing seiner Moderatorin: "Mit wem Anne Will ihr Leben teilt, ist ganz und gar ihre Privatsache. Uns interessiert nur, wie sie ihren Job macht."
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... nicht mehr Hartz IV, so will es Ministerin von der Leyen. Der neue Name soll "von unten" kommen. taz.de macht schon mal ein paar Vorschläge.

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Wär doch schade, wir hätten sie nicht notiert...


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Leserkommentare (64)
18.03.2008, 13:50 | Lutz:
Geile Sache!
12.01.2008, 22:54 | Dorothea H.-M.:
Ihren Kommentar hier eingeben Zählt hier eigentlich? Ihre fachliche Kompetenz o...
26.12.2007, 20:43 | Amy:
@ Simone Hutner ein prima Beitrag! Leider versuchen jetzt einige Anne Will mit ...
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