Von wegen "neuer Feminismus": Chefredakteurin Lisa Ortgies verlässt "Emma" genervt nach zwei Monaten. Alice Schwarzer übernimmt wieder das Kommando - und tritt kräftig nach.

Schwarzer ekelt "Emma"-Chefin raus

KOMMENTAR VON HEIDE OESTREICH

  • 05.06.2008 23:46 Uhr:

    von Peter:

    Der Feminismus ist eine politische Bewegung, wieso um alles in der Welt sollte er nun auch noch (mit allem anderen auf der Welt) "Sexappeal" haben? Nur, weil er hauptsächlich von Frauen gemacht wird? Und was soll das bitte bedeuten, "Sexappeal"? Sollen die Feministinnen sich vielleicht für den Playboy ausziehen und gleichzeitig ihre Politik machen? Oder sollen sie "sexy" lächeln über sexistische Witze und Pornos schauen und braves Mädchen mit weitem Ausschnitt spielen?

    Ich nehme an, die meisten, die hier zu dem hetzerischen Artikel auch noch hetzerische Kommentare abgelassen haben, haben noch nie einen Blick in die EMMA geworfen, und der Feminismus und Schwarzer waren ihren bürgerlichen, tief innen drin eigentlich überaus patriarchalischen Gemütern schon immer etwas unangenehm, nicht war. Also einfach mal mitlästern auf Bild-Zeitungs Niveau. Schadet ja nix.

  • 02.06.2008 09:36 Uhr:

    von anke:

    ...und Hillary Clinton verhindert im Namen der Emanzipation der Wahlsieg der Us-Demokraten. Die Konservativen tun wenigstens so, als wären sie sich einig im Kampf gegen das Böse. Kein Wunder, dass ihnen all jene in Scharen zulaufen, die unbedingt geführt werden wollen...

  • 02.06.2008 09:02 Uhr:

    von Helge:

    Tja, vielleicht ist Alice Schwarzer ja auch nur ein Mann.

  • 01.06.2008 13:52 Uhr:

    von Maria:

    Eine unglücklich gelaufene Kündigung bei der EMMA und schon heißt es gleich Zickenkrieg, weil es sich hier bei den HauptakteurInnen um Frauen handelt?!
    Spitzen-Kommentar Otto.
    Bin ich hier wirklich bei taz.de??

  • 01.06.2008 13:51 Uhr:

    von Anette :

    Dürfen sich eigentlich Frauen nicht auch mal streiten, ohne dass sie gleich Zicken genannt werden? Wie ist das denn zum Beispiel bei der Altherren-Zeischrift Spiegel. Wenn da der Streit zwischen den Redakteuren und der Chefredaktion eskaliert, ist es dann ein Bockkrieg?

    Lisa Ortgies schmeisst nach zwei Monaten das Handtuch. Dann ist sie wirklich nicht geeignet, eine würdige Nachfolgerin von Alice Schwarzer zu sein. Vielleicht braucht es dafür ja mehr als Humor und Sexappeal. Wie wär es zum Beispiel mit Durchhaltewillen? Und dann gleich zur Presse laufen und den Zwist öffentlich machen. Das hat einfach keinen Stil! Ein Glück für die Emma, dass Lisa Ortgies geht.

  • 01.06.2008 08:31 Uhr:

    von Joachim Bovier:

    Bravo! "Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende", muss sich die zauberhafte Lisa Ortgies gesagt haben, als sie der Ober-Emanze Alice Schwarzer bei Emma die Brocken hinwarf. Ein Mindestmaß an Eigenständigkeit als Chefredakteurin zur Umsetzung neuer, anderer und zeitgemäßer Ideen, während die Kampfsuffragette der 60-er Jahre, Schwarzer, allzeit über ihr drohnte? – Das war eben nicht drin, weil Schwarzer Grundregeln des Presserechts, wie die inhaltliche Nichteinmischung des Herausgebers einfach missachtet.
    Angesichts des nur allzu oft unter Beweis gestellten Charakters Schwarzers war auch nichts anderes zu erwarten. Und so traf dann die frische Ortgies-Gegenwart in der Frauenfrage auf Schwarzers fundamental-ideologische Steinzeit. Schade für Frau Ortgies, das nicht im Voraus erkannt zu haben, bevor sie ihren TV Job beim WDR für dieses Himmelfahrtskommando aufgab. Aber: Lisa Ortgies ist und bleibt klasse und wird sicher bald andernorts Medien finden, die sie mit Kusshand aufnehmen, "Emma und Alice" - forget it forever, da will bestimmt keiner mehr hin, „Alice allein zu Haus“,das ist der Tod auf Raten. Auf Lisa Ortgies’ bereits angekündigtes Buch über dominante Chefinnen dürfen wir schon gespannt warten.

  • 31.05.2008 14:09 Uhr:

    von Anne:

    Lisa Ortgies hat völlig recht. Dogmatismus hat schon vielen Ideen, Bewegungen u.s.w., die teilweise gute Ansätze hatten unsäglich geschadet, z.B. Demokratie, Sozialismus, Kommunismus u.a. Gewalt prägt zwar tatsächlich immer noch sehr das Geschlechterverhältnis, aber es ist bei Weitem nicht das einzige wichtige Thema, noch dazu ist die Sache mitnichten so stereotyp, wie sie manche Dogmatikerinnen oft darstellen,

    z.B. sind nach meiner Einschätzung mehr als 10% nicht nur der Mädchen, sondern auch der Jungen in Deutschland häufig nicht nur Opfer der Gewalt von anderen männlichen, sondern auch von weiblichen Personen (z.B. älteren Mädchen oder der eigenen Mütter) - Gewalt im weiteren Sinn des Wortes, wie in dieser Debatte meist verstanden.

    Ich behaupte, dass ein (nicht das einzige) Motiv der Gewalt von Männern oder männl. Jugendlichen gegen Mädchen oder Frauen so etwas wie späte, unbewusste Versuche sind, "Genugtuung" oder "Kompensation" für frühere Unterdrückung zu erlangen - auch ein Teil der Gewalt anderen Männern gegenüber (bezogen auf die frühe Gewalt von Seiten des Vaters u.s.w.).

    Das wäre doch auch 'mal ein Thema, aber wohl eher für Lisa O. als für Alice S.

  • 31.05.2008 10:13 Uhr:

    von elisabeth:

    ich weis nicht ob frau schwarzer mit ihrer radikalen linie nicht auch recht hat. kürzlich erschien in der taz ein artikel über frauen in top-manager positionen. es gibt so gut wie keine ! und es geht höchst ungerecht zu, wenn mann und frau um positionen konkurieren, die mit geld und einfluss zu tun haben. die szene wird definitiv von den männern beherrscht. würde ich die argumente beider frauen in ihrem streit kennen (schade das das in dem artikel auch nicht erklärt wird), könnte ich eine präzisere meinung formulieren, aber ich denke, das eine eindeutige pro-frau einstellung in einem feministischen frauenmagazin auch angemessen ist. sicher sollten männer nicht von vorn herein als stereotypen behandelt werden, das ist natürlich auch quatsch und verbietet jede chance auf auf geschlechtergerechtigkeit bedachte männer.

    leider aber ist der artikel nur ein aufregen über alice schwarzer, und kein wirklich informativer text. so ein text kann in einem blog stehen, aber nicht in der zeitung, finde ich.

  • 31.05.2008 08:52 Uhr:

    von von Viereck:

    Ein wirklich "toller" Kommentar:

    "Schwarzer ekelt "Emma"-Chefin raus...Alice Schwarzer übernimmt wieder das Kommando - und tritt kräftig nach...gehörigen Tritt für für die kurzzeitige Emma-Chefredakteurin Lisa Ortgies...das Nachtreten...das Ruder wieder übernehmen...Kurzehe...Vor diesem Hintergrund klang etwas bedrohlich...Pathos Schwarzers...Das Image des Feminismus ist ziemlich abschreckend. Was ihm fehlt, sorry, ist Humor und Sexappeal...Philippika von Schwarzer...Radikalfeministin Schwarzer...Schwarzer selbst kam dabei bisher eine Art Unfehlbarkeitsdogma zu...Emma-Sound...diktierendes Organ ...dominanten Chefinnen..."

    Na bravo werte Frau Oestreich, haben wir es mal wieder den Feministinnen gegeben und damit dem Rückwärtstrend in Deutschland einen Bärendienst erwiesen. Weiter so...zurück ins Mittelalter und alles mit "Humor" nehmen...

  • 31.05.2008 08:45 Uhr:

    von taz-Leser:

    Die Linke hat, seit die 68er ihre Turnschuhe gegen poliertes Glattleder ausgetauscht haben, die alleinige Deutungshoheit in den sich selbst beschränkenden deutschen Medien übernommen.

    Dass das Machtmenschen herausfordert, sich dieser Macht zu bedienen, war abzusehen. Menschen, die entspannt leben wollen, sollten sich fern von solchen Leuten halten. Einfach ignorieren.

    Lisa Ortgies hat sich körperlich fortgepflanzt und wird sich so auch geistig fortpflanzen. In 100 Jahren hingegen wird keiner mehr den Namen "Alice Schwarzer" kennen. In 1000 und 10000 Jahren schon gar nicht.

  • 31.05.2008 08:20 Uhr:

    von P. Zimmermann:

    Ich finde, die verdiente Frau Schwarzer sollte als Plattform für ihren starrsinnigen "Geronto-Feminismus" in Zukunft die Emma Schwester Publikation "Tante-Emma" benutzen. Sie verhält sich ja wie ein Patriarch des ultra-orthodoxen Feminismus. Tja, wer "regiert" wie Helmut Kohl, muß ja Angela Merkel gut finden.

  • 31.05.2008 00:32 Uhr:

    von Deutsche EM-MAnnschaft:

    Da kann Mann nichts zu sagen.

  • 30.05.2008 19:50 Uhr:

    von Otto:

    Zickenkrieg bei der Emma.... Das kommt eben beim Feminismus raus.

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