Gipfeltreffen der Umweltminister

Quecksilber verboten

Bei einem Treffen der Umweltminister in Nairobi haben diese beschlossen, das Schwermetall Quecksilber zu verbieten. In zwei Jahren soll es aus dem Verkehr gezogen werden. VON MARC ENGELHARDT

  • 23.02.2009 15:21 Uhr:

    von Christoph Riehn:

    "Wir haben das Quecksilber durch Amalgam ersetzt",...
    Unter Amalgam versteht man eine Legierung aus
    Quecksilber und einem anderen Metall, deshalb sind diese Lampen alles andere als quecksilberfrei und alles andere als gesundheitsfördernd. S. a. Diskussion von Zahnfüllungen mit Amalgam.
    Die Lampen mit Amalgam mögen weniger Quecksilber in der Gasphase haben und leichter in der Handhabung und Entsorgung sein.
    Frage an Megaman: welches andere (Schwer?-)metall wurde denn zur Amalgamierung benutzt?

  • 22.02.2009 15:35 Uhr:

    von hammerwerfer:

    Ich setze ja große Hoffnungen auf LED-Leuchten.
    Besser noch wären OLED-Lampen, jedoch befinden sich diese immer noch nur in der Entwicklungsphase.

    Dort sollten nach meinem Kenntnisstand weder Quecksilber noch Cadmium vorkommen.

    Zudem würden diese Leuchtmittel nochmal deutlich weniger Energie benötigen.

  • 21.02.2009 18:08 Uhr:

    von Hans-Martin Zwanzger:

    Einem Verbot der Verwendung von Quecksilber stimme ich zu, einfach weil so giftig für den Menschen ist. Es durch Amalgam zu ersetzen ist natürlich wenig sinnvoll, da Amalgam selbst eine Quecksilberlegierung ist.
    Gerade das in der Zahnheilkunde verwendete Amalgam gehört verboten. Es löst sich permanent etwas davon in der Mundhöhle und ein Teil davon wird im Körper gespeichert, indem es in verschiedenem Gewebe deponiert wird. Es kann sehr viele verschiedene Krankheiten verursachen.
    D.h. die vom Amalgam ausgelöste Symptomatik ist sehr diffus.

    Ein Verbot der Verwendung von Amalgam in der Zahnheilkunde auf dem in Nairobi beschrittenen Weg käme einem Verbot durch die Hintertür gleich. Aber anders ist es nach über 100 Jahren Streit um's Amalgam anscheinend nicht mehr mölich.

    Aber Achtung: Es besteht die große und begründete Gefahr, daß es bei einem Verbot von Amalgam zur Arbeitslosigkeit von Ärzten kommen kann, v.a. von Nervenärzten, da Quecksilber u.a. ein starkes Nervengift darstellt.

    Ich würde mich über ein Verbot von Amalgam in der Zahnheilkunde sehr freuen, da es für mich als ehemals Betroffenem auch eine Art Rehabilitation wäre.

  • 20.02.2009 18:20 Uhr:

    von Christoph Seidel, Pressesprecher MEGAMAN (Deutschland):

    Sorry liebe taz-Leserinnen und Leser - MEGAMAN stellt zwar sehr gute Energiesparlampen her, aber die quecksilberfrei Energiesparlampe haben auch unsere Ingenieure noch nicht zur Serienreife geführt. Unsere Lampen enthalten statt flüssigem Quecksilber ein festes Amalgam, in dem das giftige Quecksilber eingebunden ist.

    Für den englischsprachigen Markt verwendet MEGAMAN ein Logo mit der Aufschrift "Liquid Mercury Free". Dieses Logo und entsprechende Info-Displays dürfte taz-Autor Herr Engelhardt auf dem Ausstellungsstand in Nairobi gesehen und missverstanden haben. Für Deutschland haben wir das Logo adaptiert und schreiben: "Amalgam-Technologie - Kein flüssiges Quecksilber".

    Der Vorteil des festen Amalgams besteht darin, dass der Quecksilberdampf erst bei Erwärmung (ab 80 bis 100 Grad Celsius) im Inneren der Lampenröhre frei wird. Flüssiges Quecksilber verdampft dagegen schon bei Raumtemperatur. Eine Amalgam-Energiesparlampe ist in der Herstellung (Mitarbeiter-Gesundheitsschutz), in der Gebrauchsphase und in der Entsorgungsphase wesentlich unproblematischer als flüssiges Quecksilber.

    In der Produktion wird das Amalgam sehr präzise als Kügelchen dosiert (2-3 mg Quecksilbergehalt) in die Lampenröhre eingebracht, wo es hermetisch eingeschlossen ist. Sollte eine Amalgam-Lampe beispielsweise hinfallen und zu Bruch gehen, wird kein gesundheitsgefährdender Quecksilberdampf frei. Aber auch eine verbrauchte Amalgam-Lampe muss natürlich ordnungsgemäß recycelt werden. Sie gehört zur Sammelstelle.

    In den letzten Jahren wurde der Quecksilbergehalt in Energiesparlampen immer weiter reduziert. Er ist in der EU auf 5 mg begrenzt und liegt bei den meisten Markenherstellern je nach Lampentyp bei 2-3 mg. Die völlige Ablösung des Quecksilbers in Leuchtstofflampen ist aus technischer Sicht leider nicht zu erwarten, aber mit der Amalgam-Technologie ist eine vergleichsweise ungefährliche Form der Nutzung in Energiesparlampen möglich. MEGAMAN ist nicht der einzige Hersteller, der Amalgam verwendet, aber wir sind der einzige, der es seit 2008 ausschließlich in allen Lampen (> 400 Modelle) nutzt.

    Glühlampen bewirken erhebliche Quecksilberemissionen, weil sie deutlich mehr Strom verbrauchen als Energiesparlampen. Ein Großteil des Stroms weltweit wird in Kohlekraftwerken unter Freisetzung von Quecksilber erzeugt.

  • 20.02.2009 09:14 Uhr:

    von Karl:

    Bürokratenwahn.

    Die Idee wird ich als nicht umsetzbar erweisen, es kann der Eindruck aufkommen das ein Scheitern schon in den Vorgng implementiert wurde!

    Glück auf!

    Karl

  • 20.02.2009 08:18 Uhr:

    von A. Maassen:

    Ein Bißchen Recherche täte gut, wenn man so 'nen Mist schreibt:

    "... Quecksilber durch Amalgam ersetzt ..."

    /*intensives kopfschütteln*/

    Dennoch Grüße in die Rudi-Koch-Straße
    A. Maassen

  • 19.02.2009 21:22 Uhr:

    von kd0627:

    Warum eigentlich so unentschlossen?

    Es gibt doch eine bekannte Fahndungsliste, nämlich das PSE nach IUPAC! Darin sind viele verdächtige und gefährliche Elemente verzeichnet, die den profitsüchtigen Chemie-Großkonzernen erlauben, die Biosphäre zu schädigen.

    Gut, dass wir einen "Schwermetallengel Gabriel" haben, der uns rettet....

  • 19.02.2009 19:28 Uhr:

    von naseweiß:

    Quecksilber kann man nicht verbieten.
    Quecksilber ist ein chemisches Element
    (Hg - Ordnungszahl 80), man kann also
    nur die Verarbeitung und den Einsatz
    von Quecksilber verbietem.

  • 19.02.2009 17:51 Uhr:

    von wanja:

    Auch Solarzellen, die Cadmium enthalten (z.B. CdTe Dünnschichtzellen) sollten sofort verboten werden. Bei solchen speziellen neuartigen (und völlig verzichtbaren) Modulen kommt auf einen Quadratmeter oft so viel Cadmium wie ein großer Lkw im Laufe seiner "Lebensdauer" durch Reifenabrieb an die Umwelt abgibt. Allerdings kann man die Module natürlich geplant "entsorgen" (obwohl bei diesem Typus das Recycling nicht gerade leicht ist), wogegen das Cadmium aus dem Reifenabrieb unkontrolliert in den Boden an den Straßenrändern und von dort weiter evtl. ins Grundwasser u.s.w. eindringt.

  • 19.02.2009 16:57 Uhr:

    von hds:

    Mit dem Amalgam ist das Quecksilber auch nicht aus der Energiesparlampe heraus. Amalgam ist eine Quecksilberlegierung.

  • 19.02.2009 16:52 Uhr:

    von Peter Boehm:

    Amalgam ist eine Mischung eines Metalls mit Quecksilber.

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