Um kurz vor 17 Uhr eskaliert die Situation am 17. Juli 1932 zwischen den 7.000 durch die verwinkelten Gassen der Altstadt des "roten Altona" marschierenden Nazis, darunter viele uniformierte SA-Leute, und den BewohnerInnen des damals als "Klein-Moskau" bekannten Stadtteils. Schüsse fallen, zwei SA-Männer werden tödlich getroffen. Die kurz darauf eintreffende Polizei beginnt, auf vermeintliche Angreifer und "Dachschützen" zu schießen. Am Ende des Tages sind 16 unbeteiligte AltonaerInnen tot, die meisten offenbar Opfer einer wild herumschießenden Polizei. Für das Kabinett Papen lieferte der "Altonaer Blutsonntag" einen willkommenen formalen Anlass, drei Tage später die noch amtierende preußische Regierung im "Preußenschlag" abzusetzen - eine entscheidende Erleichterung für die spätere Zentralisierung des Reiches unter Hitler.
Ein knappes Jahr nach dem "Altonaer Blutsonntag" kommt es nach der "Machtübernahme" der Nationalsozialisten und einseitigen Ermittlungen der Staatsanwälte zum inszenierten Prozess vor dem Altonaer NS-Sondergericht, an dessen Ende die kommunistischen Widerstandskämpfer August Lütgens, Walter Möller, Karl Wolff und Bruno Tesch ohne stichhaltige Beweise wegen Mordes zum Tode verurteilt werden. Am 1. August werden sie auf dem "Weiberhof" hinter dem Gericht mit dem Handbeil ermordet. Mehr als 100 andere Angeklagte erhalten in insgesamt sechs Prozessen zum Teil langjährige Haftstrafen.
In den Jahren nach 1945 lehnen Hamburger Gerichte 14-mal eine Wiederaufnahme der Verfahren zum Altonaer Blutsonntag ab. Erst knapp 60 Jahre später werden die Urteile gegen die vier Ermordeten wieder aufgehoben.
Morgen Nachmittag gedenken das Stadtteilarchiv Ottensen, der DGB, die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) und der Verein "Gegen Vergessen - Für Demokratie" den Opfern des Altonaer Blutsonntags. Die Gedenkveranstaltung findet am Ort der Hinrichtung hinter dem jetzigen Amtsgericht Altona statt: Auf dem Spielplatz zwischen Gericht- und Schnellstraße. ROBERT MATTHIES

Die taz nord präsentiert den "taz salon". Diesen und alle anderen Veranstaltungen der taz finden Sie auf den Verlagsseiten.>
... nicht mehr Hartz IV, so will es Ministerin von der Leyen. Der neue Name soll "von unten" kommen. taz.de macht schon mal ein paar Vorschläge.

Wie jetzt, mit 17 schon alles erreicht? Milliarden gemacht, Romane geschrieben und die Charts geknackt? Auf wen wir wirklich neidisch sind.

Ein Jahr Obama: Nicht nur die Weltpolitik ist seine Bühne. Jetzt gibt es tatsächlich ein Obama-Musical.

Wär doch schade, wir hätten sie nicht notiert...


LE MONDE diplomatique ist die größte Monatszeitung für internationale Politik. Sie erscheint weltweit in 61 Ausgaben – und liegt am 2. Freitag im Monat der tageszeitung bei.>

Element of Crime ist auf Tour durch Mitteleuropa. Sänger Sven Regener erzählt von seinen Erlebnissen im tazblog "Männer mit Spielplan". >

Nach 15 Jahren wechselt unsere Frankreich-Korrespondentin in die USA. Wie es ihr dabei ergeht, beschreibt sie im tazblog "Paris-Washington, Transit".>
Leserkommentare ()
Kommentar schreiben