
In Berlin demolieren sie Luxusautos, und in Paris lassen sie bei Geländelimousinen die Luft aus den Reifen. In Dublin hingegen fangen sie klein an ... VON RALF SOTSCHECK
VON RALF SOTSCHECK
In Berlin demolieren sie Luxusautos, und in Paris lassen sie bei Geländelimousinen die Luft aus den Reifen. In Dublin hingegen fangen sie klein an - mit Kleinwagen. Vor allem mit meinem. Es begann vor zwei Monaten mit einem nächtlichen Tritt gegen den Kotflügel. Aber da die 13 Jahre alte Kiste ohnehin nicht scheckheftgepflegt ist, sah ich von einer Anzeige ab, um mich nicht lächerlich zu machen.
Vorigen Monat warf man mir das Fenster auf der Beifahrerseite ein und baute das Radio aus. Offenbar bemerkten die Gauner dann, dass es sich um ein billiges Gerät handelte, und ließen es auf dem Sitz liegen, um mich zu demütigen. Diesmal musste ich wegen der Versicherung die Polizei verständigen. Die Diebe haben wohl die Sitze mit schwarzen Müllsäcken abgedeckt, um keine Spuren zu hinterlassen, vermutete der Beamte, der wie "Tatort"-Kommissar Bienzle aussah. Nein, erklärte ich ihm, das war ich selbst: Bei Regen tropfe das Wasser durch die Innenbeleuchtung auf die Sitze.
Bienzle beschlagnahmte das Radio, um es auf Fingerabdrücke zu untersuchen. "Sie können es behalten", sagte ich zu ihm. "Wenn es nicht gut genug für die Diebe ist, dann ist es auch nicht gut genug für mich." Da der elektrische Fensterheber, über den der Wagen trotz seines hohen Alters verfügt, nicht kompatibel mit der neuen Scheibe ist, muss man nun mit beiden Händen das Fenster hochschieben.
Vorige Woche schlugen die Kleinwagenhasser erneut zu. Diesmal nahmen sie das Fenster auf der Fahrerseite. Warum nicht mal die Windschutzscheibe? In die hat der Scheibenwischer dicke Linien eingraviert, weil ich die Wischerblätter zu spät ausgewechselt hatte. Die Diebe ärgerten sich wohl darüber, dass ich kein neues Radio eingebaut hatte, und verbogen die Tür. Jetzt lässt sie sich nicht mehr abschließen. Wozu auch?
Früher war es nicht besser. 1929 wurde in Irland das "Korps der Autoparkkommissare" gegründet. Damals fuhren 2.500 Autos auf der ganzen Insel, aber in der Dubliner Innenstadt gab es nur für 21 Autos Parkplätze. Die konnte man für fünf Schilling pro Monat mieten. Darin eingeschlossen war eine Versicherung "gegen Diebstahl irgendwelcher Gegenstände, die er im Auto liegengelassen hat". Die Kommissare waren eine Art Raubritter, denn wer nicht zahlte, wurde von ihnen beraubt.
Solche Kommissare gibt es heute noch. Man nennt sie "kriminelle Jugendliche", und wenn sie anbieten, auf das Auto aufzupassen, nimmt man das Angebot besser an. Bei meinen Türverbiegern handelte es sich um vier angetrunkene, aber kräftige Kinder. Der Nachbar hatte sie nachts um vier beobachtet und die Polizei gerufen, die aus dem anderthalb Kilometer entfernten Revier eine Stunde brauchte. Bei dem Tempo ist es ein Wunder, dass die Beamten im vorigen Jahr mehr als tausend Kinder unter zwölf bei Straftaten erwischt haben.
Ich zog inzwischen eine Alarmanlage in Erwägung. Der Automechaniker schaute mich ungläubig an und fragte: "Eine Alarmanlage? Für dieses … äh, Auto? Die kostet dich mehr, als der Schrotthaufen wert ist."
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Das ist mal eine staunenswerte Leistung: Obwohl er erst 20 Jahre alt ist, hat ein Mann aus Seesen schon mehr als 350 Punkte auf dem Verkehrssünderkonto in Flensburg. Allein 58 Fahrten mit einem frisierten Mofa brachten ihm jeweils sechs Punkte ein. Weitere Punkte habe der schon mehrfach vorbestrafte junge Mofafriseur jetzt wegen einer Trunkenheitsfahrt erhalten, sagte ein Sprecher des Amtsgerichts am Donnerstag.
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