Erschütternder Bericht eines Flüchtlings

Anrennen gegen die Festung Europa

Er wollte auswandern. Er reiste quer durch Afrika. Er saß bereits im Boot nach Lampedusa. Jetzt ist Georges N. wieder in Kamerun. taz.de dokumentiert seinen erschütternden Reisebericht.

  • 04.07.2009 20:27 Uhr:

    von Jackabum:

    Schleuserbanden-auch in Deutschland besten bekannt- verdienen ein Vermögen damit.
    Und ich zeige nicht mit dem Finger auf einen Refugie,sondern die sich daran Bereichern und einen Ausnützen.
    Mensch als Ware ist einfach widerlich!
    und noch was!
    Es gibt so reached people, die nicht nur besser "Reisen", sondern dank Korruptis von Juristen und Behörde sich die unbefristete Aufenthaltsgenehmigung kaufen können.
    Auch Studis die sich das Studium leisten können und nicht mehr zurück wollen (Auch bestens bekannt!)-
    man hat ja das Kleingeld um sich so ein Papier sich kaufen zu können.
    Die Armen gehen ja auf Stückpreis-die ja auch Absaufen können.
    Wenn ich so einen BEricht lese, geht mir die Galle
    senkrecht hoch! Alles klar!

  • 04.07.2009 07:27 Uhr:

    von vic:

    Ich würde sehr gerne einige Flüchtlinge eintauschen gegen die vielen selbstgefälligen Rassisten in diesem Forum.

  • 03.07.2009 13:26 Uhr:

    von ole:

    @ määäähhhhh

    Bei Ihnen wird der Generator auch mit Spannung aus der GlühBIRNE versorgt... nicht wahr?

    Also: Erst die BILD für alle, dann die Druckerei.

  • 03.07.2009 12:48 Uhr:

    von muuuuhhhh!:

    @ lovewillsaveusall

    Herzlichen Dank, dass ein Pinguin wie Du meine Wahrheit und die vieler anderer, die im übrigen alle die gleich Sprache sprechen, nochmals veröffentlicht hat.
    Beim nächsten mal bitte komplett.

  • 03.07.2009 10:57 Uhr:

    von achBitte:

    Also mir wird da gleich mehrfach schlecht:

    Martin rechnet anhand der in Deutschland gültigen Skala seinen Wohlstand zur Erhaltung seines Familienwohls aus und übersieht dabei die sabbernde Profitgier zwischen seinen Zeilen. Der nächste redet von Patenkindern und wiederum der nächste von Entwicklungshilfegeldern. Diese, um kurz dabei zu bleiben, sind ein Witz an sich, da der größte Teil der jeweils aktuellen Entwicklungshilfe als Schuldenabbau zurück in die Geberländer geht. Die anderen Teile werden idR unkontrolliert von der Pyramidenspitze (zB Simbabwe / Mugabe) geschluckt und tauchen nichtmal zu 5% im Land auf.

    Statt hier mit jeweiligen Schuldzuweisungen rumzufaseln, sollte man sich lieber überlegen wie genau man was tun kann, und das sieht doch recht einfach aus. Schuldenerlass. Postierung von Organisationen als Geldempfänger. Teilung der Entwicklungshilfe in Soforthilfe zum Aufbau und Soforthilfe am Menschen. Hilfsprogramme für Flüchtlinge, z.T. Eingliederung in Hilfsorganisationen. Dass heisst, mit Einwilligung vllt. tatsächlich wieder zurückschicken, aber als Lohnempfänger und als Einsatz in der Entwicklungshilfe. Denn diese Menschen haben in mehrfacher Hinsicht weniger Probleme damit, und: sie kennen sich aus. Sie wissen WO Hilfe am dringensten benötigt wird, WAS am ehesten helfen würde, und WIE man dies am besten anstellt. Eine einfache Rechnung, die allen Seiten zugute kommen könnte.

    Hört auf zu reden und packt endlich an!

  • 03.07.2009 04:00 Uhr:

    von lovewillsaveusall:

    @Panther: "Es ist nicht möglich, den Leuten zu unserem Wohlstand zu verhelfen, denn dann bräuchten wir
    eine 10fach größere Welt mit dem 10fachen an Rohstoffen!"

    Summa cum laude! Dr. im Nachsprechen sind wir alle schon mit 3 Jahren. Dr. der Physik wirst Du, wenn Du eine brauchbare Formel aufstellst, aus der dann 10 mal effizientere Autos und Kraftwerke entstehen, oder in Chemie, wenn Du eine 10 mal billigere Anti-Baby-Pille entwickelst... Aber vielleicht will ja keiner deinen Wohlstand, sondern nur ein dezentes Leben voller Erfahrungen und Begegnungen, seine Kultur und Traditionen pflegen, Kinder kriegen ohne Krieg, ohne Kinderarbeit, seinen Acker bestellen und was weiß ich. Und wenn das nicht mehr drin ist (und zwar für alle), dann ist der Planet am Arsch!

    Im Übrigen war die Erdbevölkerung ziemlich stabil bis ein paar Deppen auf die Idee kamen, Rohstoffe mit schweren Maschinen zu verarbeiten... Und fortan auf den Menschen schissen. Ach, und woher kamen Kautschuk und Baumwolle? So viel kann ich verraten: Nicht aus dem Teutoburger Wald...

  • 03.07.2009 03:17 Uhr:

    von lovewillsaveusall:

    @määääähhhh!: "Gerade die die es drauf haben, die Unmenge Geldes zusammen zu bekommen (bestimmt nicht immer mit legalen Mitteln) um es bis Europa zu schaffen täten besser daran in ihrer Heimat für vernünftige Verhältnisse zu sorgen, denn Afrika ist ein enorm reiches Land, bloß stimmt es weder mit den Regierenden dort, noch mit der Verteilung des Reichtums. Davon rennen und hier rum jammern ist ja wohl das Letzte."

    "Afrika ist ein [...] Land." Ist klar, und wir sprechen alle europäisch. Dummschwätzer! Und das Letzte ist es wirklich, dass die taz uns mit nichtssagenden Berichten aus annektierten Ländereien belästigt.

  • 02.07.2009 19:28 Uhr:

    von maike:

    shocked. shocked auch vom in meinen augen viel zu kurz kommenden nebenschauplatz "menschlichkeit". wie kann es dazu kommen, dass die vom wagen fallenden menschen nicht wieder eingesammelt werden? wie kommt es, dass die menschen nicht untereinander dafür sorgen, dass genug wasser für alle da ist? wie kommt es dazu, dass es so hinnehmend klingt, dass die frauen in der wüste vergewaltigt werden? wie kann es sein, dass in den gefängnissen die menschen wie die fliegen sterben? und wieso verdammt ist nicht auch das ein riesenskandal?
    ich möchte in keinster weise europäische bzw die verantwortung von konzernen und bürgern und politik abstreiten, aber mir fehlt wirklich hintergrundwissen/erklärungszusammenhänge und tatsächlich auch alternativen abseits von: alle nach europa holen bzw die afrikanischen regierungen in deb konzernkapitalismus bomben.

  • 02.07.2009 18:10 Uhr:

    von lumumba:

    ich freue mich nicht und bin doch froh, dass es dieses bittere "thema" so langsam in die öffentlichkeit schafft.
    was immer auch daraus wird.

    der taz danke dafür!

  • 02.07.2009 16:46 Uhr:

    von Lars:

    Widerlich, dieser unterschwellige Rassismus der hier bei vielen rauszulesen ist. Wie schnell man sich doch auf einen gemeinsamen Nenner einigen kann, der da lautet "Mein Wohlstand bleibt meiner und der Neger soll bleiben wo er ist."

    Ich glaube solche Kommentare sind bei den Springer-Onlinemedien besser aufgehoben...wobei, da würden sie ja in der Masse komplett untergehen.

  • 02.07.2009 16:30 Uhr:

    von aso:

    @ Panther:
    „...Und doch beruht unser Reichtum auf der Armut der
    Welt...“
    „...bei einem so simpel gestricktem Weltbild haben Sie dafür doch sicher ein schlechtes Gewissen: Das muß nicht sein. Sie können z.B. für einen bedürftigen Afrikaner eine Patenschaft übernehmen, und monatlich einen Teil Ihrer Bezüge überweisen.
    Damit zeigen Sie , daß Sie nicht nur ideologisch daherschwafeln können, sondern dies auch in die Praxis umsetzen. Damit übernehmen Sie eine tolle Vorbildfunktion.
    Viele werden Sie bewundern und nachahmen. Das Bundesverdienstkreuz ist Ihnen sicher...

  • 02.07.2009 15:55 Uhr:

    von Panther:

    @Mr. Pallantine:

    Da wird mir schlecht.
    Klar kann man nicht das Weltsozialamt spielen!
    Und doch beruht unser Reichtum auf der Armut der
    Welt.
    Es ist nicht möglich, den Leuten zu unserem Wohlstand zu verhelfen, denn dann bräuchten wir
    eine 10fach größere Welt mit dem 10fachen an Rohstoffen!

    Schön, wenn man innerhalb der Festung Europa sitzt,
    dann macht das nörgeln an solchen Berichten doch gleich doppelt soviel Spaß!

  • 02.07.2009 15:40 Uhr:

    von määääähhhh!:

    Eins verstehe ich nicht, wo bleibt die Anklage unseres kräftien Georges N. gegen das korupte Regierungspack in seiner Heimat? Soll er sich doch dort organisieren und solidarisieren um in seinem Herkunftsland Anklagen zu führen. Abhauen um sich ins gemachte Nest setzen zu wollen ist keine wirkliche Lösung. Gerade die die es drauf haben, die Unmenge Geldes zusammen zu bekommen (bestimmt nicht immer mit legalen Mitteln) um es bis Europa zu schaffen täten besser daran in ihrer Heimat für vernünftige Verhältnisse zu sorgen, denn Afrika ist ein enorm reiches Land, bloß stimmt es weder mit den Regierenden dort, noch mit der Verteilung des Reichtums. Davon rennen und hier rum jammern ist ja wohl das Letzte.

  • 02.07.2009 15:04 Uhr:

    von pete:

    @ Mr. Pallantine: Entwicklungshilfen, na klar! nicht einmal 4 % der Entwicklungshilfen aus Europa für Afrika gehen in die Landwirtschaft! Die Gelder werden für sinnlose Projekte ausgegeben, da die Weltbank und andere Institutionen die Empfängerländer dazu zwingen. Da die Landwirtschaften in vielen afrikanischen Ländern eine einzige Katastrophe sind, werden Lebensmittel aus Europa importiert, und zwar im großen Stil.
    Als Folge kann sich dort gar keine funktionierende Landwirtschaft entwickeln, welche die Ernährung der Bevölkerung sichern könnte. Die subventionierten Lebensmittel aus Europa und anderen Industriestaaten ( Subventionen laut UN 1 Mrd. $ pro Tag) sind so billig, dass die afrikanischen Bauern keine Chance haben. In Dakar, auf dem größten Landwirtschaftmarkt Westafrikas werden Lebensmittel (Fleisch, Gemüse etc.) für ein Drittel des Preises verkauft den afrikanische Bauern verlangen. In Burkina Faso wird die beste Baumwolle der Welt angebaut. Die Landschaften wurden durch diese Monokulturen zerstört und sind unnutzbar für anderes geworden. Trotz der hohen Qualität zwingt die Weltbank das Land dazu, die Baumwolle zu einem so niedrigen Preis zu verkaufen dass es die billigste auf dem Weltmarkt ist.
    Die Armut ist gewollt, viele verdienen daran. Von jedem Dollar Entwicklungshilfe fließen 1,30 Dollar zurück in die Industriestaaten.

    Ich bin noch jung und hab vllt noch nicht alles verstanden, aber dass aus wirtschaftlichen Interessen systematisch Menschrechtsverletzungen stattfinden finde ich erschütternd. Und dass von Ländern, welche gerne Menschenrechtsverletzungen als Vorwand benutzen um Kriege anzufangen! Es geht nicht darum, dass der kleine Bürger rigeros einsparen muss um das überleben von Flüchtlingen zu sichern. Vielmehr sollten die dafür aufkommen, die von der produzierten Armut am meisten profitieren! Es gibt genug zu essen, es wird nur falsch verteilt ,wir können ohne weiteres sogar 12 Mrd. Menschen ernähren.

  • 02.07.2009 14:29 Uhr:

    von kritiker:

    Alles darf und soll sich mittlerweile über grenzen hinweg ohne beschränkungen, zölle, etc. bewegen dürfen. nur nicht menschen... mh in einer globaliserten welt wie der unseren macht das keinen sinn mehr. aus diesem und anderen gründen "No border".
    wenn ich in der Situation wäre, wie millionen menschen auf der welt und ich realisiere irgendwann, es tut sich nichts in der ach so geliebt oder gehassten Nation (im übrigen ein Konstrukt) dann würde ich auch da hingehen, wo ich was zum essen bekomme, wo ich einigermaßen realistisch entlohnt werden würde, wo ich physische und psychische Sicherheit erwarten kann.
    europa und der restliche wohlstandswesten wird sich daran gewöhnen müssen, dass wenn die menschen in der ausgebeuteten welt nichts zurück bekommen, diese sich halt auf den weg machen und veruschen einzureisen. es müssen noch viel mehr werden, vorallem müssen viel mehr durch kommen.
    irgendwann kapiert dann europa, dass die mauer niemals hoch genug sein kann.

    die einzige schuld die uns als europäer trifft ist die, an einem menschen- und umweltfeindlichem system festzuhalten, das im grunde seines anbeginns schon abgewirtschaftet hat.

  • 02.07.2009 14:27 Uhr:

    von Bernhard H. Johannes Wagner:

    @ Martin: Meinen Kommentar hast Du offenbar aber noch nicht gelesen. Sonst würdest Du nämlich z.B. ein bisschen mehr sehen, welche kausalen Zusammenhänge die extremen globalen Ungleichheiten von reich und arm haben, und natürlich habe ich in der Kürze nur einige Andeutungen gemacht.

    Dazu noch ein Vorschlag: Aufhebung aller Bankgeheimnisse, v.a. auch in der Schweiz in Luxemburg etc. und erstmal jegliches Eigentum das den Wert von sagen wir 100 Mio Euro je biol. Person übersteigt in einen globalen Entwicklungsfonds transferieren, verwaltet v.a. von UNDP, UNEP, UNICEF und einigen seriösen & kompetenten NGO.s wie OXFAM , FIAN etc.

  • 02.07.2009 13:44 Uhr:

    von Mr. Pallantine:

    Unser Wohlstand also...Der bröckelt doch immer schneller.Nicht zuletzt "dank" Zuwanderung und somit Lohndumping. Europa und die BRD sind nicht das Weltsozialamt, ich glaube es gibt hier auch so schon Probleme genug. Auch immer witzig das vermeintliche Totschlagargument der ewigen Ausbeutung der sog. dritten Welt. Seit Jahrzehnten fließen nicht unerhebliche "Entwicklungshilfen" in solche Länder, aber was passiert? Genau, nichts, und weil das unsere "Schuld" ist müssen wir diese Menschen jetzt aufnehmen und durchfüttern. Und wer nicht mitmacht ist "Nazi"! Leider kann das narkotisierte Volk das Ausmaß des Wahnsinns hier nicht realisieren, sonst hätten wir andere Wahlergebnisse! Oder stimmen die etwa nicht...?

  • 02.07.2009 13:34 Uhr:

    von Martin:

    Keineswegs Lars,

    ich bevorzuge eine Gesellschaft, in der jeder Mensch das Recht hat da zu leben, wo er will, sofern er dort für seinen eigenen Lebensunterhalt sorgen kann. Kann er das nicht, hat er nicht das Recht sich dort auf Kosten der dort Lebenden aufzuhalten.

    "Vor welcher Form des Verlusts habt ihr Angst?"
    Na, vor welcher wohl, was glaubst Du denn?

    "daß der Afrikaner ein bißchen Armut, die er uns zu verdanken hat, hierher zurückträgt."

    "Der Afrikaner" hat seine Armut keineswegs nur den Europäern oder "dem Westen" zu verdanken, von dieser "edle Wilden" Legende, mag man sich allmählich mal verabschieden. Die hat noch nie gestimmt, wird aber vor allem von einem großen Teil Mitschuldiger vehement propagiert. Man mag da gerne auch mal in Richtung Araber und anderer Afrikaner schauen.

    "Europa hat Angst, den Konsequenzen seines Handelns in die Augen zu sehen."

    Die hat der mutige Lars nicht, er hat ja auch nichts zu verlieren. Wer kein Leben und keine Familie hat und seine Existenz vor allem auf Kosten der Anderen fristet, der mag wohlfeil mutig daherfaseln. Allein, der Vorschlag ist doch recht gut: Teil Dein jetziges und zukünftiges Einkommen/Bezüge durch 3 und schick 2 Teile nach Afrika. Put your money, where your mouth is.


    "Die Beseitigung solcher Dinge wie Ausbeutung, Hunger und Mord kann allerdings nur einen kleinen Schritt auf dem Weg zur grenzenlosen Freiheit aller Völker darstellen. Auch wenn ich das Gefühl habe, daß diese gar nicht gewollt ist sondern das falsche Gefühl der Sicherheit, erzeugt durch Grenzen, Gesetze und Waffen, grundsätzlich doch bevorzugt wird."

    Und der erste Schritt aus dem rosa Bonbonladen im Lalalula-Land führt dann vielleicht doch in die Realität des menschlichen Seins. Und den könntest Du dann auch irgendwann tun. Auch wenn Du die Heimeligkeit Deines geistigen Lallalula-Lands voll edler Afrikaner sicher vermissen wirst.

    "Ich denke im übrigen nicht, daß der Strom an Zuwanderern sich deutlich vergrößern würde wenn die Grenzen und die scharfen Kontrollen wegfielen. Es gäbe dabei nur nicht mehr soviele Tote."

    Natürlich nicht, denn wir wissen ja alle: Wenn etwas sehr attraktiv, leicht zu haben, kostenfrei und risikolos ist, dann greift kaum einer mehr zu, als bei riskanten, schwierigen Unternehmungen.

    Dem Folgend könnten Banken einfach nach Bedarf Geld auf die Strasse greifen. Es würden sicher nicht mehr zugreifen, als das bei banküberfällen eh der Fall ist. Es gäbe nur nicht mehr so viele Tote.

    In Lallalulla-Land zumindest.

  • 02.07.2009 13:31 Uhr:

    von Renago:

    Besonders zynisch ist der Millionen Euro teure Einsatz von Frontex. Seitdem diese mit fast militärischen Mitteln Flüchtlinge auf dem Meer abfangen sterben noch mehr Menschen.
    Siehe Video dazu spinwebtv.de/index.php/2008/09/04/frau-merkel-36/

  • 02.07.2009 13:13 Uhr:

    von Anton:

    Es sind nicht die Europäer, Amerikaner oder Chinesen, bei denen man die Schuld sehen muss. Wenn das System, das dazu noch global funktioniert, verlangt permanent in Konkurrenz zu sein, sowohl auf der Unternehmensebene, als auch im alltäglichen Umgang mit Menschen, ist es die Natur der Sache, dass sich ein dramatischer Zustand von Wohlstand auf der einen Seite, also Konzentration des Reichtums, und solch einem Elend auf der anderen Seite einstellt! Das System lebt davon, dass es Knechte hat, die produziern und einige, die als Nutznießer dastehen. Für Unternehmen zählen nur Profite, so sind nunmal die Regeln. Je höher die Profite, desto sicherer das Überleben des Unternehmens am Markt. Je niedriger die Löhne der Knechte, desto höher der Profit. Und wenn man als global operierendes Unternehmen aus huimanitären Gründen bestimmte Sachen unterlässt, wird man von der Konkurrenz ausgeschaltet. Deswegen wird erpresst, geschmiert und ausgebeutet, wo es nur geht.
    Die Schuld trägt das System. Denn es stellt den Profit in den Vordergrund, nicht aber die Menschen.

  • 02.07.2009 12:56 Uhr:

    von achBitte:

    Danke für diese Art zu rechnen @Martin. Denn diese Art der partikulären Rechnung wenden auch Menschen an, die Ihren Müll im Wald verteilen und sagen: "ach komm das eine Bonbonpapierchen, das macht den braten doch auch nicht mehr fett."

    Wunderbar, denn genau das ist die Sichtweise, die Einzelköpfen profitable Möglichkeiten schafft, während das ausgebende System ausbeuterischer Natur ist.

    Bei dem Kampf um Dinge wie der "No Borders" Aktion soll, wie bei allen anderen ethisch-moralisch ausgerichteten Aktionsbündnissen auch, die Mehrheit von der Sinnhaftigkeit der jeweiligen Aktion überzeugt werden. Denn nur ein breiter Schulterschluss kann zu wirksamen Aktionen verhelfen und zwar in jedem Sinne.

  • 02.07.2009 12:18 Uhr:

    von Ulli:

    Der Überlebenswille und das Durchhaltevermögen afrikanischer Flüchtlinge ist (für unsereinen) unglaublich, die Leidensfähigkeit erschütternd. Und selbst, wenn sie es nach Europa geschafft haben, was nur den allerwenigsten gelingt, sind die Probleme noch lange nicht gelöst. Der Togoer Quilombo Hoknay hat das in seinem Buch "Als Blinder Passagier" eindrucksvoll geschildert: Seine Kindheit und Jugend in Afrika, Militärdienst und Gefängnis, Flucht und Asyl sowie das "Durchmogeln" in Deutschland. Die unglaubliche, aber wahre Geschichte von einem, der es geschafft hat.

  • 02.07.2009 12:13 Uhr:

    von Martin:

    Die Ernsthaftigkeit und Lauterkeit der Motive der "No Borders" Befürworter, läßt sich ja einfach überprüfen.
    Und gleichzeitig das Problem des Unterhalts regeln.
    Jeder Befürworter unbegrenzter Freizügigkeit trägt sich in eine Liste ein.
    Monatlich wird die Menge der Leistungen, monetärer oder anderer Art, die für die Freizügigkeit nutzenden gezahlt wurden ermittelt.
    Ebenso die Menge der durch diese erbrachten Leistungen.
    Die Differenz wird ermittelt, ergibt sich ein Plus, wird dieses zu gleichen Teilen an die Befürworter, die in der Liste eingetragen sind verteilt.
    Ergibt sich ein Minus, so wird dieses von deren Einkommen/Leistungen etc. zu gleichen Teilen angezogen, auch von Harz IV Bezügen etc. .

    Das Modell hat den Vorteil, das die Befürworter ihre moralische Integrität auch mal wirklich unter Beweis stellen können und die Machbarkeit ihres Konzeptes vor allem am eigenen Leib erfahren.

  • 02.07.2009 11:40 Uhr:

    von andrea:

    Diejenigen die hier so laut "No Borders" skandieren dürften sich der Tragweite und der Realität nicht bewusst sein. Unmenschlichkeit muss bekämpft werden. Das bedeutet die Verbesserung der Bedingungen von Flüchtlingen ebenso wie der Aufbau funktionierender Demokratien im Nahen Osten.

    Gleichzeitig bedeutet Menschlichkeit aber auch der Schutz Europas vor Flüchtlingsströmen. Denn damit ist niemandem geholfen.

    Wer das nicht begreift schadet allen: Den Flüchtlingen, aber auch den westlichen Gesellschaften.

  • 02.07.2009 11:36 Uhr:

    von aso:

    @ Lars:
    „...Fight Fortress Europe! No Borders, No Nations!“:

    Ein irrationales Paradoxon...
    Denn wenn dies wahr würde, brächen die europäischen Sozialsysteme unter dem Massenzustrom schnell zusammen.
    Damit enfiele der Grund, nach Europa zu emigrieren...

  • 02.07.2009 11:32 Uhr:

    von Bernhard H. Johannes Wagner:

    Die Küsten Westafrikas etc. mit großen Trawlern leerfischen, Tee, Kakao, Kaffe, Baumwolle, Metalle, Diamanten (auch für die Industrie), Uran ... billig auf Kosten extrem ausgebeuteter Arbeiterinnen und Arbeiter beziehen, von Kriegen um Öl und Diamanten etc. (Angola, Kongo) ganz zu schweigen ... am Ende profitieren Kontinente wie Europa und Nordamerika (mittlerweile zunehmend auch China) und hier/dort wiederum insbesondere letztlich die reichen "Oberklassen" mehr als alle anderen.

    Demokratische Prinzipien auf dem Papier sind da oft leider nur eine scheinheilige Beschönigung der Fakten, wenn auch nicht nur - denn allein die Veröffentlichung eines solchen Berichtes und die Tatsache, dass viele ihn lesen können (weil nicht zensiert und weil viele überhaupt auch lesen können) ist ein demokratischer Hoffnungsschimmer! Insofern haben sich die Zeiten in den letzten Jahrhunderten in mancher Hinsicht doch verbessert, wenn auch in mancher Hinsicht sogar verschlimmert (aus vielen Ursachen).

  • 02.07.2009 11:16 Uhr:

    von Lars:

    Nach jahrhundertelanger Ausbeutung der afrikanischen Völker und Bodenschätze haben die "zivilsierten" Europäer verdammt nochmal die Pflicht, diesen Menschen Perspektiven zu bieten und diese Menschen als gleichwertige Mitglieder in ihre Gesellschaft zu integrieren.
    Stattdessen aber will man sein Europa sauber und wenn möglichst weiß behalten und das wenn nötig auf Kosten tausender Menschenleben. Daneben wirkt es doch vollkommen lächerlich, wenn der UN-Sonderberichterstatter Githu Muigai Deutschland vor Alltagsrassismus warnt.

    Europa fürchtet um seinen Wohlstand, der nicht zuletzt größtenteils durch eben jene Ausbeutung sogenannter dritte Welts Länder zustande kommt.

    Fight Fortress Europe! No Borders, No Nations!

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