Nach Blitzangriff der Darfur-Rebellengruppe JEM auf Khartum werden Darfuris in der Stadt offenbar zu Tausenden gejagt, viele sind verschwunden. VON DOMINIC JOHNSON
Verkohlter LKW in der sudanesischen Hauptstatd Khartum. Foto: rtr
BERLIN taz Nach dem Zurückschlagen eines Angriffs der Rebellenbewegung JEM (Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit) auf Sudans Hauptstadt Khartum am Pfingstwochenende haben Menschenrechtsgruppen ihre Sorge über Massenverhaftungen in der Hauptstadt geäußert. "Der Verbleib der Mehrheit der Festgenommenen ist unbekannt", erklärte Human Rights Watch am Montagabend und sprach in einer Erklärung von Folter und "mindestens zwei" öffentlichen Hinrichtungen mutmaßlicher Rebellenkollaborateure. Die staatliche Nachrichtenagentur SUNA hatte zuvor gemeldet, bis Sonntag seien über 300 Menschen festgenommen worden; die Zahl soll inzwischen sehr viel höher sein. "Im öffentlichen Nahverkehr, sogar auf der Straße, werden Menschen schlecht behandelt wegen ihrer Hautfarbe oder weil sie wie Darfuris aussehen", erklärte der aus Darfur stammende Menschenrechtsanwalt Saleh Mahmoud Osman. Die Zahl der Festgenommenen gehe in die Tausende. Die in Ägypten ansässige "Sudan Human Rights Organization" (SHRO) sprach von einer "groß angelegten rassistischen Kampagne gegen alle in der Hauptstadt ansässigen Bürger aus Darfur" unter dem Deckmantel einer ganztägigen Ausgangssperre in dem kurz von dem JEM-Rebellen kontrollierten Stadtteil Omdurman. JEM selbst sprach in einer mittlerweile wieder von ihrer Webseite entfernten Erklärung von einem "ruandischen Genozid" in Khartum.
Der prominenteste Häftling, Islamistenführer Hassan Turabi, wurde am Montagabend wieder freigelassen. Er wies jede Verbindung zu den JEM-Rebellen zurück. Sudans Regierung, so schätzen unabhängige Beobachter, macht sich Sorgen über das mögliche Ausmaß der Sympathie für die JEM im eigenen Sicherheitsapparat. Die Rebellen waren Ende letzter Woche über 1.000 Kilometer aus ihren Hochburgen in Darfur bis nach Khartum eingerückt, ohne dass jemand sie aufhielt. Angehörige der Regierungspartei sollen aus Angst vor Festnahmen in den Untergrund gegangen sein. Von staatlicher Seite wird die Zahl der Todesopfer bei den Kämpfen am Wochenende mit 500 angegeben, 400 davon Rebellen. JEM-Führer Khalil Ibrahim konnte der Festnahme entkommen und nach Darfur zurückreisen, aber mehrere seiner engsten Mitstreiter sind unter den Toten. Die von der JEM "Operation Langer Arm" getaufte Aktion werde nicht der letzte Angriff auf Khartum sein, warnte JEM-Vizevorsitzender Mahmoud Suleiman in einer Erklärung.
Am Münchner Hauptbahnhof gibt es eine Schule, die keine Schule ist, die kein Geld vom Land bekommt – und die mit Jugendlichen lernt, die kein Recht auf Bildung haben.von FELIX MÜLLER

... nicht mehr Hartz IV, so will es Ministerin von der Leyen. Der neue Name soll "von unten" kommen. taz.de macht schon mal ein paar Vorschläge.

Wie jetzt, mit 17 schon alles erreicht? Milliarden gemacht, Romane geschrieben und die Charts geknackt? Auf wen wir wirklich neidisch sind.

Ein Jahr Obama: Nicht nur die Weltpolitik ist seine Bühne. Jetzt gibt es tatsächlich ein Obama-Musical.

Wär doch schade, wir hätten sie nicht notiert...


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Leserkommentare (1)
14.05.2008, 13:31 | Holger App:
Der Angriff auf Omdurman ist ein Schlag ins Gesicht von Al-Bashir. Omdurman ist ...