Wenn deutsche Universitäten in China oder anderswo um Studenten buhlen, dann wirbt das Auswärtige Amt mit. Es bestimmt zunehmend wohin die Reise der Studentenwerber geht. VON MARTIN KAUL
Eine Aneinanderreihung leerer Worthülsen (egal ob deutsch oder denglisch) gibt leider noch keinen fundierten Artikel.
"Der internationale Bildungsmarkt sei enorm dynamisch." Was bedeutet das?
"Wir wollen die besten Köpfe an Deutschland binden - und zwar vom Kindergarten bis zum Studienabschluss". Und danach? Die Unterfinanzierung der deutschen Hochschulen führt doch dazu, dass deutsche WissenschaftlerInnen scharenweise ins Ausland flüchten. Und das nicht, weil dort mehr Geld oder bessere Forschungseinrichtungen vorhanden wären, sondern weil sie in Deutschland einfach keine dauerhaften Stellen finden.
Um was es wirklich geht, wird nur an einer Stelle klar: Financial Business oder Management soll Chengs Sohn studieren. "Geld spielt keine Rolle."
Um Geld geht es also, um teuere Management und Business Studiengänge, an denen gut verdient werden kann. Mit Wissenschaft hat Financial Business und Management allerdings nichts zu tun, warum übernimmt die taz immer öfter so unkritisches Geschwätz, über das ich mich im Spiegel oder der FAZ ja nicht wundern würde?
06.11.2008 10:39 Uhr:
von uiop:
Lieber Klabautermann, ich kann ihren Nationalismus nicht teilen. Trotzdem: Hätte man statt 'war' von 'Kampf' oder 'Krieg' gesprochen, dann wäre evtl. noch ein bisschen deutlicher geworden, um was es bei der ganzen Sache geht: Eine Instrumentalisierung der Wissenschaft für Rüstung und Militär, eine Verwertung der "Köpfe" von klein auf, ein Menschenbild, das "Köpfe" selektiert, anstatt sie sich entwickeln zu lassen, "Loyalität" im Sinne einer inhaltlichen Festlegung der eigenen geistigen Entwicklung auf die Interessen der fördernden Institution sprich Rüstung und Militär. Das ist letztlich ein faschistisches Bildungskonzept.
Sich als "Elite" etikettieren und fördern zu lassen, macht korrupt und letztlich auch blöd in der Birne. Denn wer da mitmacht, unterwirft sich und sein Denken den autoritären Interessen von - Rüstung und Militär.
Bildung und Denken müssen aber frei sein für Einmischung und Widerspruch; sonst sind sie von Vornherein für die Katz.
05.11.2008 21:10 Uhr:
von Ziege:
Ich frage mich ebenso wie Klabautermann, warum der Autor beim Titel in die Kriegsmetaphernkiste gegriffen hat? Werden wir nun bald auch dem Winter den Krieg erklären? - Mit Schneeräumgerät? Ein bewussterer Umgang mit der Sprache hätte ich der TAZ nun wirklich zugetraut.
05.11.2008 14:26 Uhr:
von Alicja:
Es ist immer gut, in Bildung zu investieren. Aber nicht alle Studenten können eine Elite bilden. Was wird denn aus der Nichtelite? Ich sehe die Gefahr einer starken Polarisation, noch mehr Leistungsdruck und am Ende ein unmenschliches Leben für die Wissenschaft. Bildung für alle darf neben Investition in Elite nicht vernachlässigt werden, ansonsten endet man im König - Bauern - Staat wie vor hundert Jahren.
04.11.2008 19:19 Uhr:
von Klabautermann:
Warum schreiben Sie (die taz) "war for talents" und nicht etwa "Kampf" oder "Krieg um die Köpfe"?
Ist Ihnen unsere schöne deutsche Sprache nicht mehr gut genug?
Leserkommentare
06.11.2008 12:37 Uhr:
von promovierter Wissenschaftler:
Eine Aneinanderreihung leerer Worthülsen (egal ob deutsch oder denglisch) gibt leider noch keinen fundierten Artikel.
"Der internationale Bildungsmarkt sei enorm dynamisch." Was bedeutet das?
"Wir wollen die besten Köpfe an Deutschland binden - und zwar vom Kindergarten bis zum Studienabschluss". Und danach? Die Unterfinanzierung der deutschen Hochschulen führt doch dazu, dass deutsche WissenschaftlerInnen scharenweise ins Ausland flüchten. Und das nicht, weil dort mehr Geld oder bessere Forschungseinrichtungen vorhanden wären, sondern weil sie in Deutschland einfach keine dauerhaften Stellen finden.
Um was es wirklich geht, wird nur an einer Stelle klar:
Financial Business oder Management soll Chengs Sohn studieren. "Geld spielt keine Rolle."
Um Geld geht es also, um teuere Management und Business Studiengänge, an denen gut verdient werden kann. Mit Wissenschaft hat Financial Business und Management allerdings nichts zu tun, warum übernimmt die taz immer öfter so unkritisches Geschwätz, über das ich mich im Spiegel oder der FAZ ja nicht wundern würde?
06.11.2008 10:39 Uhr:
von uiop:
Lieber Klabautermann, ich kann ihren Nationalismus nicht teilen. Trotzdem: Hätte man statt 'war' von 'Kampf' oder 'Krieg' gesprochen, dann wäre evtl. noch ein bisschen deutlicher geworden, um was es bei der ganzen Sache geht: Eine Instrumentalisierung der Wissenschaft für Rüstung und Militär, eine Verwertung der "Köpfe" von klein auf, ein Menschenbild, das "Köpfe" selektiert, anstatt sie sich entwickeln zu lassen, "Loyalität" im Sinne einer inhaltlichen Festlegung der eigenen geistigen Entwicklung auf die Interessen der fördernden Institution sprich Rüstung und Militär. Das ist letztlich ein faschistisches Bildungskonzept.
Sich als "Elite" etikettieren und fördern zu lassen, macht korrupt und letztlich auch blöd in der Birne. Denn wer da mitmacht, unterwirft sich und sein Denken den autoritären Interessen von - Rüstung und Militär.
Bildung und Denken müssen aber frei sein für Einmischung und Widerspruch; sonst sind sie von Vornherein für die Katz.
05.11.2008 21:10 Uhr:
von Ziege:
Ich frage mich ebenso wie Klabautermann, warum der Autor beim Titel in die Kriegsmetaphernkiste gegriffen hat? Werden wir nun bald auch dem Winter den Krieg erklären? - Mit Schneeräumgerät? Ein bewussterer Umgang mit der Sprache hätte ich der TAZ nun wirklich zugetraut.
05.11.2008 14:26 Uhr:
von Alicja:
Es ist immer gut, in Bildung zu investieren. Aber nicht alle Studenten können eine Elite bilden. Was wird denn aus der Nichtelite? Ich sehe die Gefahr einer starken Polarisation, noch mehr Leistungsdruck und am Ende ein unmenschliches Leben für die Wissenschaft. Bildung für alle darf neben Investition in Elite nicht vernachlässigt werden, ansonsten endet man im König - Bauern - Staat wie vor hundert Jahren.
04.11.2008 19:19 Uhr:
von Klabautermann:
Warum schreiben Sie (die taz) "war for talents" und nicht etwa "Kampf" oder "Krieg um die Köpfe"?
Ist Ihnen unsere schöne deutsche Sprache nicht mehr gut genug?