Rund 200 Aktivisten des Klimacamps haben am Dienstag vorübergehend die Zufahrtstraße der Archer Daniels Midland Raffinerie (ADM) im Hamburger Hafen blockiert. Der US-amerikanische Konzern betreibt in Hamburg eine der weltweit größten Anlagen für "Agrodiesel": Aus "Energiepflanzen" wie Raps, Soja und Palmöl wird hier Kraftstoff hergestellt.
Für die Camp-Aktivisten ist Agrosprit ein "Klimakiller": Für den Anbau werde massiv Regenwald abgeholzt und intensiv monokulturelle Landwirtschaft betrieben. Dadurch sei die Klimabilanz nicht besser als bei herkömmlichem Benzin, sagte Thomas Janoschka vom Netzwerk Globale Landwirtschaft. Zudem verdränge der Anbau der Energiepflanzen die traditionelle Landwirtschaft und trage zur Lebensmittelknappheit bei.
Zu dieser Kritik wollte sich das Unternehmen auf Anfrage nicht direkt äußern. "Wir sprechen nicht direkt über die Kosten für Nahrungsmittel und deren Entwicklung, aber wir vertreten die Ansicht, dass jedwede Initiative ökonomisch sinnvoll sein muss", sagt der ADM-Vorstandssprecher Kai-Uwe Ostheim. Auf seiner Internetseite gibt der Konzern etwas tiefer gehende Auskünfte. "Der Wettbewerb um den knappen Produktionsfaktor landwirtschaftliche Nutzfläche ist nicht nur in Deutschland und Europa, sondern auch global im vollen Gange", heißt es da.
Die Aktivisten waren mit ihrer Aktion zufrieden. "Das war mehr eine symbolische Blockade", sagte ein Sprecher, "um zu zeigen: So geht es mit dem Agro-Wahn nicht weiter." RABEA WACHSMANN

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