Die britische Labour Party gewinnt zu ihrer eigenen Überraschung eine Nachwahl im schottischen Glenrothes: Die Finanzkrise erwies sich als Geschenk für Premier Brown. VON RALF SOTSCHECK
Premier Gordon Brown in Glenrothes: Seine Frau machte Wahlkampf. Foto: reuters
DUBLIN taz Die britische Labour Party kann doch noch gewinnen. Bei der Nachwahl für den Unterhaussitz im schottischen Glenrothes siegte der Labour-Kandidat Lindsay Roy völlig überraschend mit knapp 55 Prozent der Stimmen vor Peter Grant von der separatistischen Scottish National Party (SNP), der auf 36,5 Prozent kam. Die Wahl war notwendig geworden, weil der Labour-Abgeordnete John MacDougall im August gestorben war.
Schottlands Premier Alex Salmond von der SNP hatte eine beträchtliche Summe auf den Sieg seiner Partei gewettet und gab sich bis zum Schluss optimistisch. Labours Wahlhelfer und Abgeordnete stimmten ihm zu: Noch während der Stimmenauszählung hatten sie ihre Niederlage eingeräumt.
Umso größer war die Freude, als das Ergebnis in der Nacht zu Freitag verkündet wurde. Roy, der mit Ovationen gefeiert wurde, schrieb seinen Sieg dem britischen Premier zu: "Dank Gordon Brown ist Großbritannien stark. Dank Gordon Brown hat Labour hier in Glenrothes gewonnen."
Brown war ein hohes Risiko eingegangen. Entgegen der Gepflogenheit, sich als Premierminister nicht in Nachwahlen einzumischen, hatte er den Wahlkreis zweimal besucht. Seine Frau Sarah schickte er gar siebenmal nach Glenrothes.
Brown stammt aus der Gegend, er ist im benachbarten Wahlkreis geboren und repräsentiert ihn in Westminster seit 25 Jahren. Roy ist der Direktor der Schule, die Brown in seiner Jugend besucht hat. Hätte Roy verloren, wäre es eine persönliche Niederlage für Brown und vermutlich der Anfang von seinem Ende gewesen.
Brown musste in diesem Jahr bereits drei Schlappen bei Nachwahlen einstecken, darunter in Glasgow East, das bis dahin immer Labour gewählt hatte. Seine Gegner innerhalb seiner Partei hatten eine weitere Niederlage in Glenrothes fest eingeplant, um danach eine Kampagne gegen ihn zu starten. Nun sitzt er etwas sicherer im Sattel.
Die globalen Finanzturbulenzen erwiesen sich für Brown als Geschenk des Himmels. Sie lassen ihn aufgrund seines Krisenmanagements fast wie einen Staatsmann erscheinen, was offenbar Menschen zur Wahl animierte, die seit 20 Jahren nicht mehr gewählt hatten. Die Wahlbeteiligung war mit 52,4 Prozent höher als erwartet, was ausschlaggebend war.
Die SNP erreichte durchaus die Stimmenzahl, mit der die Partei gerechnet hatte. Nicht gerechnet hatte sie mit den 6.000 Wählern, die Labour reaktivieren konnte. Grant gab sich dennoch zufrieden. Er sagte, die SNP habe 50 Prozent mehr Stimmen als bei den letzten Parlamentswahlen erhalten. Das sei mehr, als er für möglich gehalten habe. In Wirklichkeit war es jedoch ein Rückschlag für Salmond und seine Minderheitsregierung.
Labours Taktik, die Leistungen dieser Regierung in Grund und Boden zu verdammen, taugt allerdings nicht für die Parlamentswahlen im Jahr 2010. Dort sind die Tories der Gegner, und die sind seit mehr als elf Jahren nicht mehr an der Regierung. Zumindest konnte Labour den Rückstand gegenüber den Tories auf neun Prozent verringern. Vor der Finanzkrise waren es 20 Prozent.
Am Münchner Hauptbahnhof gibt es eine Schule, die keine Schule ist, die kein Geld vom Land bekommt – und die mit Jugendlichen lernt, die kein Recht auf Bildung haben.von FELIX MÜLLER

... nicht mehr Hartz IV, so will es Ministerin von der Leyen. Der neue Name soll "von unten" kommen. taz.de macht schon mal ein paar Vorschläge.

Wie jetzt, mit 17 schon alles erreicht? Milliarden gemacht, Romane geschrieben und die Charts geknackt? Auf wen wir wirklich neidisch sind.

Ein Jahr Obama: Nicht nur die Weltpolitik ist seine Bühne. Jetzt gibt es tatsächlich ein Obama-Musical.

Wär doch schade, wir hätten sie nicht notiert...


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Leserkommentare (1)
09.11.2008, 00:14 | Euklides Al-Biruni:
Als ich vor einigen Jahren in Schottland war, wurde ich darüber aufgeklärt, dass...