Angesichts des Amoklaufes an einer deutschen Realschule werden Erinnerungen an die Rolle von Twitter bei anderen Unglücken wach. Hat der Dienst auch diesmal etwas beizutragen? VON MATTHIAS URBACH
Diesmal nicht so nah dran: Twitter-Userin. Foto: screenshot twitter.com
BERLIN taz Die Notwasserung einer Passagiermaschine im Hudson-River machte Twitter berühmt, weil dort als erstes ein Foto zu sehen war. Bei dem Anschlag von muslimischen Extremisten in Bombay, die mit Maschinengewehren durch die Stadt zogen, war auch auf Twitter einiges zu erfahren.
So durfte man neugierig sein, ob die deutsche Twitter-Gemeinde etwas Aufschlussreiches hervorbringen würde, angesichts der traurigen Meldung, dass ein Amokläufer in einer Realschule in Winnenden zehn Menschen umgebracht hat.
Und in genau dieser Hoffnung wandten sich tatsächlich einige Journalisten binnen weniger Minuten an den Kurznachrichtendienst Twitter, um mehr zu erfahren. Ein Mitarbeiter von n-tv etwa stellte gleich seine Telefonnummer rein.
Viel war allerdings eine Stunde nach der Tat auf Twitter nicht zu erfahren. Im wesentlichen bestehen die Beiträge zu den Tags „#amok“ und „#winnenden“ aus Hinweisen auf die klassischen Medienberichte. Eine Art GoogleNews.
Die Einzige am Ort, so zumindest die Bilanz eine Stunde nach der Tat, scheint die Userin „tontaube“ zu sein: Die ist aber auch nicht am Tatort, sondern lediglich am Bahnhof von Winnenden.
„Schüler in angrenzender Grundschule sind in Klassenzimmern, die von Gymnasium&Realschule sind ins Wunnebad evakuiert“, berichtet sie. Und „ganz schön unheimlich, aber solange die Polizei hier vorm Bahnhofsbüro steht, fühl ich mich einigermaßen sicher“.
Genug Angaben, um nun zum Beispiel einen dänischen und einen holländischen Journalisten neugierig zu machen. Der Holländer sendet gleich mehrere Telefonnummern an die Twitter-Gemeinde, mit der Bitte an „tontaube“ um einen Anruf. Die aber reagiert nur wenige Minuten später souverän mit dem Hinweis: „Liebe Presse: ich weiss doch auch nichts von dem Verrückten...“
Die Twitter-Gemeinde reagiert überwiegend betroffen. Auch ausländische Twitter-Freunde nehmen Anteil. Die meisten reagieren mit Nachrichten wie „Die Amok-Nachricht schlägt mir auf den Magen. Mittag verschoben“ oder so ähnlich. Andere senden den frustrierten Hinweis darauf, dass nun - kurz nach den Schüssen - schon wieder die Videospiel-Debatte losgehe.
Aber es gibt, wie überall im Leben, auch die Gelegenheit, sich kräftig vor aller Welt zu blamieren. So twittert eine Userin über den Amokläufer: „Wenn es ein Schüler ist, kann ich es gut versteh'n, bei unserem beschissenem Schulsystem.“ Zum Glück kann man seine Tweets ja wieder löschen.
... nicht mehr Hartz IV, so will es Ministerin von der Leyen. Der neue Name soll "von unten" kommen. taz.de macht schon mal ein paar Vorschläge.

Wie jetzt, mit 17 schon alles erreicht? Milliarden gemacht, Romane geschrieben und die Charts geknackt? Auf wen wir wirklich neidisch sind.

Ein Jahr Obama: Nicht nur die Weltpolitik ist seine Bühne. Jetzt gibt es tatsächlich ein Obama-Musical.

Wär doch schade, wir hätten sie nicht notiert...


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Leserkommentare (8)
12.03.2009, 14:49 | Anonym:
Nur als Anmerkung, aus "eigener Erfahrung" mit Twitter: SMS an Twitter schicken...
12.03.2009, 14:42 | Sascha Bachmann:
Wieso blamieren? Überlastete Lehrer haben keine Zeit individuell auf Schüler ein...
12.03.2009, 11:24 | Ulrich Bogun:
Große Unterstützung für den Beitrag von Anonym natürlich. Sicherlich ist es gesc...
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