Wikimedia-Geschäftsführer Pavel Richter

"Ich sehe keine Streithähne"

Wikipedias Relevanzkriterien regen auf: Diskutiert in den Blogs wird aktuell die Frage, ob die Löschung des Vereins "MOGiS" angemessen war. Ein Interview mit Wikimedia-Geschäftsführer Pavel Richter.

INTERVIEW: JULIA SEELIGER

  • 27.10.2009 00:23 Uhr:

    von Harald:

    Das Gequatsche um Relevanz ist nur die schlichte Angst, die Kontrolle zu verlieren. Selbst jedem seine Sockensammlung ist irgendwie relevant, auch in 100 Jahren. Ob die andere Menschen interessiert, spielt dabei keine Rolle, entscheidend ist, dass anscheinend die Angst vorherrscht, die Masse nicht mehr in den Griff zu bekommen. Klar wird die Wikipedia ausgenutzt - nicht nur von Extremisten - vielmehr sogar noch als Marketingplattform.

    Aber wie bei der Wikipedia verfahren wird, hat nichts mehr mit vertretbaren Einschränkungen zu tun. Da haben Leute die Kontrolle über sich selbst verloren und die Qualitätssicherung durch die Masse engagierter Nutzer wird behindert, da Autoren schlicht vor den Kopf gestoßen und demotiviert werden.

    Das ist anscheinend ein typisch deutsches Problem, wo sich nicht nur de.Wikipedia mit rumschlägt.

  • 23.10.2009 19:11 Uhr:

    von Scharlatan:

    Pavel Richter verwechselt geflissentlich "Community" mit "den Alteingesessenen". Die Deutschsprachige Wikipedia pervertiert den eigentlich Gründungsgedanken des freien Informationsflusses, zugunsten der parteilichen Ansichten einiger weniger "Superuser" die dort seid Jahren das sagen haben und erschreckend oft in den Metadiskussionen ein und dergleicher Meinung sind, und auch nicht zögern, Netiquette-verstösse selektiv zu ahnden, je nachdem ob nun der Verfasser eine dieser "Hauptmeinung" gefällige oder kritische Beitragsgeschichte besitzt.

    Unter dem Deckmäntelchen der "Methodik und Wissenschaftlichkeit" steckt leider in Wahrheit bei politischen Themenfeldern häufig eine rhetorisch getarnte beliebige Zensur in wikipedia.de

  • 23.10.2009 08:07 Uhr:

    von Kren Schmierer:

    Es gibt einen ganz objektiven Ansatz, die Pathogenizität vieler WP Löschadmins zu diagnostizieren. Schaut Euch einfach mal die Logbücher der offensichtlichen randalierenden Admins bei WP an. Da gibt es welche, die Morgens um 8 Uhr anfangen, den Computer um 2 Uhr nachts ausschalten und zwischendrin im Minutentakt pausenlos in der WP herumrühren. Diese Leute haben kein echtes Leben und brauchen professionelle Hilfe, statt einen Löschknopf. Und das meine ich jetzt wirklich nicht polemisch.

  • 23.10.2009 06:24 Uhr:

    von Michael S.:

    Das bunte WWW hat schon immer Leute angezogen, die mal wieder richtig Ordnung schaffen wollen. Aus Webforen kennt man ja den zutiefst deutschen Anspruchs-Ansatz, alles Ontopic halten zu wollen, das Labermedium in eine Enzyklopädienrichtung pressen zu wollen.
    Deswegen fanden wir ja auch das Usenet gut. Die Begrenztheit der Methoden (Cancel) hat hier bestimmte Attitüden an der Wurzel verhindert.

    "Sich durchsetzen gegenüber den ganzen Versagern da draußen" - darauf läuft es zwangsläufig immer hinaus und ist noch nicht einmal verwunderlich. Man sollte sich immer wieder hinterfragen und nicht voraussetzen, dass "die Luser immer erbärmlicher werden", sondern sehen, dass man selbst Abstand gewonnen, aber auch mal klein angefangen hat.

    Eines zeigt sich schon: dass, wenn Deutsche auf das WWW losgelassen werden, der bürokratische Sauberkeitseifer vom Schlage "DDR" besonders ausgeprägt ist - da sind internationale Communities oft einfach gelassener.
    Deutsche sind im internationalen Umgang unangenehm; nicht wegen ihrer Vergangenheit will man mit ihnen lieber nichts zu tun haben - sondern wegen ihrer geistigen Verwirrungen als Folge derselbigen ("Anfänge wehren" und weitere Reflexe).

  • 23.10.2009 00:25 Uhr:

    von shmem:

    "Die deutschsprachige Wikipedia-Community ist zu dem Ergebnis gekommen, dass Relevanz nicht verjährt. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass wir nicht jedes Tagesphänomen aufnehmen. Das führt zwangläufig zu einer höheren Einstiegshürde bei der deutschsprachigen Wikipedia."

    Liebe Wikipwdianer, verortet euch mal in Zeit und Raum.

    Euer Versuch, das "Weltwissen" mittels einer vergurkten PPHP-Platform zu sammeln und darzustellen ist an sich schon eine Quijoterie. Es ist ein Experiment, dem viele weitere folgen werden. Der Anspruch, nur "nicht verjährende", also *ewig* relevante Themen (Begriffe, Lemmata oder wie auch immer ihr das heute nennt) zu sammeln, offenbart eine grandiose Überheblichkeit. Es fehlen mir zwar die Worte, sie zu beschreiben, aber sie verhilft mir dazu, der Tätigkeit der Admins wenigstens etwas Demut anzudichten.

  • 23.10.2009 00:17 Uhr:

    von B. Wildenhain:

    Was soll der Satz "Ich sehe keine Streithähne, sondern ich sehe auf der einen Seite ehrenamtlich tätige Wikipedia-Autoren und auf der anderen Seite engagierte Blog-Autoren und Wikipedia-Nutzer."? Wurde Herr Richter etwa einstimmig von sämtlichen Wikipedia-AutorInnen zum Sprecher ernannt? Ich schreibe auch an Artikeln mit und bin für eine weniger restriktive Auslegung der Relevanzkriterien. Ganz unabhängig von diesem konkreten Fall: Ich habe schon oft in der Wikipedia nach etwas gesucht und nur noch den Hinweis auf die Löschdiskussion gefunden.

  • 22.10.2009 21:32 Uhr:

    von W. Falk:

    Gerade wenn es um eine Organisation wie MOGIS geht, die mit gegen die Einführung einer Zensurinfrastruktur kämpft, sollte man sich genau überlegen ob man den Artikel löscht. Da ist der Verdacht von politischer Zensur einfach naheliegend.
    Der Wiki-Admins scheint es da an Fingerspitzengefühl zu fehlen.
    Außerdem finde ich, dass ein Onlinelexikon gerade Begriffe enthalten, über die einem gerade im Internet begegnen. Und da gehört MOGIS dazu.

    Übringes versucht jemand die gelöschten Beiträge zu sammeln: www.wiki-waste.de

  • 22.10.2009 18:03 Uhr:

    von observateur:

    Warum merkt die Wikipedia-DE nicht das sie diese Schlacht schon total verloren hat, sowie viele andere davor (jedesmal wenn ein Eintrag auf die gleiche Weise gelöscht wurde und der Verfasser eben mit den Füßen abstimmt) und falls sich nix ändert den Krieg?

    Selbst wenn/falls sie in dieser Sache Recht hat, ist mittlerweile der Punkt erreicht wo sie nicht mehr gewinnen kann. Sie muß sich ändern oder erfolgreich(!!!) eine scheinbare Änderung glaubhaft machen. Durchhalteparolen wie in diesem Interview sind genau das Falsche, weil es nichtmehr glaubwürdig ist. Wie jemand hier schon schrieb, hat es schon bei der SPD nicht funktioniert.

    Die Wikipedia-DE wird nicht sterben, aber sie wird mind langfristig stagnieren oder sogar schrumpfen und die Karawane zieht weiter. Dann aber ist die Wikipedia-DE ein Zombie aus lauter Circlejerks. Das offene, hoffnungsvolle Projekt als das es gestartet wurde ist dann tot.

  • 22.10.2009 16:38 Uhr:

    von Thomas:

    Wikipedia Deutschland ist für meine Recherchen nicht mehr relevant, bookmark gelöscht.

  • 22.10.2009 16:33 Uhr:

    von pauleck:

    oh mein gott, fängt die große sinnfreie diskussionen wieder an, wegen so einem nicht wirklich beachtenswerten fall. als ob wiki die einzige quelle für informationen wäre und so eine große bedeutung in der gesellschaft hätte. ich mag sowieso die meisten linksdreher hier nicht, zu revolutionäres und vor allem eingeschränktes und eigensinniges gelabber. träumer!

  • 22.10.2009 15:24 Uhr:

    von Insider:

    Die Relevanzkriterien sind in der Wikipedia durchaus sinnvoll, deren Auslegung eine andere Frage.

    Bei MOGiS haben sie zugeschlagen, sicher zu Recht. Denn die Wikipedia will keinen kleinst-Organisationen durch eine Selbstdarstellung Relevanz beschaffen. MOGiS ist nunmal ein "Verein" mit zwei bis fünf Mitgliedern, und es ist ein Vehikel seines "Vorsitzenden", um sich Legitimität zu verschaffen. Es ist kein großer, jahrelang hart arbeitender Verein mit geregeltem Vereinsleben usw.

    Und das sage ich, obwohl ich den Zielen von MOGiS und Herrn Bahls inhaltlich nahestehe. Ich finde es auch legitim, wie er arbeitet. Die Gefahr ist nur groß, dass die Presse mal genauer hinter die Fassade schaut. Dazu sollte der Wikipedia-Eintrag helfen, das zu verhindern bzw. Legitimität zu erzeugen. Dass die Wikipedia da nicht mitmacht, finde ich korrekt.

    Dennoch unterstütze ich die Sache von MOGiS, halte die Arbeit von Herrn Bahls für wichtig, gut und richtig. Das widerspricht sich nicht.

  • 22.10.2009 15:10 Uhr:

    von Yushin Washio:

    Jetzt aber eine gute Nachricht: eine Beschreibung über die Gruppe "Mogis" wurde jetzt in den Artikel "Zugangserschwerungsgesetz" unter der Rubrik "Kontroversen um den Gesetzentwurf" aufgenommen, wofür mittlerweile auch ein Verweis auf der Umleitungsseite "Mogis" angelegt wurde. Bei der Löschung des Hauptartikels "MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren" kann man übrigens überhaupt nicht von einer alleinigen Entscheidung durch einen WP-Administratoren reden, wenn man nur einen Blick auf die überlange Diskussion unter de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:L%C3%B6schkandidaten/8._Oktober_2009
    wirft. Es ist auch eine Überreaktion, eine Diskussion um eine vermeintliche Zensur in Wikipedia zu entwickeln, wenn nur ein solcher Artikel über einen recht unbekannten Verein gelöscht wird. Da heutzutage jeder ganz einfach seine eigene Website eröffnen kann (oder ein Blog, wie es Bahls vormacht), muss man nicht lange darüber streiten, einen Enzyklopädieeintrag anzulegen, (da die Bedeutung des Vereins doch vermutlich nicht in der Darstellung seiner Existenz, in seinem politischen Ziel liegt) wenn man einfach eine Webpräsenz woanders einrichtet (eine solche stellt bereits die Wiki-Site mogis.wikia.com dar). Wenn jemand trotzdem den gelöschten Artikel lesen will, findet ihn unter de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Schlesinger/MissbrauchsOpfer_Gegen_InternetSperren .

  • 22.10.2009 13:32 Uhr:

    von Schade:

    @Werner:

    Ich habe mich mit Hegel nicht intensiver befasst, jedoch ist in dieser sicherlich stark vereinfachten Aussage gut zu erkennen, dass der philosophische Ansatz lediglich im Reagenzglas anwendbar ist.

    Gerne würde ich mich von Herrn Hegel überzeugen lassen, warum existente Dingo oder Phänomene wie Querschnittslähmung, Drogentod, Mord, Tsunamis, Kindesmißbrauch oder vieles anderes "gut" sind.

  • 22.10.2009 13:09 Uhr:

    von andreas:

    @henning
    DANKE!!!!!

  • 22.10.2009 12:39 Uhr:

    von Mittagsposter:

    Der Einstieg in die Welt der Wikipedia ist inzwischen mit abstrusen Hürden verbunden. Einer Löschdiskussion beizuwohnen ist quasi unmöglich durch den Gebrauch eine eigenen Sprache, eigener Abkürzungen und seltsamen Formalismen, die man ohne intensives Wikipedia-Studium nicht durchschauen kann.

    Das hat nichts mehr mit einer freien Sammlung von Wissen zu tun.

  • 22.10.2009 11:44 Uhr:

    von Werner:

    @Schade: Die Sichtweise, etwas sei gut, nur weil es existiert, ist m.W. hauptsächlich von Hegel geprägt.

  • 22.10.2009 11:43 Uhr:

    von meo:

    Relevanz ist irrelevant

    Liebe Wikilöscher, liebe Blogosphäre, liebe Quersdenker,

    im Zuge der Relevanzdiskusion bezüglich der Wikipedia muss ich hier einmal Stellung beziehen.

    Die Wikipedia, als frei Enzyklopädia geplant und Verwirklicht wird derzeit von selbsternannten Hilfsheriffs verseucht die versuchen beinahe jeden Beitrag in die Nicht-Relevanz zu drängen und damit löschbar zu machen.

    Erstaunlicher ist wie schnell solche Löschungen oftmals von Erfolg gekrönt sind. Beispielsweise wurde versucht der Artikel über den Blog von Felix von Leitner (auch Bekannt als Fefe) wenige Stunden nach Veröffentlichung zu Löschen.

    Laut Wikipedia internen Regelungen, muss allerdings eine Löschung abgesprochen werden.

    Was nun folgt ist eine These die sich mir nach einigen Jahren der regelmäßigen nutzung der Wikipedia auferlegt:

    „Die internen Regelungen gelten nur nach außen hin und Irrelevant ist alles was man nicht im Brockhaus findet und selbst davon möchten wir noch die hälfte herausstreichen.“

    So oder so ähnlich schaut es wirklich bei vielen Löschversuchen aus.

    Des Weiteren kann man argumentieren weswegen ALLES irrelevant ist:

    Relevant ist relativ, was relativ ist kann keine Größe sein. Was keine definierbare Größe ist kann doch kein Kriterium sein. Somit ist die Relevanz als Kriterium einer Entscheidung irrelevant!

    Dazu ein aus dem Zusammenhang gerissenes Zitat aus der Wikipedia: „Bedeutsamkeit (Anmerkung des Autors: Relevanz = Bedeutsamkeit laut Wikipedia) ist individuell und subjektiv deutlich unterschiedlich.
    In Hinblick auf Informationen bzw. Daten bezieht sich die Bedeutsamkeit immer auf die semantische Bedeutung (den Sinn), ist aber von dieser verschieden: Die Bedeutsamkeit ist immer eine Quantifizierung, also ein einzelner Wert, der allerdings kaum objektiv messbar ist.“

    Fazit: Relevanz ist irrelevant!

    Nachtrag für Fefe: die Löschdiskusion ist noch nicht durch, scheint aber Positiv auszufallen (ich vermute das einige Wikipediaadmins endwerder leser sind, oder da mal jemand aufgewacht ist zwinker

    in diesem Sinne

    meo

    Hobbyquerdenker und Fefeblogabonent

  • 22.10.2009 11:29 Uhr:

    von Tim 'avatar' Bartel:

    @Von name: Nur mäßig sinnreich, da du an die WMF oder den WM-DE spendest, nicht aber an die Wikipedianer. So finanziert bspw. WM-DE die Server in Amsterdam, die dir die englische Wikipedia schnell auf deinen Rechner liefern.

    @S. P. von Rothschildt: Ein Großteil der "destruktiven Menschen" ist allerdings gleichzeitig der Teil, der den Textkorpus der WP aufgebaut hat und die Idee des Freien Wissens in die Gesellschaft getragen haben. Es nicht alles Schwarz und Weiß.

    @andreas: Gelöschte Beiträge findest du hier: deletionpedia.dbatley.com bzw. bei marjorie.wikia.com

    Das Wort "frei" im Titel der Wikipedia bezieht sich hingegen nur auf die verwendete Lizenz.


  • 22.10.2009 11:26 Uhr:

    von henning:

    @ andreas: www.wiki-waste.de

  • 22.10.2009 10:54 Uhr:

    von name:

    Schade um die deutsche Wikipedia, aber ich habe nicht mehr viel Hoffnung auf die Selbstheilungskräfte der Community.

    Ich habe meine jährliche Spende bereits vor einigen Monaten gecanceled und spende nun an die englischsprachige Wikipedia.

  • 22.10.2009 10:30 Uhr:

    von S. P. von Rothschildt:

    Der Mann muss von seiner Position weg, und zwar schleunigst, wenn die Wikipedia gerettet werden soll. Die erste Antwort beinhaltet klare Widersprüche - keine Willkür, aber die Admins löschen nach eigener Beurteilung der Diskussion? Das lässt nur den Schlusse zu, dass er keinesfalls ein "neutraler Vermittler" ist, als welcher er sich darzustellen versucht und kein Interesse an Fortschritt hat, sondern den Status Quo zu verteidigen sucht.
    Wikipedia braucht aber dirngend Weiterentwicklung und Demokratisierung, gerade in DE, denn es ist beschämend zu sehen, wie sehr das freie Wissen immer mehr zum Opfer von destruktiven Menschen wird, deren Hauptbeschäftigung(!) die Zerstörung der Arbeit anderer Leute ist. Ich vermute gar, dass hier bezahlte Kräfte am Werk sind, um die Kultur des freien Wissens nachhaltig zu beschädigen. Sich für dieses Problem blind zu stellen ist für den Verein eine Katastrophe, welche das ganze Projekt in den Abgrund ziehen wird. Es muss schnell gehandelt werden.

  • 22.10.2009 10:19 Uhr:

    von andreas:

    Wär da nicht die Möglichkeit die gelöschten Einträge zu sammeln? So wären sie weiterhin verfüg- und lesbar und nicht für immer verloren! der geneigte leser kann dann selbst entscheiden ob relevant oder nicht! Heißt es nicht "die freie enzyklopädie"?

  • 22.10.2009 10:19 Uhr:

    von Schade:

    Besonders lustig oder auch tragisch ist die reichlich selbstverliebte und Kritik im Ansatz vernichtende Aussage:

    "Man mag es kaum glauben, aber diese Selbstkontrolle durch die Community funktioniert tatsächlich. Und das schon seit Jahren sehr erfolgreich."

    Nur weil etwas seit Jahren existiert, bedeutet es nicht, dass es auch funktioniert. Ansonsten liesse sich trefflich auch über das deutsche Rentensystem behaupten, dass es sehr erfolgreich funktioniere. Nach dieser Definition funktioniert auch alles Totalitäre, solange es eben existiert.

    Wie borniert kann man denn eigentlich sein?

  • 22.10.2009 10:06 Uhr:

    von um den schlaf gebrachter:

    der cartoon zum wikipedia-blockwart-kindergarten

    ahoipolloi.blogger.de/stories/1509957/

  • 22.10.2009 10:04 Uhr:

    von Kritiker:

    Die Relevanzkriterien sind obsolet. Entweder möchte man alles Wissen sammeln oder eben nur den wichtigen Teil davon. Einen Mittelweg kann man schon gehen. Aber nur dann wenn man alles Wissen sammelt und das hervorhebt was besonders wichtig ist bzw. gute bis sehr gute Artikel beinhaltet.
    Oder man geht eben einen anderen Weg, sammelt alle Stichwörter und verweist bei Themen, die man laut dt. Wikipedia als nicht relevant erachtet, eben auf eine externe Quelle, ein Fachwiki zum Beispiel. Thema erledigt.

  • 22.10.2009 09:58 Uhr:

    von Markus Kompa:

    Ich spiele mit dem Gedanken, an dieser Veranstaltung teilzunehmen, aber wenn ich solche Sonntagsreden lese wie

    "Man mag es kaum glauben, aber diese Selbstkontrolle durch die Community funktioniert tatsächlich. Und das schon seit Jahren sehr erfolgreich.",

    dann darf man wohl von einem reinen PR-Termin ausgehen. Die Realität sieht anders aus: www.kanzleikompa.de/2009/06/13/die-unwissende-mullhalde-wikipedia-und-ihre-sympathischen-bewohner/

  • 22.10.2009 09:25 Uhr:

    von Wolf Stieben:

    > Jede Änderung ist für alle sichtbar,

    Das ist doch der Lacher schlecht. Es werden doch mittlerweile sogar die *Diskussionen* über Änderungen zensiert und "webarchiviert".

    Und er sagt ganz richtig, es ist *ein* Admin, der wegzensiert.

    Nach meiner Meinung ist die Wikiprawda von sehr merkwürdigen Individuen korrumpiert.

    Theoretisch ist das Projekt interessant gewesen, aber mit diesen merkwürdigen Individuen zum Scheitern verurteilt. Es zieht die falschen Leute an.

    Mit anderen Worten: "Gib einem Idioten eine Uniform (bzw. Admin-Löschknopf)..."

  • 22.10.2009 09:10 Uhr:

    von Markus Kompa:

    Ich spiele mit dem Gedanken, an der Veranstaltung teilzunehmen. Aber wenn ich so eine Sonntagsrede lese wie

    "Man mag es kaum glauben, aber diese Selbstkontrolle durch die Community funktioniert tatsächlich. Und das schon seit Jahren sehr erfolgreich."

    dann wird man diesen Termin wohl als PR-Veranstaltung bewerten müssen. Die Erfahrung sieht definitiv anders aus: www.kanzleikompa.de/2009/06/13/die-unwissende-mullhalde-wikipedia-und-ihre-sympathischen-bewohner/

  • 22.10.2009 09:09 Uhr:

    von Felix Nagel:

    Die WP ist bereits ein Ort für Insinder. Das der Herr GF das als potentielle Gefahr sieht, zeigt das er wenig aktiv teilnimmt.

    2. Tips für Sie:

    * lesen sich sich mal durch ein paar Blogs zum Thema. Sie werden merken wieviele Leute aufgegeben haben weil ihre mit viel Mühe erstellten Artikel einfach für irrelevant gelten

    * Lesen Sie mal blog.koehntopp.de/archives/2646-Unter-Wikipedianern.html das gibt einen schönen Überblick und Ausblick.

  • 22.10.2009 08:33 Uhr:

    von wikiwitz:

    demnext wird man eintraege in der wiki wohl nur noch machen koennen indem man vorher schriftlich, in 3 facher ausfertigung, einen eintragsantrag stellt, der dann erstmal von der relevanzkommision ueberprueft und genehmigt werden muss.

    typisch deutsch ...

  • 22.10.2009 08:18 Uhr:

    von Stefan:

    Wenn 16jährige Kleinstadtnerds als Admin darüber entscheiden dürfen, welche Dinge ihrer Meinung nach relevant sind oder nicht, hat Wikipedia offensichtlich doch ein Problem. Dasselbe, wenn Rechtsextreme, PR-Agenturen oder Parteien Adminmacht erlangen. Ich habe irgendwann aufgehört für Wikipedia zu schreiben, als zum wiederholten Male Kiddies oder rechte Ideologen meinten, taz und telepolis seien keine echten Quellen weil "linksextrem" und sich auf Darstellungen von Springermedien wie der Welt oder gar der Jungen Freiheit beriefen und ihre Macht einfach ohne weitere Diskussion durchsetzten. MOGIS und Co regen jetzt so auf, weil mitten in die laufende Zensurdebatte regierungstreue PR-Trolls und CDU-Parteisoldaten auf Wikipedia immer ungenierter handeln. Pavel Richter erinnert mich ein bischen das weltfremde "wir haben alles unter Kontrolle" und "weiter so Geschwafel", wie man es von der SPD einen Tag nach der Bundestagswahl hörte. Absolut kritik- und merkresistent. Wird Zeit für Alternativen.

  • 22.10.2009 07:26 Uhr:

    von Lenny:

    Es ist sehr schade, dass das einst so großartige Projekt von Wikipedia von ein paar Leuten dermaßen negiert wird. Statt Wissen zu sammeln wird völlig willkürlich und nach intransparenten Regeln gelöscht.

    Man könnte glauben, die Leute haben in China einen Kurs belegt.

  • 22.10.2009 07:21 Uhr:

    von a k:

    Pavel Richter sollte einfach mal ehrlich sein und nicht um den heißen Brei herumreden: die deutsche Wikipedia wurde von Löschtrollen und Exkludisten übernommen, es wird mutwillig bereits gesammeltes und aufbereitetes Wissen vernichtet und Leute mit unterirdischem Diskussionsstil und Paragraphenreiterei vertrieben. Doch anstatt für diese klare Fehlentwicklung mal Verantwortung zu übernehmen, muss die angebliche "Selbstkontrolle" der Community sowie eine in der Praxis sehr zweifelhafte "Nachvollziehbarkeit" als Feigenblatt herhalten: schon das Verfolgen von einzelnen Löschdiskussionen ist sehr unübersichtlich, nach Tagen, Wochen oder Monaten noch einmal was wiederzufinden praktisch unmöglich. Und im Zweifelsfall wird man bei Löschdiskussionen, selbst wenn man gute Argumente hat, sowieso nur niedergeschrien, und sämtliche vorgebrachten Fakten werden ignoriert. Eine "tolle" Community hat die deutsche Wikipedia da.

  • 22.10.2009 05:41 Uhr:

    von Wuwei:

    For the records: in 2009 wurde Wikipedia Spielball von Geschichtsrevisionisten. Wikipedia wurde damit insgesamt irrelevant.

  • 22.10.2009 04:29 Uhr:

    von Wolf:

    Am selben Tag, als Mogis gelöscht war, las ich den Löschantrag für den CCC. Begründung: Irrelevant, weil die Mitgliederzahl nicht bekiannt sei.

    Die Gefahr der Unterwanderung durch bestimmte Interessengruppen besteht dann, sobald frustrierte, weil ständig überstimmte Wikipedia Autoren einfach wegbleiben, nicht mehr mitdiskutieren und zum Schluss nur noch die Spiesser ohne Gegenstimme unter sich bleiben.

    Bei Wikipedia vollzieht sich zur Zeit gerade ein gefährlicher gruppendynamischer Prozess, der, vergleichbar mit real existierenden Gesellschaften erst zu Neusprech und dann Diktatur führte, inklusive der Verbrennung von 'irrelevanten' Schriften.

    Und ist der Ruf erst ruiniert, bleibt zum Ende nur noch das Konzentrat, sich elbst bespiegelnder weniger Gleichgesinnter. Die Relevanz von Wikipedia ist jetzt bereits mehr als geschädigt.

  • 21.10.2009 19:45 Uhr:

    von Roman Czyborra:

    Pavel Richter behauptet: "Jede Änderung ist für alle sichtbar, die einzelnen Versionen der Artikel lassen sich nachvollziehen." Schön wärs! Wenn ein Admin einen Wikipediaartikel löscht, kann man als Nichtadmin überhaupt nicht mehr kontrollieren, was dringestanden hat: ein eklatanter Bruch des Wiki-Versprechens der späteren Nachvollziehbarkeit und ein übler Geruch von Zensur und Zweiklasseninformation!

  • 21.10.2009 19:30 Uhr:

    von Norman Frey:

    Doch es gibt ein eigenen Chat für Admins, neben vielen anderen Spezial-Chats und eben dem Haupt-IRC-Channel. Ist alles auf der Seite de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Chat einsehbar.

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