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25.06.2008  12 Kommentare 

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Rache der polnischen Bischöfe

Ministerin soll exkommuniziert werden

Die polnische Gesundheitsministerin Ewa Kopacz soll bestraft werden, weil sie einem vergewaltigtem 14-jährigen Mädchen zur Abtreibung verhalf. VON GABRIELE LESSER

Nicht nur das Aschenkreuz soll Ewa Kopacz künftig verwehrt bleiben.    Foto: dpa

WARSCHAU taz Katholische Bischöfe wollen Polens Gesundheitsministerin exkommunizieren. Ewa Kopacz verhalf einer vergewaltigten 14-Jährigen zu ihrem Recht und nannte ihr eine Klinik, in der sie einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen konnte. Den sehr rigiden Gesetzen in Polen zufolge gibt es nur drei Gründe, die einen Abbruch rechtfertigen: Gefahr für die Gesundheit der Mutter, schwerste Missbildungen beim Fötus und Vergewaltigung.

Doch obwohl Agata alle erforderlichen Papiere vorweisen konnte, wiesen die Ärzte sie ab. Denn an die Fersen des jungen Mädchens hatte sich ein katholischer Priester geheftet und jedem Arzt ins Gewissen geredet. Das Recht Gottes sei höher zu bewerten als das Recht des Mädchens. Da der Arm der katholischen Kirche in Polen weit reicht und von Radio Maryja aufgehetzte Abtreibungsgegner schon mal Autos demolieren oder "Mörder" an die Hauswände von Ärzten schmieren, verweigerten in der Folge alle Ärzte den Eingriff.

"Ich fühle mich nicht schuldig", erklärt hingegen Ewa Kopacz, die Gesundheitsministerin Polens und bekennende Katholikin. "Dieses Mädchen hatte ein Recht auf Abtreibung. Es wurde vergewaltigt. Die Einhaltung des Gesetzes, das schon über ein Jahrzehnt in Polen gilt, kann nicht plötzlich schlecht sein."

Ewa Kopacz bekommt die Rache der Bischöfe zu spüren.    Foto: dpa

Dennoch fordert nicht nur die rechtsradikale Zeitschrift Fronda die Exkommunizierung der Ministerin, sondern auch der Erzbischof von Danzig, Tadeusz Goclowski, sowie Bischof Stanislaw Stefanek. Der ehemalige Vorsitzende des Familienrats des polnischen Episkopats geißelte den Abbruch gar als einen "Sieg der Todesideologie". Fronda veröffentlichte nun auf ihren Internetseiten ein Denunziationsformular, mithilfe dessen jeder "gute Katholik" Kandidaten zur Exkommunikation beim polnischen Episkopat melden kann.

http://www.taz.de/nc/1/politik/europa/artikel/1/ministerin-soll-exkommuniziert-werden
 
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08112009 
 
 

Guten Tag, meine Damen und Herren, liebe Adelige


Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) bleibt sich treu. Als Wirtschaftsminister stellte er sich gegen den Opel-Rettungsplan. Der Mann hat Mumm, sagt, was er denkt! Aber Guttenberg beugte sich der Mehrheitsmeinung und blieb im Kabinett. Als Verteidigungsminister räumt er Fehler der Bundeswehr beim Luftangriff ein. Einer, der die Wahrheit sagt! Aber er nennt den Luftschlag von Kundus "angemessen". Das ist Guttenberg-Dialektik. Viel Feind', viel Ehr', kostet nix.