Kubaner im Exil

Fidel allein zu Haus

Jedes Jahr verlassen 33.000 junge Kubaner das Land. "Wer gehen will, soll gehen", hat Castro 1980 gesagt. Jetzt bereut er das. VON KNUT HENKEL

  • 19.02.2008 11:53 Uhr:

    von denkanstoß:

    Daß ein seit Jahrzehnten durch das harte amerikanische Wirtschaftsembargo gebeuteltes Land, das vor der Revolution der Weltmittelpunkt der Mafia, also des Glücksspiels, der Prostitution und des Drogenhandels war (in CIA Akten nachzulesen),seine gut und teuer ausgebildeten Menschen nicht mit Hurra ins Ausland schickt -wer wollte das nicht verstehen? Daß man die ohnehin lange darbende Allgemeinheit nicht noch mit diesen Kosten belasten möchte, die die gut ausgebildeten Ausreisenden verursacht haben, was ist daran eigentlich so verderblich? Die im Ausland als "Humankapital" gehandelten Kubaner provitieren doch ein Leben lang von dieser Ausbildung, die ihnen die zurückgebliebenen ermöglicht haben. Oder?

    Ein "geflohener" Kubaner erhält sofort die amerikansiche Staatsbürgerschaft. Das gilt für kein anderes Land und ist Teil der "Strafe", die Kuba durch seinen großen Nachbarn zu erleiden hat. Warum also sollte ein Kubaner sagen, daß er "ausgereist" sei?
    Eine zweimonatige Reise durch Kuba hat mir in vielen Dingen die Augen geöffnet. Die Menschen sind durchweg sehr gut ausgebildet und warten darauf, "loszulegen". So lange aber die demokratischen Regierungen der Welt glauben, auch in Kuba die Demokratie zwangsverschenken zu müssen, bleibt das Land und die Menschen isoliert. Die vorgegebene Betroffenheit über die Not der Menschen, ist unglaubwürdig. Es spielen hier Machtinteressen eine Rolle. Und die Kubaner wissen das. Sie wollen zwar frei sein, aber nicht unter dem Diktat der USA oder eines anderen großen Bruders. Wer mit Sprachkenntnissen so durch Kuba reist, wird wunderbare offene Menschen antreffen, sich in keiner Weise eingeengt fühlen
    und bei seiner Rückkehr bemerken, daß die eigene Erfahrung durch nichts zu ersetzen ist. Schon garnicht durch unsere hochgelobte "freie Presse".
    Man kann über Kuba nur sinnvoll reden, wenn man die leidvolle Vergangenheit mit einbezieht, die den Kubanern ständig gegenwärtig ist.

    Die EU beugt sich den Forderungen der USA, keinerlei Handel mit diesem Land zu treiben.Handelt ein Unternehmen mit Kuba, verliert es umgehend jegliche US Aufträge. Jedes Schiff, das Kuba anläuft, verwirkt seine Anlegeerlaubnis für die USA - zum Beispiel.Auch hier wäre es wünschenswert, daß der Mensch wahrheitsgemäß informiert wird! Auch durch die TAZ.

  • 08.01.2008 20:24 Uhr:

    von redblog:

    @ Ottfried Günther: Was heißt hier ablenken? Ich habe nur deine Fragen "In welchem Land dieser Erde muss sich ein Einwohner noch seine Ausreise genehmigen lassen? Mit welchem Recht werden Ausreisegenehmigungen verwehrt?" beantwortet... Also mal die Luft anhalten, ne?

  • 08.01.2008 16:25 Uhr:

    von Ottfried Günther:

    @ redblog

    Ach ja, da ist sie wieder die berühmte Taktik des Anlenkens von den Problemen Kubas. Wenn die Probleme Kubas angesprochen werden wird sofort auf andere Länder verwiesen wo es ja noch viel schlimmer sei.
    Auch hier werden wieder Birnen mit Äpfeln verglichen. Geht es um die Ausreise in ein spezielles Land oder um die generelle Ausreisegenehmigung? Eher um letzteres, also hinkt der Vergleich sehr und ist somit lächerlich.

  • 07.01.2008 21:16 Uhr:

    von redblog:

    @ Ottfried Günther:
    "In welchem Land dieser Erde muss sich ein Einwohner noch seine Ausreise genehmigen lassen?" In den USA! Wer zum Beispiel als US-AmerikanerIn nach Kuba will, muss dies beim Finanzministerium (sic!) beantragen. Die meisten Anträge werden abgelehnt. Darf man doch reisen, gibt es extreme Auflagen. Reist man ohne Genehmigung und wird erwischt, zahl man ordentlich Strafe oder geht gar in den Knast.

  • 07.01.2008 11:58 Uhr:

    von Ottfried Günther:

    @Marc Cathomen

    Wenn man nichts über Kuba weiß sollte man sich mit Kommentaren zurückhalten.
    Es ist keinesfalls eine propagandistische Lüge, dass Kubaner nicht ausreisen dürfen. In der Realität, und nichts anderes zählt, wird sämtlichen Kubaner welche im Gesundheitswesen arbeiten die Ausreise nicht genehmigt.
    Es gibt kein Gesetz welches die Ausreise verbietet, aber die Genehmigungen werden frühestens nach 5 Jahren bearbeitet. Solange bleiben die Anträge in den Schubladen liegen.
    Die PVE (Permiso Viajar Exterior) wird in vielen anderen Fällen auch noch verwehrt.
    Sollte sein Arbeitgeber dem Consejo del Estado (Staatsrat) unterstehen sind die Chancen für eine Ausreisegenehmigung auch mehr als schlecht.
    In welchem Land dieser Erde muss sich ein Einwohner noch seine Ausreise genehmigen lassen? Mit welchem Recht werden Ausreisegenehmigungen verwehrt?
    Also bitte Augen aufmachen und die Realität betrachten...

  • 02.01.2008 19:20 Uhr:

    von Michael Brinkmann:

    33.000 Kubaner jährlich - eine stolze Zahl. In der gleichen Ausgabe der taz wird im Artikel "Maisimporte verteiben Mexikaner" darüber berichtet, dass jährlich eine halbe Million Menschen von Mexiko in die USA fliehen.

    Für viele Leute schade, dass man Fidel die Schuld hierfür nicht auch noch geben kann (obwohl, mit ein wenig Propaganda lässt sich das doch auch noch machen...).

  • 02.01.2008 11:05 Uhr:

    von Marc Cathomen:

    Die Kubaner werden jährlich mit mehreren Millionen Touristen konfrontiert - vorwiegend Mitteleuropäer und Kanadier welche in ihren Ländern zu den Besserverdienenden gehören und den Kubanern ein einseitiges Bild von "draussen" liefern. Man trifft dort weder Bulgaren noch Rumänen noch Polen etc. Warum nicht? Weil es sich diese nicht leisten können!
    Genauso können es sich die Kubaner nicht leisten mit dem Flugzeug auszuwandern.
    Wenn ein Kubaner jedoch auswandern will und das nötige Geld (von jemandem erhalten) hat, dann kann er das!
    Es ist eine propagandistische Lüge, dass die Kubaner nicht ausreisen dürfen.
    Stellen Sie sich vor, Deutschland würde allen Türken sofort eine Aufenthaltsbewilligung erteilen sobald sie einen Fuss auf deutschen Boden gesetzt haben. Würde das nicht eine grosse Einwanderungswelle gerade bei der jüngeren, ungebundenen Generation auslösen?
    Genau das machen die USA mit Kuba und verhindern gleichzeitig die ankommenden Schiffe an der Landung mit allen (teils kriegerischen) Mitteln.
    Ist das Widersprüchlich? Wenn man auf propagandistische News aus ist, welche die "armen Kubaner welche vom bösen Fidel flüchten" zeigen will nicht!

  • 01.01.2008 17:52 Uhr:

    von Peter Gabriel:

    Good luck in USA. Ihr werdet euch noch wundern.

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