Seit 2006 regiert die Hamas in Gaza. Es folgte ein internationaler Boykott. Innenpolitisch gelang es der Bewegung des islamischen Widerstands nicht, die Korruption einzudämmen. VON HELGA BAUMGARTEN
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Im Januar 1988, zu Beginn der 1. Intifada, erscheint der Name Hamas erstmals auf einem Flugblatt. Die bis dahin eher karitativ-religiös agierende Muslimbrüderschaft tritt damit als palästinensische politische Organisation auf. Sie wird in den Anfangsjahren von Israel "gefördert", um sie als Gegengewicht zur PLO aufzubauen. Im August 1988 veröffentlicht die Hamas ihre Charta, die bis heute gültig ist und die grundsätzlichen Positionen der Hamas etwa zum Nahostkonflikt, zur Stellung der Frau, zum Dschihad oder auch zur PLO festlegt. Demnach lehnt Hamas eine Anerkennung Israels grundsätzlich ab und will auf dem gesamten ehemaligen Mandatsgebiet Palästina einen islamischen Staat errichten. In den Neunzigerjahren tritt die Hamas vor allem mit Selbstmordanschlägen gegen Israel in Erscheinung. Im Vergleich zur Charta erweist sich das Wahlmanifest der Hamas von 2005 als weitaus pragmatischer. Mit diesem Manifest tritt die Hamas im Januar 2006 erstmals bei einer Parlamentswahl an und erobert auf Anhieb die absolute Mehrheit der Mandate. Im Juni 2007 vertreibt sie die Fatah mit militärischen Mitteln aus dem Gazastreifen. Die USA, Israel und die EU betrachten die Hamas als Terrororganisation und boykottieren sie. GB ]]>
Die Autorin lehrt Politikwissenschaft an der Universität Birzeit, Palästina. Zuletzt erschien ihr Buch zur Hamas: "Hamas. Der politische Islam in Palästina"]]>