Bei der schwedischen Internetzeitung "Nyheter24" entscheidet die Zahl der Leser darüber, wie viel der Autor an einem Artikel verdient. VON REINHARD WOLFF
Die Bildserie mit Lulu Carter ist das Klickmonster bei nyheter24. Foto: screenshot nyheter24.se
STOCKHOLM taz "Unser Lohnsystem soll widerspiegeln, wie tüchtig jemand ist. Wie viele tatsächlich an dem interessiert sind, was der Mitarbeiter produziert." So verteidigt Patrik Sandberg, verantwortlicher Herausgeber der Internetzeitung Nyheter24, gegenüber der Zeitung des schwedischen Journalistenverbands, sein neues Entlohnungssystem. Das gründet einfach auf der Zahl der User, die auf die Texte der einzelnen JournalistInnen klicken.
Letztendlich entscheiden also die Leser, wie viel ein Mitarbeiter bei Nyheter24 verdient. Neben einem Grundlohn, der - was man offiziell nicht bestätigen will - bei umgerechnet etwa 1.500 Euro liegen soll, ist dieser "erfolgsabhängige" Lohnanteil für die MitarbeiterInnen als Anreiz gedacht, darüber zu berichten, "was die Leute interessiert", so Sandberg: "Das ist ein einfaches Lohnsystem und wir sind ein kommerzielles Produkt."
Das sei ja noch schlimmer als die gängigen Zeilenhonorare, kritisiert Agneta Lindblom Hulthén, Vorsitzende des Journalistenverbands: "Eine Verproletarisierung von Journalisten. Wir werden bald ein großes Problem bekommen, wenn so mit dem Respekt vor dem Journalismus umgegangen wird."
Dieses Problem sieht Patrik Sandberg nicht. Die Redaktionsleitung achte darauf, dass Artikel nicht unzulässig gewinkelt und unter falschen Rubriken verkauft würden: Das könne man sich auf Dauer nicht leisten, weil man dann unglaubwürdig werde. Und der Vorteil dieses Lohnmodells sei, dass es bei den Angestellten ein Bewusstsein dafür wecke, welch wichtiger Teil jeder von ihnen für den Erfolg des Unternehmens sei.
Nyheter24 war im Herbst vergangenen Jahres von PR-Leuten gegründet worden - mit dem Ziel, den bislang meistbesuchten schwedischen Medienseiten den Rang abzulaufen. Davon ist man allerdings weit entfernt. Die Seite wird kritisiert, weil die Mitarbeiter vor allem die Nachrichten anderer Publikationen ab- und umschreiben. Was nicht verwundern kann: Jeder von ihnen produziert täglich im Schnitt zehn bis 15 Texte.
Und welcher Artikel war es, der seinem Verfasser bislang den höchsten Klick-Bonus einbrachte, also die Interessen der BesucherInnen offenbar am Besten getroffen hat? Laut eigener Nyheter24-Klickstatistik: "Hier kannst du Lulu Carter nackt sehen" - die Meldung also, dass die Moderatorin eines Einrichtungsprogramms im schwedischen Fernsehen sich auf ihrem Blog in der Badewanne zeigt.
Am Münchner Hauptbahnhof gibt es eine Schule, die keine Schule ist, die kein Geld vom Land bekommt – und die mit Jugendlichen lernt, die kein Recht auf Bildung haben.von FELIX MÜLLER

... nicht mehr Hartz IV, so will es Ministerin von der Leyen. Der neue Name soll "von unten" kommen. taz.de macht schon mal ein paar Vorschläge.

Wie jetzt, mit 17 schon alles erreicht? Milliarden gemacht, Romane geschrieben und die Charts geknackt? Auf wen wir wirklich neidisch sind.

Ein Jahr Obama: Nicht nur die Weltpolitik ist seine Bühne. Jetzt gibt es tatsächlich ein Obama-Musical.

Wär doch schade, wir hätten sie nicht notiert...


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Leserkommentare (3)
26.03.2009, 10:31 | DerKlaus:
Na toll. Wenn man das konsequent durchzieht, kommt es über kurz oder lang zu ein...
21.03.2009, 17:07 | Muss Anonym:
Das ist ja was... ich kann mir schon vorstellen, wie die Leute dann maulen, wenn...
18.03.2009, 21:14 | Leidkultur:
Blödes System. Klar findet man manche Themen resp. die Meinung des Autoren dazu ...